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T+A Solitaire@ P Planar-Magnetischer Kopfhörer & HA 200 Kopfhörerverstärker / DAC

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    Hallo Ingo,
    vielen Dank für Deine ersten Eindrücke


    Weiterhin viel Spaß mit dem T+A - aber vergiss bei dem tollen Wetter den Sonntags-Spaziergang nicht...


    Musikalische Grüße
    Tom
    Gruß, Tom
    ... enjoy your music

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      Hi Ingo,
      das freut mich, wenn ein deutscher Hersteller sich so mit seinem Erstlingsprodukt in Szene setzt. Das höre ich mir auch sehr gerne an und es macht bei mir gar noch Lust auf mehr: da meine Begeisterung für die Elektrostaten in Stereobias so hoch ist, bin ich riesig gespannt, was da wohl von T&A noch zu erwarten ist?! Hat man sich schon geäußert, ob in diesem Jahr -vielleicht zu Weihnachten- Elektrostatenkopfhörer -Prototypen oder gar Serienprodukte nebst Verstärker fertig werden könnten?
      Auch von mir: bleibt alle gesund und geniesst die Musik
      Hans-Peter
      Quelle: Medevoort MP470 AES-modifiziert+WinServer2019/16+AO+Fidelizer, Jörg´s-DAC mit OCXO-Clock, Medevoort CD350, Goldnote CD-1000
      AMP: KH-AMP-Eigenbau, 2x SRM-T1 modifiziert,
      Kopfhörer: Stax SR-009, Mysphere3.2, Stax SR-507, SR-Lambda-Signature, Perun Live, Kingsound KS-H3
      Zubehör: ifi-USB3.0-Filter+ifi-Galvanic3.0, Oyaide-NF-Kabel, Eigenbau NF-/Power-Kabel, Powerfilter, Eigenbau-Gerätefüße
      Musik: Klassik, Kirche, Jazz, Song-Writer, Pop-Rock

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        Zitat von Transient Beitrag anzeigen
        Hallo Ingo,

        klasse, Du hast den ersten Solitaire P, optisch gefällt er mir wirklich gut und die technischen Beschreibungen lesen sich vielversprechend. Ich finde es schön, das es mal wieder einen innovativen KH aus Deutschland gibt. Nun bin ich auf die ersten Höreindrücke gespannt. Auch zum Tragekomfort kannst Du vielleicht etwas berichten, immerhin sind 530 g Gewicht nicht unerheblich.

        Zum nicht minder attraktiven HA 200 habe ich eine Reihe von Fragen, die Du vielleicht beantworten kannst:

        Laut Beschreibung hat die Digitalsektion eine eigene Spannungsversorgung.
        Bedeutet das auch, dass der USB-Eingang intern versorgt wird und ohne die 5V vom Computer auskommt?
        Wenn nicht: Empfiehlt T+A für die USB-Einspeisung Lösungen mit externer low-noise Spannungsversorgung?
        Ist der USB-Eingang eine komplette Eigenentwicklung oder greift man auf Module anderer Hersteller zurück?
        Ist der USB-Eingang galvanisch entkoppelt und werden die Signale reclockt?
        Lohnt sich ein reclocken des USB-Signals vor dem USB-Eingang?
        Werden die Signale per SPDIF oder I2S an den DAC weitergeleitet?
        Welcher Clocktyp (TCXO?) wird verwendet, welche Taktgenauigkeit (in ps oder fs) wird erzielt und wie hoch ist das Phasenrauschen (dBc/Hz)?
        Wie präzise ist die Spannungsversorgung von Clock und DAC (Mikrovolt Ripple)?
        Welche DAC Chips verwendet T+A für PCM?
        Wie ist die Strom-Spannungswandlung nach den DAC Chips realisiert (einfacher Widerstand, Operationsverstärker etc.)?
        Arbeitet der Verstärker vollsymmetrisch?
        Wenn nicht: Wie sind die symmetrischen KH-Ausgänge beschaltet (ein Verstärker je Kanal mit separater Masse-Rückleitung)?
        Ist die Crossfeed-Lösung selbst entwickelt und wird dabei lediglich ein gezieltes Übersprechen von L/R bewirkt oder wie ist die Funktionsweise?

