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Impedanzen klangbeeinflussend ?

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    Impedanzen klangbeeinflussend ?

    Hallo zusammen,

    in den letzten Jahrzehnten hat sich das Angebot der Hersteller massiv zu niedrigen Impedanzen hin entwickelt. Hauptsächlich, um den Wirkungsgrad zu erhöhen, denn das verkauft sich grundsätzlich erst mal besser.

    Das betrifft passive Lautsprecher und Kopfhörer gleichermaßen.

    Wirft man aber z.B. mal einen Blick auf die klassischen Premium-KH, so fällt auf, dass hier sehr häufig mit höheren Impedanzen gearbeitet wird (teilweise sogar bis 600 Ohm hoch).

    Auch die vielen sicherlich noch bekannte HiFilautsprecher-Legende "Rogers LS 3/5A war anfangs auf 16 Ohm ausgelegt, wenn mich nicht alles täuscht, gab es sogar eine 32 Ohm-Variante. An diese winzige Monitore mussten potente Vollverstärker angeschlossen werden, deren Gehäusevolumen das der LS 3/5A selbst nicht selten um ein vielfaches übertraf :lol:

    4-Ohm-Lautsprecher und niederohmige Kopfhörer gab es hingegen auch damals schon. Schlussfolgernd müssen sich die Konstrukteure (abgesehen von einer geringeren Wärmeentwicklung der Amps) bei den hohen Impedanzen ja etwas gedacht haben....

    Kann jemand näheres dazu sagen ?
    Zuletzt geändert von keinkombigerät; 03.08.2018, 10:44.
    Gruß

    Patrik


    Nicht selten beruht die Religion der Wissenschaft auf dem Ketzertum der Forschung

    #2
    nix Wirkungsgrad

    .
    Eine niedrigere Impedanz erhöht nicht den Wirkungsgrad!

    Der Wirkungsgrad wird in % angegeben.
    Dann gibt es noch die Angaben bei 1 Watt und da ist es auch egal, ob 4 oder 8 Ohm; 1 Watt Verstärkerleistung ist 1 Watt Verstärkerleistung.
    Die Impedanz spielt nur eine Rolle bei der Messung mit einer vorgegebenen Spannung (i.d.R. 2,83 V). Hierbei wird bei niedrigerer Impedanz mehr Leistung abgegeben.

    Das hat aber mit Wirkungsgrad nichts zu tun!

    Und klangbeeinflussend ist die Impedanz für sich gesehen auch nicht.

    Gruß
    AIR

    gewerblicher Teilnehmer
    www.weidlich-audio.de

    Kommentar


      #3
      Hallo,
      Zitat von AIR Beitrag anzeigen
      Eine niedrigere Impedanz erhöht nicht den Wirkungsgrad!
      Doch.

      Die Formel für den Wirkungsgrad:



      Re ist der Gleichstromwiderstand der Schwingspule.

      Gruss

      Thomas

      P.S.
      Parameter, die den Wirkungsgrad erhöhen:

      - stärkerer Antrieb (Bl²)
      - größere Membranfläche (Sd²)
      - geringere Membranmasse (Mms²)
      - geringerer Widerstand der Schwingspule (Re)
      Angehängte Dateien
      Zuletzt geändert von tmr; 03.08.2018, 14:31.
      http://www.highfidelity-aus.berlin/
      Gewerblicher Teilnehmer

      Kommentar


        #4
        Zitat von tmr Beitrag anzeigen
        Hallo,Doch.
        P.S.
        Parameter, die den Wirkungsgrad erhöhen:


        - geringerer Widerstand der Schwingspule (Re)
        Das ist mir neu und etwas unverständlich, ein Tieftöner verändert doch nicht seinen Wirkungsgrad nur weil er einen geringeren Re hat.

        Ich kenne das nur so, "ein Watt ist ein Watt" an Leistung, die wird in Schalldruck umgewandelt und in einem Meter Abstand gemessen.

        oder....?

