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Kopfhörer und Dämpfungsfaktor

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    Kopfhörer und Dämpfungsfaktor

    Hallo zusammen,
    ich bin auf ein spezielles Problem, besser gesagt eine spezielle Eigenschaft bei einigen Kopfhörern gestoßen, welche mir Kopfzerbrechen bereitet. Da mir euer Forum ausgesprochen kompetent erscheint, hoffe ich hier eine Antwort zu finden.
    Vorwort: ich bin in meiner Freizeit als Tontechniker tätig, mein Spezialgebiet sind Jazz, Ethno und geistliche Musik. Vorwiegend kleiner Besetzungen, hin und wieder aber auch größere Chöre. Bisher habe ich für meine Aufnahmen (immer live vor Publikum) immer ein stilles Kämmerlein zwecks Anhöre verwendet. Nun habe ich mir einen Kopfhörer zulegt, Beyerdynamic DT770 pro/250. Nach einigen intensiven Tests habe ich mich für diesen entschieden, weil er mir bei meine Musikrichtung am meisten von den wesentlichen Punkten aufzeigt, mehr als der AKG K271. Ich weis das dies kein High-End Hörer ist, aber ich brauche ihn lediglich zur Kontrolle. Stax kannte ich übrigens schon vor mehr als 20 Jahren, und Sennheiser ist mir auch wohlbekannt. Will sagen, das ich weis warum ich mir den DT770 gekauft habe. Bin ansonsten kein "Kopfhörer" (Quadratschädel).
    Zum Thema: der Betrieb am Audiointerface (Motu) war tadellos, die Kombination erfüllt ihren Zweck. Da ich jedoch auch im Bereich Pro-Audio-Elektronik (hauptsächlich Mik-Preamps und Monitore) tätig bin, reizte mich schon immer ein richtig guter Kopfhörerverstärker, wie Lehmann, Lake-People oder SPL. Diese habe ich zwar noch nicht gehört, aber die Schaltungstechniken sagen mir was, und es klingt sehr vielversprechend. Aus der Verstärkertechnik weis ich wie sich der "Dämpfungsfaktor" definiert und welche Bedeutung dieser hat, vor allem in der Verbindung Verstärker-Lautsprecher. Insofern habe ich, ohne da großartig drüber nachzudenken, dies automatisch auch auf die Verbindung Verstärker-Kopfhörer projeziert.

    Jetzt habe ich so meine Zweifel. Mir wurde freundlicherweise ein Beyerdynamic A20 Leihweise zur Verfügung gestellt, und da wurde meine bisherige Annahme auf den Kopf gestellt. Zuerst habe ich den natürlich mit dem verbauten Phone-Amp im Interface verglichen. Kurzum, der Unterschied war so deutlich, das sich jegliche Diskussion erübrigt. Und nicht nur das, der Kopfhörer mutierte plötzlich zur "akustischen Lupe" mit audiophilen Eigenschaften, welche mir noch wesentlich deutlicher zeigt ob meine Aufnahmen ok sind oder nicht. Vor allem zeigt er auch sofort auf was nicht ok ist. Und der unangenehme Druck war weg. Ich vergaß fast das ich einen Kopfhörer aufhatte. Nun wollte ich auch wissen wie er sich gegen einen richtig guten, auch diskret aufgebauten Preamp schlägt, und schloss die Kombination zum Vergleich an meine große Abhöranlage an. Da der verwendet Line Amp Kopfhörerfähig ist - http://www.amb.org/audio/alpha20/ - habe ich mit einem Cinch-Klinke Adapter den Vergleich zum A20 gestartet. Und ich wurde zunächst schwer entäuscht - von meinem Line-Amp! Da war kein Raum, alles schien aufeinmal auf mich einzubrüllen - Charles Mingus, The Clown - Echos in den Stimmen waren weg! Zwar hörte man das da eine höherwertige Elektronik werkelte als im A20 - Dynamik, Klangfarben und Auflösung waren schon besser, aber alles wurde desaströs serviert. Ich war entäuscht.
    Nach etwas Luftholen habe ich mir weiter Infos zum A20 angesehen, und stieß dabei auf den Hinweis mit einem 100 Ohm Widerstand im Ausgang! Nanu, Anpassung? Das kenne ich doch irgendwo her. Was ist dann mit dem Dämpungsfaktor? Alles Humbug? Gibt ja auch hervorragende Endstufen mit Übertrager, da spielt der Dämpfungsfaktor ja auch eine untergeordnete Rolle. Also Flugs zwei 75 Ohm Widerstände eingelötet (100 Ohm hatte ich grad nicht zur Hand), Kopfhörer aufgesetzt, und meine Welt war wieder in Ordnung. Auf einmal konnte auch mein Line-Amp den Raum auflösen, Echos stimmten wieder, und die Musiker hatten alle ihren festen Platz, natürlich mit dem Solisten vorne. Jetzt spielte mein Line-Amp sogar etwas (wirklich nur etwas) besser als der A20. Um eventuelle Unklarheiten zu vermeiden habe ich diesen Vergleich mehrmals über zwei Wochen durchgeführt - die Eindrücke verfestigten sich mehr und mehr.