        Beste Grüße
        Rainer
        Lieber Rainer,

        vielen Dank für Deine Fragen, die von viel Sachverstand zeugen.

        In der Tat ist das Gewicht des T+A Solitaire P mit 530 Gramm (das ist so, ich habe soeben mein Exemplar nachgewogen) recht hoch.

        Durch die großen, innen, an der Kontaktfläche mit allergrenfreiem Alcatara gepolsterten Ohrpolstern und das sehr weich und dick gepolsterte Kopfband ist der Tragekomfort sehr, sehr gut. Ich habe gestern etwa vier Stunden ermüdungsfrei Musik gehört und den Kopfhörer nach kurzer Zeit nicht mehr auf dem Kopf gespürt, was sicherlich auch an dem geringen Anpressdruck und der hervorragenden Durchlüftung liegt.

        Bezüglich Deiner technischen Fragen zum T+A Solitaire HA 200 Kopfhörervestärker kann ich Dich leider aktuell, d.h. vor offizieller Markteinführung des Gerätes, nur auf den T+A Prospekt verweisen:

        https://www.ta-hifi.de/wp-content/up..._Seiter_DE.pdf

        Die Antworten auf Deine Fragen liegen mir im Detail vor, diese sind aber aktuell – nach Rücksprache mit T+A – nur für den internen Gebrauch bestimmt. Ich kann Dir aber versichern, dass das Gerät in seiner technischen Auslegung keinerlei Konsequenz vermissen lässt und Deine Fragen allesamt im positiven Sinne beantwortet werden konnten.
        Du kannst davon ausgehen, dass sich das Gerät komplett auf T+A Eigenentwicklungen stützt (USB, DAC, Oversampling, Verstärker, Klangregelung, X-Feed). Wie bei den großen HV-DACs aber auch dem DAC 8 (DSD) sind Digital- und Analogteile vollständig galvanisch voneinander getrennt.

        Bleib' gesund!

        Viele Grüße,

        Ingo
        Gewerblicher Teilnehmer
        Wiesbaden
        sigpic

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          Hallo,

          hier nun der Testbericht aus der Stereo 04/2020, der zur freien Veröffentlichung freigegeben ist, nebst eines Werksbesuchsberichtes.

          Bleibt gesund!

          Viele Grüße,

          Ingo
          Angehängte Dateien
          Gewerblicher Teilnehmer
          Wiesbaden
          sigpic

          Kommentar


            Lieber Ingo,

            Dankeschön für Deine Erläuterung zum Tragekomfort, das hört sich ja schon mal erfreulich an.
            Und um die 4 Stunden mit dem Solitaire P beneide ich Dich, gönne Sie Dir aber auch.

            Entschuldige bitte das - wohl auch verfrühte - Fragen-Stakkato, aber im Moment muss ich immer wieder an die T+A-Kombi denken und da war ich einfach neugierig.
            Einige Angaben konnte ich bereits dem Prospekt und der technischen Beschreibung auf der Homepage entnehmen. Den Rest können wir sicher auch besprechen, wenn ich Dich mal in Deinem Studio besuche. Ich habe keinen Zweifel daran, dass T+A mit dem Solitaire P und dem HA 200 herausragende Produkte entwickelt hat. Die technischen Einzelheiten finde ich immer wieder interessant, letztlich entscheidend ist selbstverständlich der Höreindruck. Und der scheint Dich bisher überzeugt zu haben. Mit Spannung sehe ich der Antwort auf die Frage entgegen, ob der HA 200 den Klangeindruck im Vergleich zum AudioValve signifikant verändern wird. Aber alles zu seiner Zeit.

            Ich wünsche Dir, dass Du mit Deinem Team samt Angehörigen gut durch die Krise kommst.

