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Jambor Audio in Krefeld Dieses Forum wird gestaltet und moderiert von JAMBOR AUDIO

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  #1  
Alt 03.03.2008, 19:08
replace_03 replace_03 ist offline
 
Registriert seit: 30.11.2007
Beiträge: 1.070
Standard Ich werde oft gefragt wie wichtig ist das Thema Kabel oder Strom wirklich in einem Ma

Ich werde oft gefragt, wie wichtig ist das Thema Kabel oder Strom wirklich in einem Mastering Studio und wie ich dieses oder jenes Mastering Gerät finde.

Ich habe das mal so grob zusammengefasst und spiegelt meine derzeitige Erfahrung und aktuellen „praktischen“ Wissenstand dar.


Mastering Studio:
Das erste ist die Räumlichkeit.
Sie muss ansprechend sein, genügend Licht rein aber Schall draußen lassen.
Sie muss eine genügend hohe Decke und Raumvolumen besitzen, damit neben dem Mastering-Arbeitstisch und die Abhöre sowie die akustischen Elemente Platz finden.

Das zweite ist die Raumakustik.
Hier ist eine sinnvolle aber nicht übertriebene Dämmung an den Richtigen Stellen wichtig. Also ein schalltoter Raum wie bei Visaton (Lautsprecher Messraum) ist da nicht so angesagt, weder vom Sound, noch vom Wohl-Fühl-Effekt noch von der späteren Umsetzung (Mastering) für "normale" Räume.

Das dritte ist die Abhöre.
Hier kommt es weniger auf den 100% glatten Frequenzgang an, eine Anhebung oder Absenkung kann das Gehirn leicht selber kompensieren, wenn man sich auf seine Monitore eingehört hat.
Viel wichtiger sind ein sauberes Phasen- und noch wichtiger ein super präzises Impulsverhalten, welches mit keinem EQ der Welt korrigiert werden kann und immer störend ist, weil das Gehör und das Gehirn das nicht kompensieren kann und soll (Schutzfunktion in der Natur).
Also lieber mal den ein oder anderen Peak oder Senke zulassen, als mit analogen, noch schlimmer digitalen Filtern alles brutal auf +/- 0.5dB glatt zu bügeln. *
Klar sie sollten bis 22- 25Hz sauber runter gehen, damit man auch im tiefen Subbereich Störfrequenzen durch Sampler etc. sehr schnell raus hören und beseitigen kann.
Zu der Abhöre gehört dann natürlich die Endstufen (aktiv/passiv) und der hochwertige DA Wandler.

Das vierte sind die Geräte und Software.
Hier muss man sich entscheiden welche Equalizer und Kompressoren, welche Plattform, Software und Plugins benutzt werden möchten. Hier halte ich es so, dass ich eher die besten und stabilsten Bauteile (Motherboard, Netzteil, Speicher/Ram, Platten, professionelle und rein digitale Soundkarte) verwende und das System auf reine Stabilität und Geräuscharmut ausgelegt habe.
Beim Mastering tendiere ich eher bei den Geräten und Plugins zu "weniger, dafür spezieller und von sehr hoher Qualität".
Für die analoge Sektion im Mastering gehören natürlich sehr hochwertige AD und DA Wandler dazu, die mit galvanisch getrennten digital Kabel mit der digitalen SoundKarte in der Audio Work Station verbunden sind. Man möchte dem Kunden die hochwertige analoge Kette auch so gut als Möglich Ein- und Ausspielen.

Das fünfte ist der Arbeitstisch und der/die Stuhl/Stühle.
Beides muss sehr ergonomisch und für lange Sitzungen ausgelegt sein und so wenig wie möglich den Schall "gleichförmig" beeinflussen.
Der Stuhl, klar man sitzt den ganzen Tag drauf und sollte neben ergonomischen auch akustischen Bedürfnissen erfüllen.
Eine angenehme Beleuchtung ist natürlich genau so schön wie wichtig.

Das sechste ist dann der Strom.
Hier halte ich es so, das Rechner und TFT, mit speziellen Industrie-Entstör-Trenn-Trafos, galvanisch komplett von der analogen und digitalen Audio "Stromkette" abgetrennt werden.
Genau so wie mit einem weiterem Trennntrafo, ISDN-Anlagen und die Netzleiste mit den üblichen kleinen Steckertrafos und sonstigen "Kleinnetzteile" für diverse Geräten, auch Mobil Lade Gerätestecker (Kunde).
Eine eigene und geschirmte Stromleitung mit schweren und kontaktsichere Sicherungen wie die AHP II oder Industrie -Neozet Sicherungen ist der nächste Punkt.
Hier angeschlossen sind dann 1-3 Stromregeneratoren, je nach Studio, die dann alle Geräte, einschließlich der mit Trenntrafo galvanisch getrennten Audio Work Stationen versorgen.
So hat man zu jeder Tages- und Nachtzeit und zu jedem Wochentag die gleiche ruhige und satbile Stromqualität.