    Nun, ich weis das ich so ein Ergebniss nicht beliebig übertragen kann. Ich denke das so eine Anpassung Produktspezifisch ist. Ob das jetzt am Phone-Amp oder am Kopfhörer liegt, oder an beiden - ich weis es nicht. Demgegenüber gibt es einen Kopfhörerverstärker von Teac - http://www.teac-audio.eu/de/produkte/ha-501-90512.html - der sogar einen variablen Dämpfungsfaktor an Bord hat. Scheint also was dran zu sein an diesem Thema.

    Und nun zur Frage: wie ist eure Erfahrung damit? Gerade die Lake-People (und damit auch Violectric), Lehman und SPL Geräte werben ja mit ihrem sehr geringen Ausgangswiderstand (z. T. 0,1 Ohm). Auch mein Line-Amp gibt damit an. Kann es sein das es mit der Art der Elektronik abhängt? Oder ist das ein Ding des Kopfhörers? Hat schon mal jemand an so einem Phone-Amp was mit Anpassung probiert? Wenn ja, mit welchem Kopfhörern?

    Bin gespannt was Ihr für Antworten auf Lager habt...

    Gruß aus den Alpen

    #2
    Hallo,

    die Beyerdynamik laufen auch um die 100 Ohm am Ausgang recht ordentlich.
    Wenn ein KHV eine hervorragende Qualität hat dann klingen die Beyerdynnamik aber auch an 1 Ohm oder 2 Ohm-Ausgängen um mal einen Größenprdnung zu nennen hervorragend!!

    Der Link hier ist auch ganz interessant zu dem Thema:

    http://www.open-end-music.de/vb3/sho...5&postcount=95

    Grüße Truesound
    Wer in Zukunft nur noch mit der Maus wild herumklickt und irgend etwas erzeugt, von dem er garnicht wissen will, wie es zu Stande kommt, ist leider nur ein Anfänger in einer Welt, in der alles schon einmal da war -auch Fachleute. (Karl-Hermann von Behren)

    Kommentar


      #3
      Hallo Truesound,
      Danke für die Antwort und den Link.
      Mit dem Text im Link habe ich jedoch ein Problem. Dort steht:
      "Ein (geschirmtes) Kabel hat nicht nur einen ohmschen Widerstand sondern auch kapazitive und induktive Komponenten.
      Damit muss der Ausgang eines Gerätes umgehen können !!"
      Volle Zustimmung. Es gibt eben immer mehrere Parameter, welche für eine harmonische Funktion eines Gerätes berücksichtigt aun entsprechend gewichtet werden wollen. Es gibt eben nie nur "diesen" einen Parameter.
      Der Schlussatz hört sich allerdings wieder nach einer Verallgemeinerung an:
      "Wenn der KHV allerdings einen üppigen Ausgangswiderstand haben sollte, dann kann es über die Interaktion Ausgangswiderstand - Kabelwiderstand - Kapselwiderstand und die zughörigen komplexen Lasten bei unterschiedlichen Lautstärken und Frequenzen zu deutlich hörbaren Effekten kommen, die durchaus als angenehm empfunden werden können."

