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Koss Porta Pro, modifiziert von Hartmut Alt

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    Koss Porta Pro, modifiziert von Hartmut Alt

    Hallo zusammen,
    vor einiger Zeit wurde ich durch div. Reviews auf den Koss Porta Pro aufmerksam, den Hartmut Alt (hier im Forum "Amplitudensieb") unter seine Fittiche genommen hat, um dessen Treiber aufwändig zu modifizieren und ihm ein SolidCore Reinsilberkabel zu spendieren. Dieses Silberkabel ist geflochten und besitzt einen sehr hautsympathischen und völlig mikrofonie-freien Sleeve aus einem Baumwollgewebe. Klasse.

    Nachdem ich mit Herrn Alt Kontakt aufnahm, bot er mir ein Testexemplar an, welches ich dankend annahm.
    Dazu sei gesagt, dass ich den originalen Koss Porta Pro schon vorher kannte, er mir aber aufgrund seines etwas schwabbeligen und aufgeweichten Tiefttons und seiner zum Teil scharfen Höhen nicht wirklich gefallen hatte. Umso mehr war ich gespannt, wie das modifizierte Modell nun klingen würde.

    Über den Hörer selbst braucht man eigentlich nicht mehr viel zu sagen, das Ding ist legendär und hat nicht umsonst eine nach wie vor große Fangemeinde, da die Fa. Koss es mit diesem kleinen Ding geschafft hat, zumindest "Mid-Fi" in einer Preisklasse anzubieten, die sonst nur von kreischenden Plastik-Tröten ohne Grundton bevölkert wird.

    Zum Klang:
    Der Bass (Mid-/Oberbass) ist kräftig, keine Frage, aber hat in Sachen Kontur und Transparenz durch den Umbau deutlich gewonnen. Wer mal einen der ersten Philips Fidelio X1 oder einen Shure SRH-1540 gehört hat, der weiß, dass Bass durchaus in den Ohren weh tun kann. ;-) Beim kleinen Koss Porta tut gar nichts weh, der Bass federt schön knackig vor sich hin, ohne aber ein Eigenleben zu führen.

    Im Tief-Bass muss der Koss dann allerdings - naturbedingt - etwas Federn lassen, das ist bei dieser extrem "offenen" Bauweise aber auch kein Wunder.

    Den Grundton-Bereich empfinde ich im Vergleich zu meinem Audeze LCD2 etwas schlanker, was dem Koss aber sehr gut steht, denn dadurch wirken Gesangsstimmen noch eine Spur authentischer, ohne von unten heraus zu "aufgedickt" zu wirken.

    Viele Kopfhörer klingen durch eine zu starke Betonung der oberen Mitten auf Dauer auf mich etwas nervend, insbesondere bei höheren Pegeln. Der sonst excellent abgestimmte Sennheiser HD600 gehört zu diesen Kandidaten und selbst ein LCD2 kann das zuweilen (leider) ganz gut.

    Nicht so der modifizierte Koss. Der bleibt auch bei höheren Pegeln stets sauber und nahezu verzerrungsfrei; fast bin ich geneigt, die Sauberkeit mit einem Hifiman HE-500 zu vergleichen.

    Eine der großen Stärken des Koss ist aber (neben den sehr verfärbungsarmen Mitten) der Hochton !! Ich habe noch nie einen KH in der Preisklasse bis vielleicht 700-800 Euro gehört, der ein Becken oder eine Hi-Hat dermaßen klar und körperhaft darstellt, aber ohne jegliche Schärfe hinzu zu fügen.
    Das schafft in meinen Augen, bzw. Ohren nur ein Audeze, der aber wiederum nicht ganz so "brillant" in diesem Bereich spielt, wie der Koss Porta Pro.

    Umso erstaunlicher (bei aller Hochton-Brillanz) ist es von daher auch, dass der Koss keinerlei "Sibilanten-Zischeln" erzeugt. Unter Sibilanten versteht man stimmlose S-Laute im Gesang, die durch eine schmalbandige Erhöhung im FG zwischen 8 und 10 kHz zum "Zischen" neigen. Damit haben zB. Beyerdynamic Hörer öfters mal zu kämpfen.

    Die Gesamtabstimmung des Koss erinnert mich etwas an den neuen Hifiman HE-400i, allerdings mit stärkeren Tiefton- / und Grundtonanteil.
    Mitten und Höhen sind allerdings durchaus miteinander zu vergleichen.

    Auch Auflösung und Transparenz sind auf ganz, ganz hohem Niveau !!

    Insgesamt klingt der Koss sehr ausgewogen und harmonisch, wenngleich ich auch eine leichte "Badewanne" im FG vermute, d.h. Bass und Hochton scheinen leicht angehoben. Dass darunter jedoch die Mitten keinesfalls unterrepräsentiert sind, erstaunt mich ein weiteres Mal und ich kann nicht anders, als alle meine Hüte vor der Leistung von Hartmut Alt zu ziehen. :daumen:

    Gleichzeitig sieht man aber auch, welch unglaubliches Klang-Potenzial der kleine Koss schon in der Original-Version mit sich bringt. Mann muss den Tiger nur mal wecken... ;-)

    Der verwendete KHV ist eine (leicht modifizierte) Asus Essence One.
    Hartmut bietet jedoch für diesen Kopfhörer noch einen speziellen Vorverstärker "Le Audiophil" an, der dem kleinen Porta Pro sicher noch mehr Qualität entlocken kann.
    Für Fragen stehe ich gern zur Verfügung. Oder aber ihr sprecht Hartmut Alt selber an, hier unter "Amplitudensieb" zu finden. Er ist ein sehr netter, bescheidener und auskunftsfreudiger Mensch.

