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T+A Solitaire@ P Planar-Magnetischer Kopfhörer & HA 200 Kopfhörerverstärker / DAC

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    Hallo zusammen,

    vor einigen Tagen habe ich den Hersteller T+A um eine Stellungnahme zu den Messergebnissen von Keith Howard im britischen Magazin HIFI-News gebeten.

    Zitat von fidelio Beitrag anzeigen
    ...Ich werde mich jetzt zeitnah mit Siegfried Amft von T+A in Verbindung setzen und mich letztendlich um korrekte Messkurven zum SOLITAIRE P bemühen...
    Heute habe ich die nun folgende Antwort nebst den entsprechenden Messprotokollen erhalten:

    "Sehr geehrter Herr Hackhausen,

    Sie haben uns um eine Stellungnahme zu der Messung des Herrn Keith Howard an unserem Solitaire P gebeten. Diese wurde in der HiFi News June 2020 veröffentlicht.

    Die Messung zeigt einen drastischen Abfall des Hochtonbereichs ab ca. 4 kHz mit 20 dB pro Oktave. Die Messung wurde unseres Wissens mit einem G.R.A.S Kuppler durchgeführt. Aus dieser Messung wurden korrigierte Frequenzverläufe errechnet:


    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: image001.jpg Ansichten: 0 Größe: 6,2 KB ID: 549622 Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: image002.jpg Ansichten: 0 Größe: 6,5 KB ID: 549623

    Auf den ersten Blick ist zu erkennen, dass entweder die Messung oder die Darstellung /Skalierung des Grids falsch sind. Dies haben wir auch umgehend mitgeteilt.

    Der Frequenzgang eines Kopfhörers, der auf einem Kuppler oder Kunstkopf gemessen wird, ist niemals gerade, sondern hat einen welligen Frequenzverlauf und wird zu hohen Frequenzen hin immer problematischer. Typisch ist jedoch eine Senke im Mitteltonbereich mit einem anschließenden ausgeprägten Peak zwischen 6 kHz und 10 kHz und einem Absinken oberhalb von 10 kHz mit sehr starker Welligkeit.

    Insoweit ist gegen die Messung nichts einzuwenden, allerdings hätte sofort auffallen müssen, dass der Peak schon bei 2,5 kHz liegt und der extreme Abfall bei 4kHz nicht möglich ist. Ein derartiger Kopfhörer hätte gar keinen Hochton gehabt. Aufgrund der falschen Frequenzgangmessung sind die korrigierten Kurven ebenfalls unsinnig.


    Mittlerweile hat Keith Howard die Messfehler eingeräumt, um Entschuldigung gebeten und einen Nachtest angeboten. Er schreibt im Übrigen nicht mehr für die AV Tech Gruppe.

    Das Problem bei Kopfhörermessungen sind die Ohrmuscheln, bei tiefen Frequenzen ist ihr Einfluss gering, aber bereits im Mitteltonbereich kommt die Wellenlänge in die Größenordnung der inneren Muschelabmessungen und damit werden Interferenzen, Resonanzen und Auslöschungen immer dominierender, obwohl die Membran linear abstrahlt.

    Oberhalb von ca. 8 kHz sind die Messungen deshalb nicht wirklich reproduzierbar. Jeder Kuppler misst anders und ein und derselbe Kopfhörer hat je nach Kuppler unterschiedliche Frequenzverläufe. Diese hängen von der Geometrie, den Mikrophonen und dem Aufbau des Kupplers oder Kunstkopfes ab.

    Wir verwenden Kuppler nach IEC 60318-1:2009 für die Fertigungskontrolle, Qualitätssicherung und Entwicklung. Diese Messkurven veröffentlichen wir nicht, wie andere Hersteller auch, denn die Gefahr ist zu groß, dass sie missinterpretiert werden.