      In meinem spezielen Fall habe ich den Vorteil, das ich nicht irgendeine Aufnahme höre, sondern eine bei der ich das Original kenne. Und wenn ich plötzlich in der Lage bin sogar die Marke des Hallmoduls (egal ob Hardware oder Software) zu erkennen, dann kann man ja wohl kaum von angenehmen Sound sprechen. Es liegt mir fern die 100 Ohm Geschichte zu verallgemeinern. Alles, nur das nicht!

      Die Erklärung zu den Kabeln hat mich jedoch auf eine andere Idee gebracht. Mein Preamp hat eine sehr hohe SlewRate (137 Volt/uS) und eine Bandbreite von über 2 MHz. Möglicherweise liegt hier das Problem, und ein solcher "Anpassungswiderstand" hilft lediglich diese Probleme (Schwingneigung) zu vermeiden. So etwas macht man um ein Produkt möglichst breitbandig einsetzen zu können. Dann ist es quasi eine technische Krücke. Aber hier gibt es andere (bessere) Möglichkeiten. Mal schauen was ich da ausgraben kann.

      Trotzdem wäre ich um weiteres Feedback auch anderer Teilnehmer dankbar

      Kommentar


        #4
        Zitat von Suedalpler Beitrag anzeigen
        Hallo Truesound,
        Danke für die Antwort und den Link.
        Mit dem Text im Link habe ich jedoch ein Problem. Dort steht:
        "Ein (geschirmtes) Kabel hat nicht nur einen ohmschen Widerstand sondern auch kapazitive und induktive Komponenten.
        Damit muss der Ausgang eines Gerätes umgehen können !!"
        Volle Zustimmung. Es gibt eben immer mehrere Parameter, welche für eine harmonische Funktion eines Gerätes berücksichtigt aun entsprechend gewichtet werden wollen. Es gibt eben nie nur "diesen" einen Parameter.
        Der Schlussatz hört sich allerdings wieder nach einer Verallgemeinerung an:
        "Wenn der KHV allerdings einen üppigen Ausgangswiderstand haben sollte, dann kann es über die Interaktion Ausgangswiderstand - Kabelwiderstand - Kapselwiderstand und die zughörigen komplexen Lasten bei unterschiedlichen Lautstärken und Frequenzen zu deutlich hörbaren Effekten kommen, die durchaus als angenehm empfunden werden können."

        In meinem spezielen Fall habe ich den Vorteil, das ich nicht irgendeine Aufnahme höre, sondern eine bei der ich das Original kenne. Und wenn ich plötzlich in der Lage bin sogar die Marke des Hallmoduls (egal ob Hardware oder Software) zu erkennen, dann kann man ja wohl kaum von angenehmen Sound sprechen. Es liegt mir fern die 100 Ohm Geschichte zu verallgemeinern. Alles, nur das nicht!

        Die Erklärung zu den Kabeln hat mich jedoch auf eine andere Idee gebracht. Mein Preamp hat eine sehr hohe SlewRate (137 Volt/uS) und eine Bandbreite von über 2 MHz. Möglicherweise liegt hier das Problem, und ein solcher "Anpassungswiderstand" hilft lediglich diese Probleme (Schwingneigung) zu vermeiden. So etwas macht man um ein Produkt möglichst breitbandig einsetzen zu können. Dann ist es quasi eine technische Krücke. Aber hier gibt es andere (bessere) Möglichkeiten. Mal schauen was ich da ausgraben kann.

        Trotzdem wäre ich um weiteres Feedback auch anderer Teilnehmer dankbar


        Da kann man jetzt nur Mutmaßen was dein Preamp machte ohne diesem einer Messung zu unterziehen...man kann jetzt herumprobieren ohne Ende...wäre aber das Pferd von hinten aufzäumen zu wollen....
        Der Autor des verlinkten Inhaltes ist übrignes Fried Reim von Violectric/Lake People und sein V 200 KHV ist auch nicht schlecht geraten...