    Beste Grüße

    Zuletzt geändert von Ex_Schlappen; 08.03.2015, 17:49.

    #2
    Und was kostet das ganze?

    Grüße Rolf

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      #3
      Preis??

      Zitat von Dogopit Beitrag anzeigen
      Und was kostet das ganze?

      Grüße Rolf
      Ich glaube die Modifikation kostet 120 €. Bei der erreichten klanglichen Qualität ein echter Knaller.

      VG
      Rüdiger
      Der Vorteil de Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann. Das Gegenteil ist schon schwieriger. (K. Tucholsky)

      Kommentar


        #4
        Zitat von Rudi Beitrag anzeigen
        Ich glaube die Modifikation kostet 120 €. Bei der erreichten klanglichen Qualität ein echter Knaller.
        So sieht das aus.
        Vor allem, wenn man bedenkt, welche Preise andere allein für ein Reinsilber-Kabel nehmen..

        Beste Grüße

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          #5
          Na das ist eine
          Überlegung wert, Danke
          Grüße Rolf

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            #6
            Ach so, ferner sollte man noch erwähnen, dass der Koss nur ca. 70 Gramm wiegt und sich sehr gut der Kopfform anpasst. Er ist so gut wie nicht zu spüren, und ich würde ihn jederzeit einem IN-Ear vorziehen. "Isolation" ist allerdings selbstredend gleich Null. :-)

            Grüße

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              #7
              Vielen Dank für den sehr guten ausführlichen Bericht.

              Wie ist denn die Räumlichkeit / Bühne etc. mit dem Mod? Ich habe in Erinnerung, dass der Originale es nicht geschafft hat, den Klang vom Ohr zu lösen und mir das etwas sehr direkt vorkam. Ist das mit dem Mod besser?
              LH Labs GO2A - Sennheiser HD650M / Focal Clear / Vision Ears VE6 X2

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                #8
                edit. falscher Thread

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                  #9
                  Zitat von maibuN Beitrag anzeigen
                  Vielen Dank für den sehr guten ausführlichen Bericht.

                  Wie ist denn die Räumlichkeit / Bühne etc. mit dem Mod? Ich habe in Erinnerung, dass der Originale es nicht geschafft hat, den Klang vom Ohr zu lösen und mir das etwas sehr direkt vorkam. Ist das mit dem Mod besser?
                  Räumlichkeit/Bühne in etwa mit einem Sennheiser HD600 vergleichbar.

                  Der Koss hat keine extrem auseinander gezogene Bühne wie ein K701 oder ein HD800, er klingt insgesamt aber auch nicht so gedrungen wie ein Audeze, liegt deshalb irgendwo dazwischen. Der Faktor Bühne/Räumlichkeit lässt sich immer schwer mit Worten beschreiben. Jedenfalls ist da nichts, was mir unangenehm auffällt, oder völlig anders wäre, als bei anderen Hörern.
                  Separation/Ortung von Stimmen u. Instrumenten ist auf hohem Niveau, ohne aber die "Bindung" zueinander zu verlieren, bzw. die Musik zu sehr auseinander zu reißen (wie es imo ein K701 macht).

                  Beste Grüße

                  Kommentar


                    #10
                    Zitat von gunther.arens Beitrag anzeigen
                    Räumlichkeit/Bühne in etwa mit einem Sennheiser HD600 vergleichbar.

                    Der Koss hat keine extrem auseinander gezogene Bühne wie ein K701 oder ein HD800, er klingt insgesamt aber auch nicht so gedrungen wie ein Audeze, liegt deshalb irgendwo dazwischen. Der Faktor Bühne/Räumlichkeit lässt sich immer schwer mit Worten beschreiben. Jedenfalls ist da nichts, was mir unangenehm auffällt, oder völlig anders wäre, als bei anderen Hörern.
                    Separation/Ortung von Stimmen u. Instrumenten ist auf hohem Niveau, ohne aber die "Bindung" zueinander zu verlieren, bzw. die Musik zu sehr auseinander zu reißen (wie es imo ein K701 macht).

                    Beste Grüße
                    Wie welcher Audeze? Ich fand den Mod in Sachen Bühne gleichwertig mit einem LCD2, eventuell den Koss minimal besser allerdings hörbar gedrunger als einen LCD-X, sprich der LCD-X hatte für mich eine breitere Bühne und generell mehr Räumlichkeit. Aber wie du schon sagst, das ist sehr subjektiv und man muss es selbst hören.

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                      #11
                      Wie welcher Audeze?
                      Verglichen mit einem LCD2 (ohne Fazor)...
                      Wobei dieses "gedrungen" jetzt auch nicht unbedingt negativ zu werten ist.
                      Für mich hat der LCD2 eine eher "intime" Bühne, der Koss spielt da etwas "freier" und ausladender nach meinem Empfinden.

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                        #12
                        im grunde muss man schauen was man für den preis sonst noch bekommen würde und das wäre ein gebrauchter akg 701 zb


                        dann müsste man die beiden vergleichen und schauen was einen besser gefällt :-)

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                          #13
                          Genau um den 701 geht es ja auch zufällig in dem Thread hier.

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                            #14
                            quatsch nich dumm..es geht in fast jedem tread um vergleichskopfhörer

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                              #15
                              Werde ich versuchen.
                              Kann ich dich als Vorbild nehmen (für quatsch nicht dumm)?

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