    Viel besser verständlich und aussagekräftiger ist dagegen das Lautheit Diffusfeld Übertragungsmaß, es berücksichtigt das menschliche Lautstärkeempfinden und wird von vielen Firmen verwendet:


    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: image003.jpg Ansichten: 0 Größe: 47,0 KB ID: 549624
    Lautheitsdiffusfeldübertragungsmaß; ermittelt nach der Substitutionsmethode gemäß DIN EN 60268-7. Lautheit ermittelt bei einem Schalldruckpegel von 85 dB SPL pro Terz. Der Bezugspegel für 0 dB ist 94 dB SPL bei 1mW.

    Die Abstimmung des Solitaire P (aktuelle Messung vom 30.04.2020) ist in dieser Darstellung deutlich zu erkennen: linear mit einer kleinen Senke im oberen Mitteltonbereich und einem leichten Hochtonanstieg.

    Ganz bewusst haben wir auf sehr kräftige Höhen verzichtet, weil diese sehr leicht lästig werden können und die dynamischen und feinzeichnenden Eigenschaften überdecken. Es ist uns durchaus klar, dass, wie bei Lautsprechern auch, das individuelle Hörempfinden und Hörvermögen eine große Rolle spielt, ob jemandem ein Kopfhörer gefällt oder nicht.

    Es gibt sicherlich Menschen, denen der Solitaire P zu hell ist und andere, denen er zu höhenschwach ist. Dann ist er nicht der Richtige. Erfreulicherweise gefällt das Konzept des Solitaire P und seine Abstimmung der überwältigenden Mehrheit unserer Händler, Kunden und auch der Presse außerordentlich gut.

    Wir können deshalb jedem interessierten Audiophilen nur ein ausführliches Probehören empfehlen und sich eine eigene Meinung zu bilden.


    Mit freundlichem Gruß / best regards
    Team Schallwandler Entwicklung"


    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: image004.jpg Ansichten: 0 Größe: 8,3 KB ID: 549625

    Nun, ich denke, dies bringt jetzt vielleicht ein wenig Licht in dieses Thema...

    Lieben Gruß
    Wolfgang
    Zuletzt geändert von fidelio; 29.05.2020, 19:46.
    Meet the Musicalhead.de

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      Hallo Freunde,

      der Thread ist wieder offen in der Hoffnung, dass ihr euch doch bisserl mehr am Riemen reißen könnt.
      Ich weiß, dass es gerade während des Corona Blues besonders schwer ist.
      Denkt daran. Die jeweils Anderen sind keine Feinde, sondern haben nur eine andere Meinung.

      Moderativ von OpenEnd Admin
      Bleibt demokratisch! Das ist ein hohes Gut.
      Die Welt ändert sich durch deine Taten. Nicht durch deine Meinung

      Bin überzeugter Anhänger der Gemeinwohl-Ökonomie
      https://de.wikipedia.org/wiki/Gemeinwohl-%C3%96konomie

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        Auf Headfonics.com hat man sich den Solitaire P jetzt auch mal zur Brust genommen.
        https://headfonics.com/ta-solitaire-p-review/

        Als Fazit steht:
        As it stands, though, the Solitaires’ premium is a major obstacle. Secondly, although the sound evades harsh leading edges, the subdued treble may only appeal to those who prefer this type of sound. To conclude, the Solitaire P is an impressive first release from the well-versed German brand and I certainly look forward to seeing the use of their technologies in future products.
        Auch hier spricht man also von einem zurückgenommenen Hochton, der z.B. mit dem eines Hifiman HE1000SE nicht mithalten kann. Dieser wäre deutlich detaillierter und würde mehr Informationen aufzeigen können.
        Platz da, hier kommt der Landvogt!

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          Hallo
          hier der Frequenzgang gemessen von Audio
          Angehängte Dateien

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            Moin,

            die Messung konnte ich eben nicht nachvollziehen, als ich ihn gehört habe. Ok, noch nicht eingespielt, leider kein Balanced– Kabel da (noch in der Verpackung und die war kurzfristig nicht auffindbar), aber der erste Eindruck war für mich positiv. Ich mag es allerdings auch nicht, wenn die Höhen in den Ohren das Klingeln anfangen.

            Er erinnerte mich ein wenig an den Empyrean. Da brauchte ich auch viel Phantasie, um ihn zu kaufen. Das HEDD war frisch aus dem Karton dagegen übrigens schlechter. Und jetzt spielt er für mich ganz oben mit. In meinem “Ganz Oben“.