        Wie gesagt die Beyerdynamik KH´s laufen an Ausgangswiderständen von 100 Ohm sehr ordentlich....
        Wer in Zukunft nur noch mit der Maus wild herumklickt und irgend etwas erzeugt, von dem er garnicht wissen will, wie es zu Stande kommt, ist leider nur ein Anfänger in einer Welt, in der alles schon einmal da war -auch Fachleute. (Karl-Hermann von Behren)

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          #5
          Jep, da ist was Faul an der Kiste. Komischerweise läufts über die Endstufe/Lautsprecher hervorragend. Wenn ich herausfinde was es ist, werde ich es hier posten. Aber letzendlich war der Preamp eh nicht als KHV gedacht.
          Offensichtlich scheinen die Beyerdynamic Kopfhörer ein Sonderfall zu sein. Der Test des Violectric HPA V181 zeigte ja auch Probleme mit dem T1/600Ohm, welche mit dem Beyerdynamic A1 nicht auftreten. Dagegen lief der DT880/250Ohm einwandfrei. Also scheinen die bis zu einer gewissen Impedanz mit der eigenen niedrigen Ausgangsimpedanz klar zu kommen. Der DT880 ist ja lediglich der offene Pedant zum geschlossenen DT770.

          Die Lake People KHVs habe ich schon seit geraumer Zeit im Auge. Das gesamte Konzept wirkt überzeugend. Werd mir den kleinen mal genauer ansehen.

          Gruß aus den Alpen

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            #6
            Zitat von Suedalpler Beitrag anzeigen
            Der Test des Violectric HPA V181 zeigte ja auch Probleme mit dem T1/600Ohm, welche mit dem Beyerdynamic A1 nicht auftreten. Dagegen lief der DT880/250Ohm einwandfrei.

            Gruß aus den Alpen
            Welche Probleme waren das? Bei mir läuft der T 1 an einem Funk LPA-2a der um die 2 Ohm hat einwandfrei...

            Grüße Truesound
            Wer in Zukunft nur noch mit der Maus wild herumklickt und irgend etwas erzeugt, von dem er garnicht wissen will, wie es zu Stande kommt, ist leider nur ein Anfänger in einer Welt, in der alles schon einmal da war -auch Fachleute. (Karl-Hermann von Behren)

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              #7
              Hallo Truesound,
              ähm, Probleme ist wohl zuviel gesagt. Im Test von lotusblüte des HPA V181 schreibt dieser, das einzig der T1/600 Ohm (gibt es auch eine andere Variante?) am HPA V181 nicht so souverän aufspielt wie der Rest der Probanden im Gegensatz zum Hauseigenen A1.

              Wie ich schon schrieb, man kann eine Schwingneigung mit einem solchen Ausgangswiderstand lösen, oder aber mit einem speziellen LR-Glied. Bei letzerem kommt man mit einem wesentlich geringerem Widerstandswert aus (1-10 Ohm, was zusammen mit der parallelgeschalten Induktivität nochmals weniger wird), was der Kontrolle als auch der Dynamik zugute kommt. Dann habe ich ins dem Datenblatt des LM 1876 geschaut (ist im G103 verbaut), da wird vom Chiphersteller genau so etwas empfohlen. Und ich meine auch so etwas auf den Fotos des G103 zu erkennen.

              Damit ist für mich der Fall eigentlich klar. Zumindest Lake People und Violectric haben das Problem gelöst wie es sich gehört.

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                #8
                Das hat mit einer alten Norm zu tun. Alle Kopfhörer von Beyer wurden an dieser Impedanz (100Ohm) optimiert. Man hatte früher keine extra Kopfhörerverstärker und wollte, dass die Kopfhörer immer funkionierten. Der positive Effekt war, dass die niederohmigen Kopfhörer nun nicht irre laut wurden bei einem Ausgangspegel von z.B. 1,0 V. Für einen 600 Ohm-Hörer ändert sich nicht viel in der Lautstärke, ob die Quelle 120 Ohm oder 0 Ohm Innenwiderstand hat. Für einen 8 Ohm Hörer aber jede Menge. Der wird dann beträchtlich leiser und der Pegel am Verstärker muss bei 120 Ohm schon deutlich aufgedreht werden. Und erinnern wir uns: der vor 30 Jahren so beliebte Sennheiser HD414 hatte eine Impedanz von 2 kOhm, wenn ich mich recht erinnere. So sind die Kopfhörer erstmal wesentlich gleichmäßiger im Wiedergabepegel an solchen relativ hochohmigen Kopfhörerausgängen.

