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KH - Kopfhörer - Testberichte & Rezensionen Hier können Forenteilnehmer ihre Kopfhörer Hörerfahrungen einstellen

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  #1  
Alt 20.01.2018, 19:15
fidelio fidelio ist offline
 
Registriert seit: 18.10.2015
Beiträge: 722
Standard Test QUESTYLE QP2R & HB2

Hallo zusammen,

heute rezensiere ich für euch den neuen QP2R des chinesischen Herstellers QUESTYLE AUDIO in Verbindung mit dem brandaktuellen HIFI Hub-System HB2, welches die Anbindung an heimische Komponenten neuerdings wesentlich vereinfacht. Vielen Dank an dieser Stelle noch einmal an Markus Nagler vom deutschen Importeur NT-Global für die zeitnahe Bereitstellung der entsprechenden Testgeräte.

Im Gegensatz zu vielen anderen digitalen Audio Playern, welche mit teils üppigen Features aufwarten, besticht der QP2R, wie bereits sein direkter Vorgänger, vorwiegend durch seine klanglichen Qualitäten. Also keine WLAN-Anbindung. Kein Streaming. Kein Touchscreen. Kein Bluetooth. Keine Nespresso-Aufbrüheinrichtung. Der QUESTYLE ist und bleibt ein Einzelgänger.

Damit polarisiert der kleine DAP und spaltet naturgemäß die Lager der potentiellen Interessenten. Ausstattungsfetischisten wenden sich mit Grauen ab und werden bei den allermeisten übrigen Anbietern höchstwahrscheinlich besser bedient sein. Klangpuristen dagegen erfreuen sich an den ausgefeilten technischen Finessen des QUESTYLE und werden zudem mit einem alles überragenden Klang belohnt. Soviel kann ich an dieser Stelle schon einmal verraten.

Verarbeitung & Ausstattung

Der QP2R wird in einer mattschwarzen Kartonage mit eingraviertem QUESTYLE Schriftzug ausgeliefert. Die Ausstattung beschränkt sich neben dem eigentlichen Gerät allerdings nur auf einige, wenige Utensilien. Eine kurze Quick-Start Anleitung, eine schwarze Samttasche zur Aufbewahrung des noblen Kleinods, ein USB-C Kabel sowie ein Adapter für den optischen Digitalausgang – und das war’s dann auch schon in Sachen Zubehör. Ach, fast hätte ich noch die Klebefolien zum Aufbringen auf das schon berühmt-berüchtigte Scrollrad vergessen. Dazu später aber mehr.

Die entsprechende Docking-Station ist gleichermaßen rudimentär ausgestattet wie der QUESTYLE-DAP. Sie wird lediglich ergänzt durch eine recht schmucklose schwarze Universal-Fernbedienung sowie die obligatorische Bedienungsanleitung im Inneren der gleichsam schwarzen Aufbewahrungsbox.

Die Verarbeitung beider Komponenten ist dagegen wieder einmal nur als absolut herausragend zu bezeichnen. Der bei FOXCONN produzierte QP2R beeindruckt dabei nicht nur durch ein einteiliges und solides Aluminiumgehäuse mit schwarz verglasten und nahtlos eingelassenen Vorder- und Rückseiten aus widerstandsfähigem Gorilla-Glas.

Der QUESTYLE besticht ebenso durch seine inneren Qualitäten. Denn auch die elektronischen Bauteile sind von ganz erlesener Güte. F95 Tantalum Kondensatoren, ALPS Encoder oder Widerstände von DALE, zeugen beispielhaft von dem Bestreben der chinesischen Manufaktur nach einer optimalen klanglichen Performance.

Die rein mechanischen Drucktasten auf den Seitenflächen des QUESTYLE reagieren ferner mit perfektem Druckpunkt und regeln erstmalig alle grundsätzlichen Funktionen bei der Musikwiedergabe wie Play/Pause, Vor- und Rücksprung sowie natürlich die einzelnen Power-Modi. Ein längerer Druck schaltet das Gerät ein oder aus, eine kurze Betätigung regelt die Display-Beleuchtung beziehungsweise den Stand-By Betrieb.

Sowohl der auf der Oberseite befindliche Lautstärkeregler, natürlich ebenfalls aus edlem Leichtmetall gefertigt, als auch das prominent angebrachte Scrollrad auf der Vorderseite des QP2R wurden im Vergleich zum QP1R zwischenzeitlich funktional verbessert und lassen sich nun sehr viel leichtgängiger bedienen.

Während der obige Reglerknopf dabei aber durch eine nochmalig verfeinerte Rasterung aufwartet, gewinnt beim neu konstruierten Drehteller leider auch beim neuen QP2R die Gleitreibung vor der Haftreibung zumeist die Oberhand und konterkariert demzufolge das eigentlich durchdachte Bedienkonzept. Es ist mir ein Rätsel, warum die umtriebigen Chinesen, beispielsweise durch eine gröbere Strukturierung der Scrollrad-Oberfläche, diesbezüglich nicht schon längst Abhilfe geschaffen haben. Denn die Folienlösung halte ich persönlich für eher inakzeptabel.