            Best Grüße
            Rainer

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              Zitat von Transient Beitrag anzeigen
              Lieber Ingo,

              Dankeschön für Deine Erläuterung zum Tragekomfort, das hört sich ja schon mal erfreulich an.
              Und um die 4 Stunden mit dem Solitaire P beneide ich Dich, gönne Sie Dir aber auch.

              Entschuldige bitte das - wohl auch verfrühte - Fragen-Stakkato, aber im Moment muss ich immer wieder an die T+A-Kombi denken und da war ich einfach neugierig.
              Einige Angaben konnte ich bereits dem Prospekt und der technischen Beschreibung auf der Homepage entnehmen. Den Rest können wir sicher auch besprechen, wenn ich Dich mal in Deinem Studio besuche. Ich habe keinen Zweifel daran, dass T+A mit dem Solitaire P und dem HA 200 herausragende Produkte entwickelt hat. Die technischen Einzelheiten finde ich immer wieder interessant, letztlich entscheidend ist selbstverständlich der Höreindruck. Und der scheint Dich bisher überzeugt zu haben. Mit Spannung sehe ich der Antwort auf die Frage entgegen, ob der HA 200 den Klangeindruck im Vergleich zum AudioValve signifikant verändern wird. Aber alles zu seiner Zeit.

              Ich wünsche Dir, dass Du mit Deinem Team samt Angehörigen gut durch die Krise kommst.

              Best Grüße
              Rainer
              Lieber Rainer,

              sehr gerne ;-)

              Die erste Serienproduktion des Solitaire HA 200 steht für diese Woche bei T+A auf dem Produktionsplan, so dass ich in wenigen Tagen das erste oder die ersten Geräte hier erwarte. Ich bin auch schon gespannt und werde berichten.

              Vielen Dank auch für Deine guten Wünsche, die ich sehr gerne retourniere.

              Gerade in dieser Zeit haben wir doch eines der schönsten Hobbies der Welt und plötzlich entdecken wir wieder das ein oder andere Schmuckstück im Plattenregal. So ein wenig Entschleunigung und Konzentration auf den inneren Kreis hat was.

              Bleib' gesund.

              Herzliche Grüße,

              Ingo
              Gewerblicher Teilnehmer
              Wiesbaden
              sigpic

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                Zitat von Transient Beitrag anzeigen
                Hallo Ingo,

                klasse, Du hast den ersten Solitaire P, optisch gefällt er mir wirklich gut und die technischen Beschreibungen lesen sich vielversprechend. Ich finde es schön, das es mal wieder einen innovativen KH aus Deutschland gibt. Nun bin ich auf die ersten Höreindrücke gespannt. Auch zum Tragekomfort kannst Du vielleicht etwas berichten, immerhin sind 530 g Gewicht nicht unerheblich.

                Zum nicht minder attraktiven HA 200 habe ich eine Reihe von Fragen, die Du vielleicht beantworten kannst:

                ...

                Beste Grüße
                Rainer

                Lieber Rainer,

                Die Geschäfts- und Entwicklungsleitung von T+A hat heute die Antworten auf Deine Fragen freigegeben, ich habe die Antwort jeweils kursiv hinter die Frage gesetzt.

                Laut Beschreibung hat die Digitalsektion eine eigene Spannungsversorgung.
                Bedeutet das auch, dass der USB-Eingang intern versorgt wird und ohne die 5V vom Computer auskommt?

                Ja er benötigt keine 5V vom USB und die 5V Spannungsversorgung der USB Buchse ist auch gar nicht angeschlossen.

                Ist der USB-Eingang eine komplette Eigenentwicklung oder greift man auf Module anderer Hersteller zurück?
                Der USB ist eine Eigenentwicklung, die wir mit der Fa. Thesycon aus Ilmenau/Thüringen zusammen gemacht haben.