        Nur mal so als Beispiel Visaton W130 X http://www.visaton.de/de/produkte/ch...30-x-2-x-4-ohm dieser verfügt über zwei 4 Ohm Schwingspulen und lässt sich in drei Versionen betreiben ;

        Anschlussmöglichkeiten:

        (1) eine Schwingspule offen (4 Ohm)
        (2) beide Schwingspulen in Reihe (8 Ohm)
        (3) beide Schwingspulen parallel (2 Ohm)

        Unter Technische Daten kann man sehen das der Schalldruckpegel von
        78 dB (1 W/1 m) sich nicht ändert, egal wie er betrieben wird.

        Habe ich da was grundlegend falsch verstanden......


        Gruß Daniel
        Zuletzt geändert von Tenelle; 03.08.2018, 15:38.

        Kommentar


          #5
          Hallo,
          Zitat von Tenelle Beitrag anzeigen
          Das ist mir neu und etwas unverständlich, ein Tieftöner verändert doch nicht seinen Wirkungsgrad nur weil er einen geringeren Re hat.
          So ist halt die Physik...
          Zitat von Tenelle Beitrag anzeigen
          Habe ich da was grundlegend falsch verstanden......
          Nein, höchstens was dazugelernt...
          rost:

          Gruss

          Thomas

          P.S.
          Bei deinem Visaton-Beispiel sind die Bl-Werte natürlich impedanzabhängig, so daß sich die Unterschiede etwas aufheben.
          Zuletzt geändert von tmr; 03.08.2018, 16:24.
          http://www.highfidelity-aus.berlin/
          Gewerblicher Teilnehmer

          Kommentar


            #6
            kann man hier sehr gut vergleichen:

            https://www.faitalpro.com/en/product...p?id=101040110

            https://www.faitalpro.com/en/product...p?id=101040112

            Eine Schwingspule mit niedrigerem Widerstand kann durch die niedrigere Schwingspuleninduktivität mehr Mittel-/ Hochtonenergie aufnehmen.
            Im unteren Bereich dürften sich die Schalldruckkurven leistungsbereinigt decken.
            Der Vorteil bei höherer Impedanz ist, dass man den Schallpegelanstieg zum Hochton hin weniger kompensieren muss.
            Nach sauberer Beschaltung dürfte kein nennenswerter Gewinn übrig bleiben.
            Natürlich muss immer individuell das Chassis und dessen Konstruktion berücksichtigt werden.

            B. Timmermanns z.B. hat sich zusammen mit SEAS einen 18er Excel Magnesium mit 12 Ohm entwickelt der diesen Sprung im Mittelton im eingebauten Zustand fast nicht mehr aufweist.

            Gruss Marc
            Zuletzt geändert von boxworld; 03.08.2018, 17:38.
            Schwarz, 33 1/3rpm und Horn

            Kommentar


              #7
              Auch wenn ich nicht so viel weiß, weil ich mich nicht sonderlich mit dem Thema beschäftigt habe, schreibe ich auch mal einen Beitrag.
              Mein erster technischer Support oder auch Senf quasi..:zwink:

              Zum einen ist es doch so, das der Impendanzverlauf eines LS Auswirkungen auf den Verstärker und auch auf die LS Kabel Eigenschaften Einfluß nehmen.
              Somit ist es auch Klangbeeinflussend. Oder? Würde ich jetzt mal vermuten, also nicht direkt, sondern eben indirekt.

              Zum Wirkungsgrad, noch eine Vermutung, wie ist das denn bei PA Chassis, die einen hohen Wirkungsgrad haben, die haben den doch unter anderem wegen der harten Sicken. Also ist doch der Membranwiderstand /mechanische Güte für den Wirkungsgrad fördernt oder.

              :mussweg:
              Grüße
              Matthias:lol:
              Ich komme an den Smilies einfach nicht vorbei.:clowni:
              Zuletzt geändert von MJ77; 03.08.2018, 18:34.

              Kommentar


                #8
                Wenn man korrekt mit dem leistungsbezogenen Wirkungsgrad rechnet, ändert sich dieser *nicht* mit dem Schwingspulenwiderstand, entscheidend ist die Masse des Kupfers. Spannungsbezogen ändert er sich schon.

                Das steckt auch in der von Thomas gezeigten Formel mit drin. Wickle ich den Draht ab, schneide ihn der Länge nach durch und wickle ihn wieder drauf, hat sich BL verdoppelt und Re vervierfacht, damit bleibt der Wirkungsgrad (und die Kupfermasse) gleich, weil der skaliert mit (BL)²/Re.

