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  #41  
Alt 29.12.2013, 00:55
boxworld boxworld ist offline
 
Registriert seit: 23.06.2010
Beiträge: 4.471
Standard

Wolfram und Eberhard,

wie oft liesst man das?
Wie viele der Menschen die auf einen Regallautsprecher pochen haben eine aPriori zu Hause stehen?
Als Entwickler gibt man irgentwann auf, weil man feststellt das viele Menschen alles haben wollen aber am Ende doch nicht kaufen.
Entweder man entscheidet sich gegen die eigenen Grundsaetze und entwickelt nur noch nach Marketing oder man entwickelt Produkte die man vertreten kann.
Wessen Geschmack das dann nicht trifft der muss wo anders suchen.
Ich finde den letzteren Weg persoenlicher und macht jedes Produkt zu etwas Besonderem.

Gruss Marc
__________________
Windspiel-Audio
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  #42  
Alt 29.12.2013, 02:59
Wonneproppen Wonneproppen ist offline
Missetäter
 
Registriert seit: 19.12.2013
Beiträge: 3.307
Standard

Zitat:
Zitat von boxworld Beitrag anzeigen
Wie viele der Menschen die auf einen Regallautsprecher pochen haben eine aPriori zu Hause stehen?
Im Moment gibt es keinen Kompaktlautsprecher im Programm. Und auch keinen (teuren) kleinen Standlautsprecher wie die Prinz Bentheim. D.h. für Leute, die in kleineren Räumen hausen, gibt es wenig - nur die Magic Musica. Die entspricht aber qualitativ und preislich nicht dem typischen Myro-Kunden.

Und einen Nachfolger für die Whisky gibt es auch nicht, d.h. einen relativ kompakten Studiomonitor. Das ist eine wichtige Lücke im Programm.
Damit wird auch die ganze Studio-Beschallung komplett außen vor gelassen, obwohl sie eigentlich ein sehr interessanter Markt wäre. Ich würde mich sogar mehr auf die Profis als auf Hifi konzentrieren.

Wollte ich die Ocean austauschen, dann würde ich im heutigen Programm nicht mehr fündig - und würde einen anderen Hersteller wählen. Ich kann meine Bedürfnisse so ungewöhnlich nicht finden. Denn die Ocean funktioniert als Super-Lautsprecher auch noch in relativ kleinen Räumen. Wie viele tun das auf dem Markt?
Sie sei in der Produktion zu teuer? Ja und, dann kostet der Nachfolger eben so viel, dass man trotzdem Gewinn macht. 25000 € sind nicht zuviel, denn andere Myros verkaufen sich auch in diesem Bereich.

Man kann dem Markt nichts aufzwingen, was man selbst für gut hält, denn der Kunde wird im üppigen Angebot leicht ausweichen. Und nur groß und klotzig (Amur, Xamboo, Time) zieht nicht. Das harmoniert mit vielen Einrichtungen nicht.
Im Endeffekt ist es also die Frage, ob man den Erfolg den eigenen Grundsätzen opfern will. Und mit den Konsequenzen muss man dann leben.
__________________
"Wer herausgeht, muß auch wieder hereinkommen."
Herbert Wehner
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  #43  
Alt 29.12.2013, 13:50
boxworld boxworld ist offline
 
Registriert seit: 23.06.2010
Beiträge: 4.471
Standard

Hallo Wolfram,

ich glaube nicht das ein Hersteller die grossen Verkaufsschlager aus dem Programm nimmt. Wenn jemand daran denkt eine Amur durch Diamant noch teurer zu machen kann nicht der Grund sein das sich die guenstigen Modelle besser verkaufen. Eine kleine Standbox wie die Bentheim nimmt man nicht grundlos aus dem Sortiment.

Gruss Marc
__________________
Windspiel-Audio
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  #44  
Alt 29.12.2013, 13:55
AIR AIR ist offline
-
 
Registriert seit: 01.12.2008
Beiträge: 2.143
Standard Marktgeschehen

.
Moin Wolfram,

um mit einem Produkt am Markt erfolgreich sein zu können, müssen viele Faktoren zusammen passen.

Folgende Fragen weisen ganz grundsätzlich den Weg:
  1. Was kann ich besonders gut?
  2. Gibt es eine Nachfrage für diese Leistung; und - wer fragt nach?
  3. Wer bin ich?
  4. Wo bin ich?
Ein wichtiger Aspekt ist: Alles was ich nicht selbst kann (mangels Fähigkeiten, mangels Kapital oder mangels Zeit) muss ich von anderen machen lassen.
- Und das kostet Geld, Zeit und verlangt ebenfalls gewisse Fähigkeiten und - es reduziert i.d.R. die Umsetzung eigener Fähigkeiten; - soll heißen, andere bestimmen wesentlich was getan wird und wie es getan wird.

zu 1.) Wenn ich nur durchschnittliche Leistungen bringe, bin ich austauschbar, als Person und meine Produkte sind es auch. Durchschnitt wird von ökonomisch gut durchgestylten und mit reichlich Kapital ausgestatteten Firmen entwickelt, produziert und vermarktet. Dagegen hat ein kleines Unternehmen keine Chance.