            Auf der warmen Seite zu Hause, entspanntes, langes Hören möglich, sehr detailreich, auch jetzt schon. Allerdings fehlt ihm noch die Leichtigkeit, da braucht es noch einige Stunden der Einspielens. Könnte, wie beim Empyrean, auch am Kabel liegen. Aber wie gesagt, viel zu früh.

            Top verarbeitet, ist ja klar. Die Stimmen kamen schon sehr schön, Bühne und Instrumente noch etwas undefiniert. Aber meine Phantasie reicht völlig aus, um eine Idee zu bekommen, wohin die Reise gehen könnte. Ich mag ihn auf jeden Fall nach dem ersten Höreindruck. Und das passiert mir nicht oft.

            Ein Alleinstellungsmerkmal, das für mich den Preis rechtfertigen würde, habe ich allerdings eben vermisst. Aber dazu ist es auch noch zu früh. Ich werde mir den Solitaire aber auf jeden Fall mal nach Hause mitnehmen. Erst einmal ohne den HA200.

            Lieben Gruß

            André
            Zuletzt geändert von Twistie; 11.06.2020, 18:38.

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              Mich wundert dieser Peak in dieser Messung. Und man kann ja von Audio halten, was man will, die Kopfhörermessungen sind aber in der Regel ziemlich aussagekräftig.
              Grundsätzlich gilt aber, dass der Höreindruck zählt.

              Kommentar


                Naja, Thomas,

                schau mal etwas weiter oben die Protokolle an. Glaube keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast . Fehler sind menschlich. Für mich zählt nur das Ohr. Auf dem Papier ist selten etwas entschieden worden. Viele Menschen verlassen sich aber darauf und kaufen auch danach. Für mich ist das ein geheimer Verführer, aber nicht mehr. Und mangelnde Hörerfahrung ist leider durch nichts zu ersetzen als durch Erfahrung.

                Und selbst das muss anderen nicht helfen, denn es gibt einfach unterschiedliche Hörtypen. Und damit sind wir wieder beim subjektivem Empfinden.

                Davor muss man Respekt bewahren. Und davon profitiert auch die Industrie. Ich gebe ja auch nur meine Meinung wieder. Und das gilt für jeden hier. Wenn das dann andere auch so empfinden, ist das ok.

                Und wenn nicht, empfinden diese Menschen es halt anders. Das kann man nur akzeptieren und seine Meinung behalten oder auch mal auf den Prüfstand stellen, wenn es Sinn macht. Das ist hier ja kein Jahrmarkt der Eitelkeiten. Sondern im Idealfall ein respektvoller Austausch.

                Kommentar


                  Zitat von Twistie Beitrag anzeigen
                  Naja, Thomas,

                  schau mal etwas weiter oben die Protokolle an. Glaube keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast . Fehler sind menschlich. Für mich zählt nur das Ohr. Auf dem Papier ist selten etwas entschieden worden. Viele Menschen verlassen sich aber darauf und kaufen auch danach. Für mich ist das ein geheimer Verführer, aber nicht mehr. Und mangelnde Hörerfahrung ist leider durch nichts zu ersetzen als durch Erfahrung.

                  Und selbst das muss anderen nicht helfen, denn es gibt einfach unterschiedliche Hörtypen. Und damit sind wir wieder beim subjektivem Empfinden.

                  Davor muss man Respekt bewahren. Und davon profitiert auch die Industrie. Ich gebe ja auch nur meine Meinung wieder. Und das gilt für jeden hier. Wenn das dann andere auch so empfinden, ist das ok.