Glücklicherweise wird das unsägliche Drehrad in der Praxis nicht unbedingt zwingend benötigt, weil vier unterhalb des hochauflösenden IPS Displays angebrachte, sensitive Touch-Buttons die Menüführung problemlos übernehmen können. Durch das verhältnismäßig kleine Display mit einer Diagonalen von lediglich 60 mm gerät die Informationsdichte auf dem Bildschirm aber leider nach wie vor etwas zu hoch, was geradezu winzige Schriftgrößen zur Folge hat. Hier gibt es IMO also ebenso noch genügend Verbesserungspotential.

Das HIFI Hub Modul HB2 steht dem DAP von QUESTYLE verarbeitungstechnisch in absolut nichts nach. Das aus einem Aluminiumblock CNC-gefräste Dock ist überdies mit extrem soliden Chinchbuchsen versehen und nimmt über selbige entweder direkten Kontakt mit analogen Spielpartnern aus der Verstärkersektion auf, oder schickt digitale Signale auf dem coaxialen Wege an entsprechend digitale Wandlereinheiten. Die bereits erwähnte Möglichkeit der Fernbedienung des DAP erleichtert die Einbindung in eine schon bestehende audiophile Infrastruktur dabei ganz erheblich.

Der QUESTYLE QP2R verarbeitet selbstverständlich alle aktuellen Musikformate wie MP3, WMA, ALAC, AIFF, FLAC (bis 32/384 Bit/kHz) sowie DSD256 (1 Bit und 11,2 MHz). Neben einem 3,5 mm Kopfhörerausgang verfügt er zudem über eine symmetrische 2,5 mm Buchse sowie einen optischen Digitalausgang. Der interne Speicher von jetzt 64 GB lässt sich über eine Micro-SD-Karte laut Aussage des Herstellers um maximal 256 GB erweitern. Mit einer Akkukapazität von 3.700 mAh beläuft sich die durchschnittliche Laufzeit auf 9-10 Stunden, trotz stromzehrenden Class-A Betriebes.

Der HIGH-END Bonsai lässt sich zudem sehr einfach und schnell mit musikalischer Kost versorgen, da der jeweilig angeschlossene Datenlieferant, in diesem Falle mein iMAC, vom QUESTYLE Player umgehend erkannt wird. Es empfiehlt sich allerdings, insbesondere bei größeren Musiksammlungen, bereits auf dem heimischen Computer eine entsprechende Bibliothek anzulegen, um später auf dem QP2R nicht zu schnell die Übersicht zu verlieren.

Bleibt vielleicht noch zu erwähnen, dass der QP2R selbstverständlich auch als reiner Stand-Alone-DAC betrieben werden kann. Weitere Informationen bezüglich der übrigen Ausstattung des QP2R erhaltet ihr auf den Seiten des Herstellers: http://www.questyleaudio.com/index.php/product/qp2r oder beim deutschen Importeur: https://nt-global.de/mobileaudioplayer/qp2r/

Technik

Die nahezu perfekte technische Architektur des QUESTYLE QP2R zaubert zweifellos jedem ambitionierten Ingenieur ein Lächeln ins Gesicht. Denn seitens des Herstellers wurde wirklich alles Erdenkliche unternommen, um den QP2R klanglich zu perfektionieren und ein State-of-the-Art Produkt in dieser Kategorie zu schaffen.

Bereits die Wandlersektion des QUESTYLE weist einige Besonderheiten auf. Eine patentierte 3-fache asynchrone Taktstruktur verbessert das Taktzittern (Jitter) auf ein nicht mehr messbares Maß. DSD-Dateien werden zudem originalgetreu ohne interne Wandlung nativ im Bitstream verarbeitet. Dadurch bedingt bleibt die vollständige Bandbreite des Musiksignals erhalten. Als DAC-Chipsatz für die Wandlung der sensiblen Digitaldaten kommt ein AKM AK4490 zum Einsatz. IMO eine sehr gute Wahl.

Durch die ebenfalls patentierte CMA Verstärkertechnologie (Current-Mode-Amplification) wartet der QUESTYLE QP2R nicht nur mit sehr niedrigen Verzerrungswerten auf, sondern überzeugt auch durch eine extrem geringe Ausgangsimpedanz von lediglich 0,1 Ohm. Daraus resultiert ein hoher elektrischer Dämpfungsfaktor, was theoretisch eine perfekte Membrankontrolle des jeweiligen Spielpartners verspricht.