zu 2.) Wenn meine Leistungen von der Masse der Bevölkerung nachgefragt werden, muss ich den Massenmarkt erreichen und muss in der Lage sein Masse liefern zu können. Welche Unternehmensform und -Größe dafür erforderlich ist, ist klar. Wenn man diesen Weg gehen möchte, braucht man starke Partner, wird jedoch selbst nur eine kleine Rolle spielen und eher fremdbestimmt handeln müssen.
Wird meine Leistung von einer speziellen Kundengruppe nachgefragt, ist zu prüfen, ob diese durch gezielte Kommunikation und Werbung erreicht werden kann. Wenn nicht, dann gelten die Gesetzte des Massenmarktes mit den o.g. Konsequenzen.

zu 3.) Hier ist das persönliche finanzielle, ökonomische Potenzial zu definieren sowie die Fähigkeit und die Bereitschaft selbständig oder in Abhängigkeit zu arbeiten. Hinzu kommt das eigene gesundheitliche, psychische Potenzial und die Frage, inwieweit man sich selbst verwirklichen will, sich selbst und seine Fähigkeiten entwickeln will.

zu 4.) Wo lebe ich, wo möchte ich mein Leben verbringen? Welche Möglichkeiten bietet mit mein Lebensraum in Bezug auf die ökonomischen Rahmenbedingungen. Der Ort, an dem man günstig mieten und produzieren kann, ist i.d.R. nicht der Ort mit einer hohen Kaufkraft.
Bin ich mit meinem Konzept regional gebunden oder überregional orientiert?
Was hat welche Konsequenzen zur Folge?

Die hier beschriebenen Abwägungen tangieren nur einen Teil der Aspekte, die in der realen Komplexität wirken. Es ist also alles noch viel komplizierter.

Der Markt gliedert sich zunehmend in drei Käufergruppen.
  1. Leute, die sich einen dekorativen Einrichtungsgegenstand kaufen möchten, aus dem Musik heraus kommt.
  2. Leute, die aus technischem oder musikalischem Interesse an einer hochwertigen Reproduktion von Musik interessiert sind.
  3. Leute, die an alten Gewohnheiten hängen, zu denen eben auch Hifi-Geräte gehören.
Da nicht alles Schwarz oder Weiß ist, hat jeder Mensch natürlich sein individuelles Profil, jedoch in der Regel mit deutlich erkennbarem Schwerpunkt.


Ich liste all dieses hier auf, um einen kleinen Einblick in die Hintergründe zu bekommen, die letztendlich bestimmen, wer was wann wo wie usw. macht.

Meine persönliche Erkenntnis aus 26 Jahren Markterfahrung und fast genauso langer Selbständigkeit ist:

Ich führe mein Unternehmen möglichst selbstbestimmt in einer kleinen kostengünstigen und flexiblen Struktur.
Ich baue die besten Produkte, die ich schaffen kann, weil nur dies meine Daseinsberechtigung am Markt ist.
Ich bediene damit Kunden, die diese Leistung honorieren wollen und können.
Dazu bin ich überregional aktiv.

Die passendsten Produkte zu diesem Konzept, die bezogen auf meine Unternehmensstruktur Sinn machen und - wen wundert's - auch am meisten nachgefragt werden, sind bisher Whisky, AMUR und TIME, also keine zugunsten irgendwelcher Forderungen abgespeckten Produkte, sondern die Teile, die echte Meilensteine sind.

Die Zeya und mögliche weitere neue Produkte werde ich so konsequent wie möglich für die angestrebten Ziele kreieren.
Es wird also eine neue eigene sehr konsequente Produktfamilie geben und es wird Produkte geben, die ich im Rahmen von Kooperationen oder Auftragsarbeiten entwickeln werde, in die bis zu einem gewissen Grad auch die Anforderungen der Partner eingehen werden.

Die AMUR wird übrigens auf Anhieb viel besser angenommen als die OCEAN. Das hat zwei ganz simple Gründe. Erstens die Höhe des Gehäuses und zweitens die Membrandurchmesser der Tieftöner. Über beide Schallwandler kann man wunderbar Musik hören. Bei der OCEAN kann man den Bass, den man hört aber nicht sehen, und das irritiert so manchen Zeitgenossen. Und die Leute, die schlanke Formen mögen, wollen dies aber nur bis zu einer Höhe von max. 1 m.
Das macht so einem fantastischen Schallwandler das ökonomische Leben schwer. Bei der AMUR hingegen passt vieles gut zusammen.
Im Sinne der zukünftigen Produktlinie bekommt die AMUR zur Aufwertung den Diamanthochtöner.

Gruß
AIR


PS: Bei der AMUR hat dann nur noch eines von vier Chassis eine Keramikmembran
__________________
gewerblicher Teilnehmer
www.weidlich-audio.de
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  #45  
Alt 18.12.2015, 01:53
Wonneproppen Wonneproppen ist offline
Missetäter
 
Registriert seit: 19.12.2013
Beiträge: 3.307
Standard

Zitat:
Zitat von pp.dummy Beitrag anzeigen
Darum, was fehlt aktuell: die Myro Zeya

Der kleine Bruder des Amur (Der Zeya ist ein Zufluß zum Amur) in peppigen Designs für maximal 11 000 € mit einem Bass-Chassis weniger. Ansonsten alles Gleich.
Na, das wär doch mal was!
gruß Rudi
Auch ein schlichtes Design muss nicht hässlich sein.

__________________
"Wer herausgeht, muß auch wieder hereinkommen."
Herbert Wehner
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