                Ist der USB-Eingang galvanisch entkoppelt und werden die Signale reclockt?
                Ja, beides. ALLE Eingänge sind galvanisch entkoppelt - wir haben eine vollständige galvanische Trennung zwischen Digital- und Analogteil (direkt vor den D/A Wandlern).
                Für ALLE Eingänge gibt es ein Re-Clocking mit Femto Clocks direkt an den Wandlern.
                Dabei gibt es getrennte Femto-Clock Oszillatoren für die 44.1kHz und die 48kHz Sampleraten und deren Vielfachen.
                Einzig die Samplerate 32kHz wird nicht re-clockt, weil diese in keinem ganzzahligen Verhältnis zur 44.1 oder 48 kHz Familie steht (32kHz kommt aber nur bei einigen low-quality Internet Radios vor).


                Lohnt sich ein reclocken des USB-Signals vor dem USB-Eingang?
                Meiner Meinung nach nicht.

                Werden die Signale per SPDIF oder I2S an den DAC weitergeleitet?
                Innerhalb des Gerätes gibt es getrennte Signalpfade für PCM und DSD.
                PCM wird per I2S übertragen, DSD per CLK, DR, DL


                Welcher Clocktyp (TCXO?) wird verwendet, welche Taktgenauigkeit (in ps oder fs) wird erzielt und wie hoch ist das Phasenrauschen (dBc/Hz)?
                Wir geben grundsätzlich keine Detailangaben zu von uns verwendeten essentiellen Bauteilen.
                Phase Noise Floor liegt bei -165dBc
                .

                Wie präzise ist die Spannungsversorgung von Clock und DAC (Mikrovolt Ripple)?
                Wir setzen eine 3-fach Spannungsregelung / Stabilisierung ein - Ripple nicht messbar (nicht einal in uV Bereich) - wenn überhaupt etwas da ist, dann natürlich (physikalisch unvermeidbares) thermisches Rauschen.

                Welche DAC Chips verwendet T+A für PCM?
                4 Stück BurrBrown PCM1795 - dabei benutzen wir aber nur die Wandlerstufen - das interne Oversampling und die digitalen Filter in den DACs sind deaktiviert. Die gesamte digitale Signalverarbeitung geschieht im T+A Signalprozessor mit unseren eigenen Algorithmen (wie z. B Bezier-Interpolatoren).
                Für die Fans vom HQ Player haben wir jetzt auch einen NOS-Mode. Dabei wird auch das T+A Oversampling überbrückt, sodass die Daten direkt vom HQ Player auf den Wandler gehen.


                Wie ist die Strom-Spannungswandlung nach den DAC Chips realisiert (einfacher Widerstand, Operationsverstärker etc.)?
                Bei PCM setzen wir hier eine T+A-eigene Schaltung ein – in HV Technik und ohne Operationsverstärker.
                Unsere Schaltung setzt zwar einen Widerstand als I/V Wandler ein, es ist aber kein einfacher Widerstand, weil das zu schlechten Ergebnissn führt (der Stromausgang des Wandlers wird mit einem einfachen Widerstand nicht auf 0V gehalten, sondern die Spannung am Ausgang ist mit dem Signal moduliert, was dann zu Klirr führt). Bei unserer Schaltung wird der Spannungsabfall am I/V Widerstand kompensiert, sodass zwar die I/V Konvertierung von einem Widerstand vorgenopmmen wird, aber ohne dass das zu Spannungsänderungen am Wandlerausgang führt.

                Bei unserem True-1 Bit Konverter für DSD erfolgt die I/V Wandlung ebenfalls mit Präzisionswiderständen. Über die Wandlerstruktur, die wir dafür entwickelt haben, geben wir aber keine Details heraus.


                Arbeitet der Verstärker vollsymmetrisch?
                Nein – und das aus gutem Grund: Vollsymmetrischen Verstärkern wird der Vorteil nachgesagt, dass sich Klirranteile im positiven und negativen Zweig kompensieren und sie so insgesamt klirrärmer sind. Rein messtechnisch stimmt das zwar, aber wenn man sich die Sache im Detail anschaut, sieht man, dass sich nur die geradzahligen Klirrkomponenten reduzieren. Die ungeradzahligen steigen sogar. Diese Klirrverlagerung von gerad- auf ungeradzahligen Klirr ist ein Grund, warum vollsymmetrische Verstärker immer steril und analytisch klingen. Das wollen wir vermeiden. Wir verwenden daher unsere extrem klirrarmen HV Verstärker – die sind so gut, die brauchen keine Tricks.
                Das Klirrspektrum unserer HV Verstärker is extrem harmonisch und führt zu einem sehr natürlichen Klangbild (was auch glaube ich von allen, die die Verstärker gehört haben, bestätigt wird).
                Dieses Klangbild würde durch vollständige Symmetrie zerstört.