                Der Generatoreffekt ist bei den meisten Kopfhörern sehr schlecht, nicht zu vergleichen mit Lautsprechern. Daher ist die Auswirkung auf den Kopfhörer durch die Impedanz des Kopfhörerverstärkers ebenfalls geringer als bei den heute üblichen Lautsprechern. Dämpfungsfaktoren von mehr als 20 machen keine nennenswerten Unterschiede mehr.

                Beim Frequenzgang ist es hauptsächlich der Bass, der vom Innenwiderstand der Signalquelle abhängig ist. Das gleiche Prinzip wie oben. Hat der Kopfhörer aber eine deutlich höhere Impedanz bei niedrigen Frequenzen, so wird bei absolut linearem O-Ohm-Ausgang ebenfalls keine Auswirkung merkbar. Jetzt bei hochohmigem Ausgang: der Kopfhörer bekommt bei niedrigen Frequenzen durch die geringere Belastung des Kopfhörerverstärkers mehr Pegel, da der Spannungsabfall am Innenwiderstand des KHV geringer ausfällt. Das bedeutet: mehr Bass am hochohmigen Ausgang. Für den T1 können das schon mal 1-2 dB im Bass werden. Ein Impedanzschrieb über die Frequenz zeigt sehr schnell, was ich von einem Kopfhörer bei verschiedenen Verstärker-Impedanzen erwarten kann.

                Der Effekt ist bei manchen Lautsprechern an Röhren-Endstufen und deren entsprechend höheren Ausgangsimpedanzen ja oft beschrieben.

                Der T 1 geht im Tieftonbereich in der Impedanz mächtig hoch!!!
                http://www.innerfidelity.com/images/BeyerdynamicT1.pdf

                Der DT 880 600 Ohm ist eher konstant hoch in der Impedanz

                http://www.innerfidelity.com/images/...T880600ohm.pdf

                Beim DT 880 250 Ohm

                http://www.innerfidelity.com/images/...T880250ohm.pdf

                Der HD 800 von Sennheiser hat auch so ein "Höcker" im Tieftonbereich...
                http://www.innerfidelity.com/images/SennheiserHD800.pdf


                Diese höheren Impedanzen im Tieftonbereich bei den Kopfhörern ergeben grundsätzlich eine leichte Bassanhebung bei höherohmigen KHV´s gegenüber "0-Ohm-KHV´s".
                Zuletzt geändert von Truesound; 23.09.2013, 21:49.
                Wer in Zukunft nur noch mit der Maus wild herumklickt und irgend etwas erzeugt, von dem er garnicht wissen will, wie es zu Stande kommt, ist leider nur ein Anfänger in einer Welt, in der alles schon einmal da war -auch Fachleute. (Karl-Hermann von Behren)

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                  #9
                  Hallo Truesound,
                  deine Ausführung kann ich nachvollziehen. Ich denke aber das hier noch ein anderer Faktor mit eine Rolle spielt. Stichwort Generatoreffekt: beim Lautsprecher haben wir in der Regel 4 oder 8 Ohm, was bedeutet, das wir es mit geringen Spannungen, aber mit hohen Strömen zu tun haben. Die heutigen Kopfhörer, soweit ich das bis hierher verfolgt habe, liegen irgendwo zwischen 30 und 600 Ohm. Die meisten eher bis max. 300 Ohm. Haben wir beim Lautsprecher also einen Unterschied von Faktor 2, sind es beim Kopfhörer Faktor 20. Der Verstärker hat also einen wesentlich größeren Unterschied zu bewältigen - egal wie groß oder wie klein die absoluten Werte auch sein mögen. Und auch wenn, bedingt durch die immer populärer werdende OP-Verstärker, uns für den Betrieb des Verstärkers immer einfachere Formeln serviert werden, so bleibt die eigentliche Schaltung dennoch ein komplexes Gebilde, was auf unterschiedliche Bedingungen doch recht empfindlich reagieren kann. Erst recht wenn es sich um eine hochwertige Schaltung handelt, welche einen sehr weiten Frequenzgang und eine sehr hohe Slew-Rate aufweist. Ein einfacher KHV-OP für tragbare Geräte ist in der Regel intern schon so limitiert, da kannst du gar nichts falsch machen. Anders dagegen die hochwertigen Teile, egal ob diskret oder als OP. Wenn ein Verstärker also einen Frequenzgang von bis zu 2 MHz hat, so bedeutet das einerseits eine sehr hohe Slew-Rate (immer gut für neutralen Klang) aber auch die Gefahr das das angeschossene Kabel zur Antenne mutiert. Wenn das passiert, war die ganze Mühe für die Katz. Und hier kommt die Anpassung ins Spiel - und die hat wiederum ihre Grenzen, da der Lastwiderstand direkt in die Formel einfliest. Berechne ich den Filter z. B. auf ca. 250 kHz für einen 250 Ohm KH, so werden daraus ganz schnell ca 600 kHz bei einem 600 Ohm KH. Da wird es schon brenzlig. Und bei einem 80 Ohm Hörer sind es gar nur ca. 75 kHz - da bewegt sich die Phasendrehung des Filters schon langsam in den hörbaren Bereich. Dieser Effekt beginnt nämlich schon einige Oktaven tiefer. Alle Impedanzen gleich souverän abdecken wird kaum möglich sein.
                  Diese zusätzlichen Parameter können eine hochwertige Schaltung schon ganz schön aus dem Takt bringen. Von daher ist das Ergebnis des Violectric KHVs schon ganz schön beachtlich - wenn man noch dazu auf den Preis schaut sogar noch mehr als das.