Der siebente Punkt stellen die Audioverbindungen sprich -Kabel dar.
Wenn dann soweit alles stimmt, kommt der letzte Feinschliff mit den passenden Kabeln.
Die können natürlich keinen EQ ersetzen aber bei geschickter Auswahl helfen, das Beste aus seinem System zu holen.
Genauso, wie man nun anfangen kann, bei seinen z.B. Röhrengeräten die passenden Röhren und/oder Kondensatoren zu tauschen um auch hier das Beste aus seinen Geräten zu hervor zu zaubern.
Als Abschluss kommen noch sogenannte "Audiophilen Feinsicherungen". Sie bringen natürlich alleine für sich genommen nicht die Welten, aber alles zusammen genommen, also wie in den Punkten aufgelistet, fügt sich zu einem Gesamt-Klangbild zusammen, welches einfach ein drastisches Stück besser ist, klingt und misst, wie die Standartausführung.
Das ist für einem selber wichtig und was noch wichtiger ist für den Masteringkunden.
Aber das ist nur meine persönliche Meinung und Erfahrung und besitzt rein gar keinen Absolut-Anspruch für andere Studios.

·Den Technischen Hintergrund kann ich gerne nach liefern.

Geändert von replace_03 (04.03.2008 um 08:25 Uhr).
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  #2  
Alt 05.03.2008, 21:51
AOE
 
Beiträge: n/a
Standard AW: Ich werde oft gefragt wie wichtig ist das Thema Kabel oder Strom wirklich in eine

Servus
Zitat:
Zitat von Jambor Audio Beitrag anzeigen
·Den Technischen Hintergrund kann ich gerne nach liefern.
Ich bitte darum. Denn genau darum sollte es hier doch gehen.
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  #3  
Alt 08.03.2008, 06:22
replace_03 replace_03 ist offline
 
Registriert seit: 30.11.2007
Beiträge: 1.070
Standard AW: Ich werde oft gefragt wie wichtig ist das Thema Kabel oder Strom wirklich in eine

Hallo AOE,

da du bis jetzt hier nichts geschrieben hast, hoffe ich nicht, dass du einfach nur fragst um Bomben zu legen.

In der Hoffnung das deine Frage von wirklichen Interesses ist, so möchte ich dich hiermit begrüßen und gerne unwissenschaftlich eine "einfache" Antwort darauf geben.

Nachteile digitaler Filter:
- Quantisierungs- und Rundungsrauschen
- Sorgfältige Abschirmung der Digitalsignale erforderlich
- Filterwirkung reicht höchstens bis zur halben Taktfrequenz
- Teure digitale Hochgeschwindigkeits-Bauelemente
- Hoher Stromverbrauch
- Problematische Realisierung von Polen/Nullstellen weitab von der Taktfrequenz.

Zudem kommt das Aliasing-Problem dazu:
Allen digitalen Signalverarbeitungsmethoden ist gemeinsam, dass das Eingangssignal periodisch abgetastet und in einen digitalen Wert umgewandelt wird.
Diese Abtastung mit der Frequenz fo resultiert in einem sehr oberwellenreichen Ausgangssignal.

Neben Eingangssignal und Abtastfrequenz enthält es die Differenzfrequenzen zwischen allen Grund- und Oberwellen sowohl des Eingangssignals als auch des Abtastsignals.
Enthält das Eingangssignal Frequenz Komponenten oberhalb der halben Abtastfrequenz, so überlappen sich die Spektren von Eingangssignal und Ausgangssignal.

Eine Frequenz im Überlappungsbereich kann nicht mehr eindeutig dem Eingangs- oder Ausgangssignal zugeordnet werden.
Man nennt diese Mehrdeutigkeit "Aliasing".


Zudem kommt der hörbare "Ringing-Effekt":
Beim Ringing-Effekt wirkt das gesamte Klang-Bild verschwommen beziehungsweise unsauber.
Hierbei schwingt sich das Signal nach der steigenden Flanke auf den eigentlichen Soll-Audio-Pegel ein.
Statt des eigentlich geforderten linearen Verlaufs oder zumindest einer sauberen Kurve legt das Signal eine Zitterpartie hin.
Damit beeinflusst das Ringing auch die Klangstabilität.
So ist nicht gewährleistet, dass eine Rechteckimpulsflanke exakt die gleichen Werte aufweist wie das vorausgegangene reale Impuls und Flanke.

Einer der vielen Gründe warum Masteringstudios ihr digitales Filter wieder aus dem Signalweg nehmen und bei dringlichem Einsatz auf aktive analoge Filter zurückgreifen.


Ps.

Zu deinem:
Zitat:
Den Technischen Hintergrund kann ich gerne nach liefern.
Ich bitte darum. Denn genau darum sollte es hier doch gehen
Kann ich nur sagen, stimmt nicht. Wir sind hier nicht im Technischen- sondern in meinem Händlerbereich.

Es geht um:
Zitat:
Ich werde oft gefragt, wie wichtig ist das Thema Kabel oder Strom wirklich in einem Mastering Studio und wie ich dieses oder jenes Mastering Gerät finde.


Und nur einer meiner Sätze in diesem Zusammenhang bestand in:
Zitat:
Also lieber mal den ein oder anderen Peak oder Senke zulassen, als mit analogen, noch schlimmer digitalen Filtern alles brutal auf +/- 0.5dB glatt zu bügeln. *
mit dem Vermerk auf *


Edit: Und bezog sich nicht auf "einen" LS in einem Schalltotem Raum und in einem Meter Abstand, sondern gemessen als Stereo-System im Raum und an der Sitzposition!

Geändert von replace_03 (08.03.2008 um 08:22 Uhr).
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