                Mal so als Denkanregung: In vielen audiophilen Zirkeln wird die Single-Ended Class-A Röhre als das Mass aller Dinge geschätzt - es gibt aber nichts Unsymmetrischeres als eine Single-Ended Konfiguration !
                Und noch etwas: vielleicht haben Sie schon einmal bemerkt, dass Brückenverstärker in der Regel grausig klingen. Brückenverstärker sind aber eben vollsymmetrische Schaltungen!


                Wenn nicht: Wie sind die symmetrischen KH-Ausgänge beschaltet (ein Verstärker je Kanal mit separater Masse-Rückleitung)?
                Ja, exakt. Es kommt beim Anschluss nicht auf Vollsymmetrie an, sondern darauf, dass getrennte Rückleitungen für die Ströme vorhanden sind. Auf einer gemeinsamen Masse-Rückführung wie bei der 3-Pol-Klinke kommt es sonst zu Vermischungen des rechten und linken Signals --> Übersprechen und schlechtere Kanaltrennung.

                Ist die Crossfeed-Lösung selbst entwickelt und wird dabei lediglich ein gezieltes Übersprechen von L/R bewirkt oder wie ist die Funktionsweise?

                Die ist selbstentwickelt. Dabei wird ein frequenzabhängig zeitverzögertes Signal auf den jeweils anderen Kanal gemischt. Das simuliert, dass ja beim natürlichen Hören daß z.B. ein von links kommenden Signal zuerst vom linkem Ohr gehört wird und dann mit etwas Zeitversatz vom rechten Ohr. Dabei muss hatürlich berücksichtigt werden, dass der Kopf und die Ohrform zusätzlich auch zu Frequenzgangsveränderungen für die Signale von der anderen Seite führen. All das wird in unserer Schaltung berücksichtigt und ersetzt das beim Kopfhörer-Hören fehlende Signal "von der anderen Seite".
                Das Hören kann so als natürlicher empfunden werden.
                Die Schaltung is komplett analog (erzeugt keine digitalen Artefakte) und steht für PCM und DSD zur Verfügung.
                Wenn man es nicht möchte, kann die X-Feed Schaltung per Goldkontaktrelais vollständig aus dem Signalweg entfernt werden.


                So, das sind die ausführlichen Antworten auf Deine Fragen, Rainer!

                Herzliche Grüße, bleibt gesund!

                Ingo
                Gewerblicher Teilnehmer
                Wiesbaden
                sigpic

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                  Lieber Ingo,

                  damit habe ich nun gar nicht mehr gerechnet, umso mehr freue ich mich über die sehr ausführliche, offene und technisch fundierte Antwort von T+A.
                  Die Detailbeschreibungen machen den HA 200 für mich noch sympathischer und unwiderstehlicher.
                  Bitte richte den Herren meinen aufrichtigen Dank aus, der gleichermaßen auch Dir gilt !!!

                  Herzliche Grüße
                  Rainer

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                    Zitat von Ingo Litta Beitrag anzeigen