                  Und wenn nicht, empfinden diese Menschen es halt anders. Das kann man nur akzeptieren und seine Meinung behalten oder auch mal auf den Prüfstand stellen, wenn es Sinn macht. Das ist hier ja kein Jahrmarkt der Eitelkeiten. Sondern im Idealfall ein respektvoller Austausch.
                  Hallo Twistie,

                  Guter Kommentar. Es sollen ja je nach Gehörempfinden unterschiedliche Eindrücke vermittelt werden und selbige ein bißchen beschrieben werden. Das ist doch die Würze. Jeder, der mit einer sauberen Intension unterwegs ist, soll seine Eindrücke schildern. So ergibt sich am Ende ein besseres Gesamtbild. Der eine, der mehr wert auf Messungen legt, der andere, der darauf nicht viel gibt und lediglich nur nach Gehör wertet usw. Das alles vernünftig zusammen zu tragen, wie gesagt mit ehrlicher Intension dahinter, macht doch am Ende den Wert eines Threads aus.

                  Und ich sehe, dass alles auf gutem Weg ist, auch dank deiner Einlassung. Wenn es so weiter verläuft, haben wir hier einen astreinen Thread, in dem alles drin ist. Respektvoller Umgang, ganz unterschiedliche Meinungen, Erfahrungen und was das wichtigste ist, einen völlig lockeren Austausch. Genau so wäre es wünschenswert und vorbildlich.

                  Auch die Beiträge von Schallhörer oder manilein. Das alles gehört dazu. In dieser Art eines sauberen zusammen Wirkens in einem Thread geht der hoch. So, bitte mehr davon, so muss das laufen.

                  Gruß,
                  Otwin
                  Zuletzt geändert von lotusblüte; 11.06.2020, 21:40.
                  Mysphere 3.1 from 1989 to 2017

                  Kommentar


                    Der Frequenzgang schaut ein wenig aus wie bei einem guten Inear. Da passiert oberhalb von 10 kHz nicht mehr viel. Sowas kann ganz gut gefallen, ich habe auch 1-2 Hörer die einen ähnlichen Verlauf haben. Nachvollziehbar ist aber auch, dass da manchen was fehlt. Ein Allrounder wäre er für mich wohl auch nicht.

                    Kommentar


                      Moin, ich weiß gar nicht, warum es in diesem Thread überhaupt so viele Streitigkeiten gibt.
                      Der Solitaire ist eben ein Hörer, den sich viele preislich nicht leisten können. So was hat Hifiman und Sennheiser auch im Gepäck, so what?

                      Eine Marke wie T+A geht dann eben bei ihrem ersten entwickelten KH preislich richtig in die Vollen, aber wer will Ihnen das verdenken? Die bauen ja auch sonst keine Geräte für den O815 Media-Markt Käufer.
                      Würde der Hörer nur 2000 Euro kosten, würde sich wahrscheinlich kaum jemand dafür interessieren, vermute ich. Außerdem wäre dort die Konkurrenz viel zu groß.
                      Also haut man eben ein "Statement" raus, in Sachen Technik, Verarbeitung, Materialgüte, Klang, usw.

                      btw. ich halte Frequenzgänge bekanntermaßen schon für nicht ganz unwichtig, zeigen sie doch schon mal eine ungefähre Richtung, wohin die tonale Signatur geht.
                      Anhand der Messungen oben von "Audio" kann ich aber keinen "zurückgenommenen Hochton" erkennen. Eher geht das für mich leicht in Richtung Beyerdynamic, also ein tendenziell eher hell abgestimmter Hörer, was natürlich keine Wertung darstellen soll.

                      Man darf ja auch nicht vergessen, dass die Wahrnehmung eines Hörers u.U. stark davon abhängt, welche "Signatur" man allgemein gewohnt ist. Komme ich von einem Audeze LCD, empfinde ich einen Beyerdynamic als "zu hell". Komme ich von einen Beyerdynamic empfinde ich einen Audeze als viel zu muffig und dunkel.
                      Wobei sich das aber glücklicherweise mit zunehmender Hördauer wieder ändert, bzw. relativiert.
                      Zuletzt geändert von Schlappen; 12.06.2020, 10:37.

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                        Huch, Schlappen is back.

                        Zunächst einmal freue ich mich, denn Du hast ja viel Sachverstand - keine Frage. Und in der Vergangenheit hast Du öfter schöne Themen aufgemacht.