                  Ich hoffe ich geh dir mit diesem Thema nicht auf die Nerven...

                  Ich hoffe für diese Parameter irgendwo eine Formel auftreiben zu können

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                    #10
                    Zitat von Suedalpler Beitrag anzeigen
                    Hallo Truesound,
                    deine Ausführung kann ich nachvollziehen. Ich denke aber das hier noch ein anderer Faktor mit eine Rolle spielt. Stichwort Generatoreffekt: beim Lautsprecher haben wir in der Regel 4 oder 8 Ohm, was bedeutet, das wir es mit geringen Spannungen, aber mit hohen Strömen zu tun haben. Die heutigen Kopfhörer, soweit ich das bis hierher verfolgt habe, liegen irgendwo zwischen 30 und 600 Ohm. Die meisten eher bis max. 300 Ohm. Haben wir beim Lautsprecher also einen Unterschied von Faktor 2, sind es beim Kopfhörer Faktor 20. Der Verstärker hat also einen wesentlich größeren Unterschied zu bewältigen - egal wie groß oder wie klein die absoluten Werte auch sein mögen. Und auch wenn, bedingt durch die immer populärer werdende OP-Verstärker, uns für den Betrieb des Verstärkers immer einfachere Formeln serviert werden, so bleibt die eigentliche Schaltung dennoch ein komplexes Gebilde, was auf unterschiedliche Bedingungen doch recht empfindlich reagieren kann. Erst recht wenn es sich um eine hochwertige Schaltung handelt, welche einen sehr weiten Frequenzgang und eine sehr hohe Slew-Rate aufweist. Ein einfacher KHV-OP für tragbare Geräte ist in der Regel intern schon so limitiert, da kannst du gar nichts falsch machen. Anders dagegen die hochwertigen Teile, egal ob diskret oder als OP. Wenn ein Verstärker also einen Frequenzgang von bis zu 2 MHz hat, so bedeutet das einerseits eine sehr hohe Slew-Rate (immer gut für neutralen Klang) aber auch die Gefahr das das angeschossene Kabel zur Antenne mutiert. Wenn das passiert, war die ganze Mühe für die Katz. Und hier kommt die Anpassung ins Spiel - und die hat wiederum ihre Grenzen, da der Lastwiderstand direkt in die Formel einfliest. Berechne ich den Filter z. B. auf ca. 250 kHz für einen 250 Ohm KH, so werden daraus ganz schnell ca 600 kHz bei einem 600 Ohm KH. Da wird es schon brenzlig. Und bei einem 80 Ohm Hörer sind es gar nur ca. 75 kHz - da bewegt sich die Phasendrehung des Filters schon langsam in den hörbaren Bereich. Dieser Effekt beginnt nämlich schon einige Oktaven tiefer. Alle Impedanzen gleich souverän abdecken wird kaum möglich sein.
                    Diese zusätzlichen Parameter können eine hochwertige Schaltung schon ganz schön aus dem Takt bringen. Von daher ist das Ergebnis des Violectric KHVs schon ganz schön beachtlich - wenn man noch dazu auf den Preis schaut sogar noch mehr als das.