                    Arbeitet der Verstärker vollsymmetrisch?
                    Nein – und das aus gutem Grund: Vollsymmetrischen Verstärkern wird der Vorteil nachgesagt, dass sich Klirranteile im positiven und negativen Zweig kompensieren und sie so insgesamt klirrärmer sind. Rein messtechnisch stimmt das zwar, aber wenn man sich die Sache im Detail anschaut, sieht man, dass sich nur die geradzahligen Klirrkomponenten reduzieren. Die ungeradzahligen steigen sogar. Diese Klirrverlagerung von gerad- auf ungeradzahligen Klirr ist ein Grund, warum vollsymmetrische Verstärker immer steril und analytisch klingen. Das wollen wir vermeiden. Wir verwenden daher unsere extrem klirrarmen HV Verstärker – die sind so gut, die brauchen keine Tricks.
                    Das Klirrspektrum unserer HV Verstärker is extrem harmonisch und führt zu einem sehr natürlichen Klangbild (was auch glaube ich von allen, die die Verstärker gehört haben, bestätigt wird).
                    Dieses Klangbild würde durch vollständige Symmetrie zerstört.

                    Mal so als Denkanregung: In vielen audiophilen Zirkeln wird die Single-Ended Class-A Röhre als das Mass aller Dinge geschätzt - es gibt aber nichts Unsymmetrischeres als eine Single-Ended Konfiguration !
                    Und noch etwas: vielleicht haben Sie schon einmal bemerkt, dass Brückenverstärker in der Regel grausig klingen. Brückenverstärker sind aber eben vollsymmetrische Schaltungen!


                    Ingo

                    Hi die Runde,
                    zu diesem Statement möchte ich gerne etwas sagen: das "Brückenverstärker in der Regel grausig klingen", kann ich persönlich nicht nachvollziehen und will es deshalb auch nicht unkommentiert so stehen lassen. Bei dem Umbau meiner T1-sen auf Vollsymmetrie (2 Verstärkerzüge pro Kanal) habe ich durchweg ein harmonischeres, aufgeräumteres und dynamischeres Klangbild wahrgenommen als per asymmetrische Signalverarbeitung. Kann ich gerne jedem demonstrieren hier bei mir. Ob eine symmetrische Signalübertragung mit Desymmetrierstufe im Verstärker zu ähnlich guten Ergebnissen führen kann, will ich damit nicht bestreiten. Und Messwerte sind mir zunächst völlig Schnuppe, nur das was am Ohr ankommt zählt!

                    Ich denke aber, die Herren Candeias von B.M.C.-Audio and Herr Hammer von der Firma Soulution würden nicht so großen Erfolg haben mit ihren Produkten, wenn obige Behauptung wahr wäre. Diese schwören auf das vollsymmetrische Konzept und ehrlich gesagt, habe ich noch keinen besseren Verstärker als die Soulution Vor- und Monoendkombi bis dato gehört! Von streng-analytischem Klang kann bei diesen AMPs absolut keine Rede sein!
                    Vielmehr scheuen die Hersteller den doppelten Aufwand, weil es das Gerät so extrem verteuert und dann die Vermarktung schwieriger wird. Außerdem wäre bei Vollsymmetrie dann der Klangabfall der Klinkenbuchse auch noch deutlicher herauszuhören, was Vermarktungsprozessen zuwiderläuft: man möchte ja eine möglichst große Kundengruppe erreichen und leider ist das bei den Kopfhörern immer noch der Klinkenanschluss. Ich wiederhole mich: "Aus klanglicher Sicht hat dieser Stecker/Buchse schon lange ausgedient". Ich bin und bleibe ein Verfechter der Vollsymmetrie für besseren Klang.

                    Genießt die Musik

                    Hans-Peter
                    Quelle: Medevoort MP470 AES-modifiziert+WinServer2019/16+AO+Fidelizer, Jörg´s-DAC mit OCXO-Clock, Medevoort CD350, Goldnote CD-1000
                    AMP: KH-AMP-Eigenbau, 2x SRM-T1 modifiziert,
                    Kopfhörer: Stax SR-009, Mysphere3.2, Stax SR-507, SR-Lambda-Signature, Perun Live, Kingsound KS-H3
                    Zubehör: ifi-USB3.0-Filter+ifi-Galvanic3.0, Oyaide-NF-Kabel, Eigenbau NF-/Power-Kabel, Powerfilter, Eigenbau-Gerätefüße
                    Musik: Klassik, Kirche, Jazz, Song-Writer, Pop-Rock