                        VG Uli

                        Uli,

                        Ich habe den Obertrollsatz in deinem Post entfernt, da er hier eigentlich nichts verloren hat. Wir haben uns alle Schnitzer erlaubt, jeder auf seine Art. Die Lösung ist nicht dreckige Wäsche waschen, sonst haben wir am Ende wieder jede Menge Befindlichkeiten sondern einfach mal Vergangenheit Vergangenheit sein lassen, einen Strich ziehen und mit guter Energie in die Zukunft blicken. Läuft doch alles rund hier, so, wie man es sich wünscht. Also bitte, jeder fünf grade sein lassen und der Laden läuft. (Smilie mit Bierkrug fehlt leider)

                        Gruß,
                        Otwin
                        Zuletzt geändert von lotusblüte; 12.06.2020, 11:54.

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                          Zitat von Schlappen Beitrag anzeigen

                          Man darf ja auch nicht vergessen, dass die Wahrnehmung eines Hörers u.U. stark davon abhängt, welche "Signatur" man allgemein gewohnt ist. Komme ich von einem Audeze LCD, empfinde ich einen Beyerdynamic als "zu hell". Komme ich von einen Beyerdynamic empfinde ich einen Audeze als viel zu muffig und dunkel.
                          Wobei sich das aber glücklicherweise mit zunehmender Hördauer wieder ändert, bzw. relativiert.
                          Stimmt genau.

                          Ich hatte mal parallel einen K812 und einen LCD 3F. Das ging gar nicht! Hat mir nur den Spaß an der Musik vermiest.

                          VG Uli

                          Kommentar


                            Zitat von derSchallhoerer Beitrag anzeigen
                            Auf Headfonics.com hat man sich den Solitaire P jetzt auch mal zur Brust genommen.
                            https://headfonics.com/ta-solitaire-p-review/

                            Als Fazit steht:
                            Auch hier spricht man also von einem zurückgenommenen Hochton, der z.B. mit dem eines Hifiman HE1000SE nicht mithalten kann. Dieser wäre deutlich detaillierter und würde mehr Informationen aufzeigen können.
                            Vielen Dank für den Hinweis auf diesen sehr kompetent geschriebenen Test von HEADPHONICS, der sich mit meinen Beobachtungen in ganz weiten Teilen deckt. Der Autor spricht von einer neutralen, warmen Abstimmung des Kopfhörers, und dass T+A sich entschieden hat, sich bei der Abstimmung auf ein ermüdungsfreies Hören zu konzentrieren anstatt auf Höhenverlängerung und führende Transienten zu drängen.

                            Letzteres ist ja heute schon fast gang und gäbe.

                            Insgesamt lese ich den Test so, dass der Solitaire P den zitierten Wettbewerbern in weiten Teilen nicht nur Paroli bietet sondern in Teilaspekten, insbesondere im Bass- und Mitteltonbereich mit seinen Qualitäten übertrumpft.

                            Der Tester kommt zu folgendem Schluss:

                            "Trotz ihres kühnen Eintritts in die Arena des HiFi, beansprucht der teure Solitaire P beim ersten Hören kein unmittelbares Nirvana. Stattdessen beeindruckt der Solitaire P durch seinen Gesamtzusammenhalt, seine gut gestaltete Klanglandschaft und seine klangliche Ausgewogenheit. Aufgrund der extrem geringen Verzerrung (Rekordwert <0,015% bei 100 dB) ist der Solitaire P führend in der Mikrodynamik und hebt Abstufungen bei kleinen Volumenänderungen hervor. Insgesamt ist der Klangcharakter angenehm mit einer etwas wärmeren als neutralen Abgrenzung. Der Solitaire P ermüdet zu keinem Zeitpunkt und dies spiegelt sich in allen Frequenzbereichen wider."