                    Ich hoffe ich geh dir mit diesem Thema nicht auf die Nerven...

                    Ich hoffe für diese Parameter irgendwo eine Formel auftreiben zu können


                    Der von mir genannte ist erst mal der primäre am einfachsten hörbare Faktor. Bassanhebungen von 1-2dB sind sehr einfach wahrzunehmen.... Eine gute Breitbandigkeit hat schon seine Bedeutung, allerdings dürfen wir die Anforderungen von Musik nicht mit irgendwelchen hochfrequenten synthetischen Testsignalen. Es ist schon eine Menge wenn ein Verstärker bis 200 kHz hinauf auch noch wirklich linear arbeitet...
                    2MHz schön und gut aber sicher nicht mehr linear und gefährlich sich eher weitere Störungen in die Schaltung zu holen bzw. ungewollte Demodulationen von HF....
                    Zuletzt geändert von Truesound; 24.09.2013, 03:52.
                    Wer in Zukunft nur noch mit der Maus wild herumklickt und irgend etwas erzeugt, von dem er garnicht wissen will, wie es zu Stande kommt, ist leider nur ein Anfänger in einer Welt, in der alles schon einmal da war -auch Fachleute. (Karl-Hermann von Behren)

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                      #11
                      Zitat von Suedalpler Beitrag anzeigen
                      Hallo Truesound,
                      deine Ausführung kann ich nachvollziehen. Ich denke aber das hier noch ein anderer Faktor mit eine Rolle spielt. Stichwort Generatoreffekt: beim Lautsprecher haben wir in der Regel 4 oder 8 Ohm, was bedeutet, das wir es mit geringen Spannungen, aber mit hohen Strömen zu tun haben. Die heutigen Kopfhörer, soweit ich das bis hierher verfolgt habe, liegen irgendwo zwischen 30 und 600 Ohm. Die meisten eher bis max. 300 Ohm. Haben wir beim Lautsprecher also einen Unterschied von Faktor 2, sind es beim Kopfhörer Faktor 20. Der Verstärker hat also einen wesentlich größeren Unterschied zu bewältigen - egal wie groß oder wie klein die absoluten Werte auch sein mögen. Und auch wenn, bedingt durch die immer populärer werdende OP-Verstärker, uns für den Betrieb des Verstärkers immer einfachere Formeln serviert werden, so bleibt die eigentliche Schaltung dennoch ein komplexes Gebilde, was auf unterschiedliche Bedingungen doch recht empfindlich reagieren kann. Erst recht wenn es sich um eine hochwertige Schaltung handelt, welche einen sehr weiten Frequenzgang und eine sehr hohe Slew-Rate aufweist. Ein einfacher KHV-OP für tragbare Geräte ist in der Regel intern schon so limitiert, da kannst du gar nichts falsch machen. Anders dagegen die hochwertigen Teile, egal ob diskret oder als OP. Wenn ein Verstärker also einen Frequenzgang von bis zu 2 MHz hat, so bedeutet das einerseits eine sehr hohe Slew-Rate (immer gut für neutralen Klang) aber auch die Gefahr das das angeschossene Kabel zur Antenne mutiert. Wenn das passiert, war die ganze Mühe für die Katz. Und hier kommt die Anpassung ins Spiel - und die hat wiederum ihre Grenzen, da der Lastwiderstand direkt in die Formel einfliest. Berechne ich den Filter z. B. auf ca. 250 kHz für einen 250 Ohm KH, so werden daraus ganz schnell ca 600 kHz bei einem 600 Ohm KH. Da wird es schon brenzlig. Und bei einem 80 Ohm Hörer sind es gar nur ca. 75 kHz - da bewegt sich die Phasendrehung des Filters schon langsam in den hörbaren Bereich. Dieser Effekt beginnt nämlich schon einige Oktaven tiefer. Alle Impedanzen gleich souverän abdecken wird kaum möglich sein.
                      Diese zusätzlichen Parameter können eine hochwertige Schaltung schon ganz schön aus dem Takt bringen. Von daher ist das Ergebnis des Violectric KHVs schon ganz schön beachtlich - wenn man noch dazu auf den Preis schaut sogar noch mehr als das.