                    Kommentar


                      Hallo Hans-Peter,

                      Deinen Einwand kann ich nachvollziehen, die zitierte Formulierung ist recht plakativer Natur, insbesondere deshalb, da Hörgeschmäcker individuell unterschiedlich sind.
                      Insofern respektiere und akzeptiere ich Deine Klangeinschätzungen. Wenn ich recht erinnere, wurde der symmetrische Betrieb von KH vor etwa 10 Jahren populär und seitdem haben sich eine Reihe von symmetrischen KHV etabliert aber auch solche, die symmetrische Ein- und Ausgänge haben, dazwischen aber asymmetrisch arbeiten. Während ich die Vorteile der symmetrischen Signalübertragung und ihrer Anschlussbuchsen verstehe, tue ich mich mit symmetrischen Verstärkern schwer (von Car Hifi mal abgesehen, wo man mit niedriger Spannung hohe Leistung generieren möchte). Jeder Verstärker erzeugt Verzerrungen und Rauschen und in einem symmetrischen Stereo-Verstärker arbeiten davon nunmal 4 statt 2. Zudem arbeiten KH-Treiber von sich aus symmetrisch, da der über einen Leiter zugeführte Strom über den anderen Leiter abfliesst. Welchen technischen Vorteil eine symmetrische Verstärkung für die KH-Treiber bietet, erschließt sich mir nicht. Dass ein symmetrischer Verstärker klanglich anders sein und auch gut gefallen kann ist plausibel, schließlich können die (ggfs. harmonischen) Verzerrungsprodukte dazu beitragen, das ist ja auch völlig ok. Die reine Lehre ist es aber eigentlich nicht und so verstehe ich T+A's Statement. Davon abgesehen gibt es auch zahlreiche, gut beleumundete KHV, die weder symmetrische Anschlüsse haben noch symmetrisch arbeiten und da kann ich mich bei symmetrischen Verstärkern manchmal des Eindrucks nicht erwehren, dass schlicht ein höherer Preis erzielt werden soll. Das solche Verstärker top sein können bestreite ich natürlich nicht.

                      Viel Spaß beim Musik hören und liebe Grüße

                      Rainer

                      Kommentar


                        @Ingo Litta: ich finde es absolut vorbildlich von dir als Händler, wie du uns hier mit Informationen versorgst und wollte deshalb nur mal kurz danke sagen. Danke!

                        Wenn die Geschäfte wieder öffnen dürfen, werde ich vielleicht mal einen Hörtermin machen und, wenn möglich, direkt mit meinem SR-007MKI Serial 70XXX vergleichen. Sehe ich das richtig, dass ich den Stax bei dir dann von einem T-8000 antreiben lassen könnte? Wäre nämlich bisschen doof, wenn ich neben dem Hörer auch noch meinen KGSS mitbringen würde.

                        Und vielleicht kommt hier ja noch jemand aus Wiesbaden und Umgebung und wir könnten uns als kleine Gruppe treffen? Habt ihr Lust?

                        LG
                        Daniel

                        Kommentar


                          Hallo Ingo,

                          auch von mir erneut vielen Dank dafür, was Du hier produktpräsentationstechnisch auf die Beine stellst.

                          Gerade die Art und Weise, in der seitens T&A auf die doch schon etwas ins detailliertere gehenden Fragen geantwortet wurde, sprechen nicht nur für die Konstruktion des Produktes als solches sondern auch bzw. gerade für den Hersteller und den Unternehmensgeist, der dort vorzuherrschen scheint.

                          Klasse!

                          VG, Thomas

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                            Zitat von Provisorium Beitrag anzeigen
                            @Ingo Litta: ich finde es absolut vorbildlich von dir als Händler, wie du uns hier mit Informationen versorgst und wollte deshalb nur mal kurz danke sagen. Danke!
                            Diesem Dankeschön schließe ich mich gerne an.
                            Zitat von Provisorium Beitrag anzeigen
                            Wenn die Geschäfte wieder öffnen dürfen, werde ich vielleicht mal einen Hörtermin machen und, wenn möglich, direkt mit meinem SR-007MKI Serial 70XXX vergleichen. Sehe ich das richtig, dass ich den Stax bei dir dann von einem T-8000 antreiben lassen könnte? Wäre nämlich bisschen doof, wenn ich neben dem Hörer auch noch meinen KGSS mitbringen würde.