                            Auch nimmt der Autor zur Synergie Stellung, die sich aus der Kombination des Solitaire P mit dem HA 200 ergibt:

                            "Der HA 200 repräsentiert den neu entwickelten Class-A-Kopfhörerverstärker und DAC von T + A. Die All-in-One-Lösung enthält zwei Ringkerntransformatoren und ein hochwertiges Netzteil für die anspruchsvollsten Kopfhörer. Der DAC-Bereich kann 32 Bit / 786 kHz für PCM und DSD 1024 für Bitstream mit der proprietären True 1 Bit-Technologie von T+A ausgeben. Die Impedanz der Kopfhörerausgänge kann an jede Auswahl von Kopfhörern angepasst werden, und Benutzer haben die Möglichkeit, eine HDMI-Karte hinzuzufügen. In Bezug auf die Konstruktion ist der HA 200 fantastisch, mit einigen Reizen von Chord in seiner Designphilosophie. Die schönen und gut gestalteten Bullaugen versetzen das Design in eine modernere Ära, und der Informationsbildschirm fügt diesem Verstärker einige notwendige Details hinzu. Die Synergie zwischen dem T + A HA 200 und Solitaire P ist Weltklasse. Insgesamt lässt sich der Solitaire P mit einer ausgewogenen Signatur, einer einwandfreien Instrumententrennung und Geschwindigkeit auf einem pechschwarzen Hintergrund gut skalieren."

                            Mit folgender Aussage bringt es der Autor auf den Punkt, um was es wirklich geht, wie ich meine:

                            "Es ist sehr einfach, sich in der Musik zu verlieren, eine Eigenschaft, nach der ich oft suche, wenn ich High-End-Ausrüstung bewerte."

                            Die Redaktion kommt auf ein Gesamtergebnis von 9,3/10 Punkten, was in guter alter Lehrmeistertradition der Bestnote entspricht.

                            Wer tatsächlich ein wenig mehr Ausdehnung im Hochtonbereich wünscht – Ich sehe diesen Bedarf für mich nicht –, dem stellt der T+A HA 200 mittels seines praxisnah ausgelegten Klangregelnetzwerkes ebendiese Möglichkeit zur Verfügung.

                            Viele Grüße,

                            Ingo



                            Gewerblicher Teilnehmer
                            Wiesbaden
                            sigpic

                            Kommentar


                              Kopfhörer, die im ersten Moment "langweilig" klingen, sind sowieso im Endeffekt die Besten.
                              Ich weiß noch, wie ich damals zum ersten Mal einen LCD-2 probiert habe... im ersten Moment war ich total enttäuscht, weil ich aufgrund div. Rezensionen und Meinungen in Foren irgend etwas "Spektakuläres" erwartet habe.
                              Erst nach und nach verwandelte sich diese vermeintliche Schwäche zu seiner Stärke.

                              "Langweilig" ist ja in dem Moment lediglich eine Formulierung dessen, dass nichts sofort ins Auge, respektive ins Ohr springt. Was aber im Endeffekt nichts anderes bedeutet, dass der Hörer die Musik möglichst so belässt, wie sie ist.
                              Mit anderen Worten, wenn der Hörer langweilig klingt, ist auch meist die Musik langweilig.

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                                Hallo zusammen,

                                kann ich so voll und ganz bestätigen.

                                "...Denn beide Spielpartner üben sich in den ersten Hörminuten unerwartet in akustischer Zurückhaltung und treten so zunächst völlig hinter das musikalische Programm zurück – deuten damit aber gleichzeitig schon ihre audiophile Klasse an.

                                Denn nicht wenige Kopfhörer lenken direkt zu Beginn einer Rezension den Fokus des gemeinen Testers auf ihre klangtechnischen Stärken, mitunter natürlich auch, um Schwächen gekonnt zu kaschieren. Geduld und Erfahrung sind wiederum die probaten Mittel, diesen akustischen Versuchungen nicht vorschnell zu erliegen.

                                Denn nur wenn sich die Werkzeuge zur musikalischen Reproduktion als klanglich unauffällige Mittel zum Zweck bewähren, kann die Wiedergabekette IMO gegebenenfalls referenzverdächtigen Status erlangen. Daß „das Ganze mehr ist, als die Summe seiner Teile“, wußte schließlich Aristoteles schon zu berichten."


                                Musicalhead Testbericht vom 06.05.2020: https://musicalhead.de/2020/05/06/te...taire-p-ha200/

                                Lieben Gruß
                                Wolfgang
                                Meet the Musicalhead.de

                                Kommentar

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