Außerdem ist der kleine DAP in der Lage, bei dynamischen musikalischen Spitzen für diese Gerätegattung relativ hohe Stromreserven zu mobilisieren. Denn der QP2R wurde in einem stringent vollsymmetrischen Verstärkerdesign konstruiert. Und im Gegensatz zu vielen anderen Herstellern, welche für den „Balanced“ Betrieb zumeist nur eine einzige Verstärkerstufe verwenden, setzt QUESTYLE auf eine identische zweite Einheit.

Pro Kanal wird somit jeweils ein separates CMA-Verstärkermodul-Paar verwendet. Jeder Millimeter der gespiegelt angeordneten symmetrischen Platinen wurde dabei tatsächlich restlos ausgenutzt. Aus Platzgründen musste konsequenterweise allerdings auch ein Karten-Slot im Vergleich zum QP1R eingespart werden. Dies ist natürlich sehr bedauerlich.

Eine integrierte und 2-stufig einstellbare BIAS-Kontrolle sorgt zudem für einen stetigen Betrieb in einem puren Class-A Modus als Voraussetzung für die Einhaltung von stabilen Kennlinien. Das LINUX-basierte Betriebssystem des QP2R, sowie das relativ kleine Display senken darüber hinaus den Stromverbrauch und verbessern gleichsam Stabilität und Zuverlässigkeit von Hard- und Software.

Das HIFI Hub-System HB2 dient dem QP2R zu guter Letzt nicht nur als praktische Ladestation, sondern versorgt eine potentielle und highfidele Peripherie mit veritablen Andockmöglichkeiten.

Vorbereitung

Um den QUESTYLE QP2R klanglich besser in sein direktes Mitbewerberumfeld einordnen zu können, vergleiche ich selbigen nicht nur mit dem hausinternen Vorgänger QP1R, sondern außerdem auch mit dem von mir bereits zu einem früheren Zeitpunkt rezensierten ASTELL&KERN KANN.

Als Spielpartner wähle ich mobiltaugliche und preislich zunächst auch adäquate Kopfhörer für meinen Test aus. Der leistungssensitive In-Ear Zwerg CARDAS A8 30th. Anniversary (399,- €) sowie der eher etwas unempfindliche MRSPEAKERS AEON FLOW C (999,- €) versuchen die musikalischen Qualitäten des QP2R in der unsymmetrischen Betriebsart zu ergründen. Der AUDEZE Magnetostaten-Bonsai LCDi4 (2.999,- €) wird den QUESTYLE Player im Rahmen dieser Rezension aber schlussendlich auch vollsymmetrisch herausfordern, um dessen klanglichen Grenzbereich gänzlich auszuloten.

Selbstverständlich teste ich zudem das Zusammenspiel des DAP mit dem QUESTYLE Dock HB2. Denn natürlich bin ich auch neugierig, ob diese Verbindung eine stationäre HIGH-END Komponente tatsächlich vollumfänglich ersetzen kann.

Und wieder einmal dienen mir die wohlbekannten Verdächtigen aus Klassik, Jazz, Pop und Rock als klanglicher Maßstab zur Beurteilung der oben genannten Kombinationen. Referenztechnisch kommen dabei vorwiegend DSD-, FLAC- sowie AIFF-Formate zum Einsatz. Aber auch einige komprimierte AAC-Dateien eignen sich ab und an für einen gelegentlichen Hörcheck.

Klangtest

Den vollständigen Testbericht zum QUESTYLE QP2R findet ihr auf meinem Blog unter: http://musicalhead.de/2018/01/20/test-questyle-qp2r/

Lieben Gruß
Wolfgang
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  #2  
Alt 20.01.2018, 19:54
Nomax Nomax ist offline
 
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@FIDELIO.....KENNY G

NOMAX
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  #3  
Alt 21.01.2018, 10:45
fidelio fidelio ist offline
 
Registriert seit: 18.10.2015
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Hallo zusammen,

...wegen einiger Nachfragen hier ein kleines Update zur leistungstechnischen Anpassung des QP2R an die verschiedene Kopfhörermodelle - selbige ist in 3 Stufen einstellbar.😉

Lieben Gruß
Wolfgang
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  #4  
Alt 25.01.2018, 19:17
Multiplexer Multiplexer ist offline
 
Registriert seit: 02.01.2016
Beiträge: 116
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Hallo fidelio,

danke für den Test. Ich selber hatte den QP1R, klanglich schon sehr gut, von der Bedienung her eine Katastrophe, ich hoffe beim neuen Model wurde nachgebessert.
__________________
Gruß
Multiplexer

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Highlights:
IEM/KH: Audeze LCD-i4 , AKG K812 inkl. MESH, Focal Utopia
DAP: AK SP1000
KHV: MASS-Kobo 404S -> A modded by MPX
Streamer: Auralic Aries Mini mit Linear Netzteil
Hifi: Loewe Legro 1, Nakamichi RX-505E, Wilson Benesch ARC
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