                            Und vielleicht kommt hier ja noch jemand aus Wiesbaden und Umgebung und wir könnten uns als kleine Gruppe treffen? Habt ihr Lust?

                            LG
                            Daniel
                            An einem solchen Hörvergleich hätte ich nach der Corona-Krise auch Interesse, wenn auch im Vergleich mit der Kombi aus Stax SR-009S und dem SRM-T8000.

                            @Ingo Litta: Ich möchte gerne etwas mehr zu dem im T+A HA 200 verbauten DAC zu erfahren. Wie vergleicht sich die digitale Sektion einschließlich der analogen HV-Ausgangsstufe im HA 200 mit anderen in der HV-Serie, z.B. beim SD 3100 HV oder MP 3100 HV, verbauten Systemen? Sind im HA 200 dieselben Schaltungen verbaut? Falls nicht, wo liegen die Unterschiede?

                            Gruß,
                            HighHead

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                              Zitat von Transient Beitrag anzeigen
                              Lieber Ingo,

                              damit habe ich nun gar nicht mehr gerechnet, umso mehr freue ich mich über die sehr ausführliche, offene und technisch fundierte Antwort von T+A.
                              Die Detailbeschreibungen machen den HA 200 für mich noch sympathischer und unwiderstehlicher.
                              Bitte richte den Herren meinen aufrichtigen Dank aus, der gleichermaßen auch Dir gilt !!!

                              Herzliche Grüße
                              Rainer
                              Gerne Rainer, Deinen Dank habe ich an T+A weitergegeben.

                              Bleib' gesund!

                              Viele liebe Grüße, Ingo
                              Gewerblicher Teilnehmer
                              Wiesbaden
                              sigpic

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                                Lieber Daniel, lieber Thomas, lieber HighHead,

                                über Eurer liebes Feedback habe ich mich sehr gefreut. Wenn wir den Corona-Virus besiegt haben, können wir uns hier in Wiesbaden gerne treffen. Ein Vergleich zum Stax SR-009 S mit SRM-T8000 als Treiber und dem T+A Solitaire P mit T+A Solitaire HA 200 ist hier dann auf jeden Fall möglich.

                                So nun zur offenen Frage

                                Zitat von HighHead Beitrag anzeigen
                                @Ingo Litta: Ich möchte gerne etwas mehr zu dem im T+A HA 200 verbauten DAC zu erfahren. Wie vergleicht sich die digitale Sektion einschließlich der analogen HV-Ausgangsstufe im HA 200 mit anderen in der HV-Serie, z.B. beim SD 3100 HV oder MP 3100 HV, verbauten Systemen? Sind im HA 200 dieselben Schaltungen verbaut? Falls nicht, wo liegen die Unterschiede?

                                Gruß,
                                HighHead
                                hier die Antwort, die ich heute morgen von T+A erhielt:

                                "Der PCM Part (Quadruple DAC) ist bei allen Geräten schaltungstechnisch komplett identisch.
                                Hier haben lediglich die HV Geräte eine höhere Betriebsspannung (HV Technik) der Analogstufen.

                                Im DSD Teil beruhen die Schaltungen auf dem gleichen T+A True 1 Bit Wandlerprinzip, lediglich die
                                Anzahl der Wandlerelemente pro Kanal ist unterschiedlich:

                                MP 3100 HV: 6 Elemente
                                Solitaire HA 200: 8 Elemente
                                SD(V) 3100 HV: 16 Elemente

                                Je höher die Anzahl der Elemente, desto niedriger ist z.B. das Grundrauschen."



                                Bleibt gesund!

                                Viele Grüße, Ingo
                                Gewerblicher Teilnehmer
                                Wiesbaden
                                sigpic

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