                      Ich hoffe ich geh dir mit diesem Thema nicht auf die Nerven...

                      Ich hoffe für diese Parameter irgendwo eine Formel auftreiben zu können


                      Das Nadelöhr ist heute schon längst nicht mehr die Verstärkerelektronik wenn gewissenhaft, hochwertig und wirklich nach aktuellem technischen Stand gebaut. Der "Fehlerfaktor" ist da beim Kopfhörer dann um mehrere Dimensionen höher...

                      Grüße Truesound
                      Wer in Zukunft nur noch mit der Maus wild herumklickt und irgend etwas erzeugt, von dem er garnicht wissen will, wie es zu Stande kommt, ist leider nur ein Anfänger in einer Welt, in der alles schon einmal da war -auch Fachleute. (Karl-Hermann von Behren)

                      Kommentar


                        #12
                        In der Tat, seitens der Elektronik sind die Möglichkeiten, vor allem im unterem Segment, stark angewachsen. Ich habe aber schon in den 80ern die Meinung vertreten, das auch andere Kopfhörer ausser Stax fantastisches von sich geben könnten, wenn es denn nur spezielle Kopfhörer-Amps gäbe. Mein Standpunkt ist eh, besser 500,- € für den Amp und 200,- € für den KH als umgekehrt. Ist bei Mikrofonen ja auch nicht anders. Nimm ein 200,- € Shure Mikrofon und einen 3.000,- € Röhrenpreamp und dann vergleich das mit einem 1.000,- € Mik an einem 200,- € Amp - wer das zum ersten mal hört bekommt den Mund nicht zu. Ich habe den Test zum Bryston KHV gelesen - ist doch eigentlich genau meine Aussage.

                        Ich glaube eher das das Nadelöhr die Anbindung ist. Die Ankoppelung/Anpassung eines Wandlerssystems an einen Verstärker, egal ob MC-Tonabnehmer/Mikrofon oder KH/LS - hier werden die meisten Fehler gemacht.

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                          #13
                          Zitat von Suedalpler Beitrag anzeigen
                          In der Tat, seitens der Elektronik sind die Möglichkeiten, vor allem im unterem Segment, stark angewachsen. Ich habe aber schon in den 80ern die Meinung vertreten, das auch andere Kopfhörer ausser Stax fantastisches von sich geben könnten, wenn es denn nur spezielle Kopfhörer-Amps gäbe. Mein Standpunkt ist eh, besser 500,- € für den Amp und 200,- € für den KH als umgekehrt. Ist bei Mikrofonen ja auch nicht anders. Nimm ein 200,- € Shure Mikrofon und einen 3.000,- € Röhrenpreamp und dann vergleich das mit einem 1.000,- € Mik an einem 200,- € Amp - wer das zum ersten mal hört bekommt den Mund nicht zu. Ich habe den Test zum Bryston KHV gelesen - ist doch eigentlich genau meine Aussage.

                          Ich glaube eher das das Nadelöhr die Anbindung ist. Die Ankoppelung/Anpassung eines Wandlerssystems an einen Verstärker, egal ob MC-Tonabnehmer/Mikrofon oder KH/LS - hier werden die meisten Fehler gemacht.
                          Klar die Budgetklasse an Equipment hat in der Qualität in den letzten Jahren aufgeholt keine Frage. Dann kann man noch ein Topmikrofon auch mal an einem Stagetec Truematch anschließen und da passiert nochmal etwasfeif:

                          Es ist immer wichtig das auch die sinnvolle Auslegung der "Schnittstellen" stattfindet und natürlich die Elektronik dahinter oder davor auch sehr gut ist...
                          Dann gibt es Sachen die auf einen engen Zielpreiskorridor gebaut werden und andere wo technisch die notwendige Sachen gebaut werden eben nach aktuell bestem technischen Stand...
                          Zuletzt geändert von Truesound; 25.09.2013, 00:31.
                          Wer in Zukunft nur noch mit der Maus wild herumklickt und irgend etwas erzeugt, von dem er garnicht wissen will, wie es zu Stande kommt, ist leider nur ein Anfänger in einer Welt, in der alles schon einmal da war -auch Fachleute. (Karl-Hermann von Behren)

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