                Aber aufgrund der zu großen Induktivität bei sehr hochohmigen Spulen mit vielen Windungen und durch die Stromverdrängung bei zu kleinem Spulenwiderstand (Extremfall: eine einizge Windung einer dicken Folie) gibt es einen sinnvollen Bereich für den Widerstand, der zudem von der Technik der Verstärker weiter beschränkt wird, weil sehr hoher Widerstand sehr hohe Spannungen erfordern würde und sehr niedriger sehr große Ströme.
                Lest mehr Henry W. Ott, Douglas C. Smith und Ralph Morrison!

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                  #9
                  Zitat von MJ77 Beitrag anzeigen
                  Zum Wirkungsgrad, noch eine Vermutung, wie ist das denn bei PA Chassis, die einen hohen Wirkungsgrad haben, die haben den doch unter anderem wegen der harten Sicken.
                  Nein, entscheidend ist die geringe bewegte Masse bei viel Fläche und der starke Antrieb.
                  Lest mehr Henry W. Ott, Douglas C. Smith und Ralph Morrison!

                  Kommentar


                    #10
                    Zitat von KSTR Beitrag anzeigen
                    Nein, entscheidend ist die geringe bewegte Masse bei viel Fläche und der starke Antrieb.
                    Kann da jetzt nicht wiedersprechern, ABER ich dachte immer das ist ähnlich einem Horn, was gegen die gestaute Luft arbeiten muß und dadurch einen hohen Wirkungsgrad bekommt.
                    Wie gesagt, ungesichertes Laien Wissen.

                    Kommentar


                      #11
                      Ein Horn hat seinen hohen Wirkungsgrad, weil die Luft nicht zur Seite ausweichen kann. Dadurch muss sie die Energie der Membran effektiver aufnehmen. Es handelt sich quasi um eine geführte Welle. :teach:

                      Und dann gibt es noch weitere Aspekte. st:

                      http://www.hifi-wiki.de/index.php/Wa...irkungsgrad%3F
                      Zuletzt geändert von Wonneproppen; 03.08.2018, 20:41.
                      Wer mich nicht lieb hat, muss noch an sich arbeiten.

                      Kommentar


                        #12
                        Soll auch so stehen bleiben, nur dachte ich halt, das die Membran, bei einer harten Einspannung eben auch eher zum schwingen gebracht wird, weil sie eben nicht wegkann. Aber ist wieder was anderes, sehen ich ein, das ich falsch lag.

                        Grüße und zurück zur Impendanz, fand ich nämlich super interessant, weil meine LS auch so ein Hoch bis 200Ohm haben.
                        Schönes WE euch
                        Matthias

                        Kommentar


                          #13
                          Zitat von MJ77 Beitrag anzeigen
                          Kann da jetzt nicht wiedersprechern, ABER ich dachte immer das ist ähnlich einem Horn, was gegen die gestaute Luft arbeiten muß und dadurch einen hohen Wirkungsgrad bekommt.
                          Wie gesagt, ungesichertes Laien Wissen.
                          Jein,

                          nimm als Beispiel diese Chassis hier:

                          http://www.visaton.de/de/produkte/ch...me/b-200-6-ohm

                          Dieses Chassis ist so konstruiert das sich mit steigender Frequenz die wirksame Membranfläche zur Mitte hin verkleinert. Bei 15kHz schwingt der "Kolben" als Biegewellenwandler, die Schallquelle befindet sich im Bereich der Schwingspule, die hier sehr tief gezogene NAWI (nicht abwickelbar) Membran dient der Schallquelle dann gleichzeitig als Schallführung, ähnlich wie bei einem Coax...

                          Gruss Marc
                          Schwarz, 33 1/3rpm und Horn

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                            #14
                            Zitat von AIR Beitrag anzeigen
                            .

                            Die Impedanz spielt nur eine Rolle bei der Messung mit einer vorgegebenen Spannung (i.d.R. 2,83 V). Hierbei wird bei niedrigerer Impedanz mehr Leistung abgegeben.

                            Gruß
                            AIR


                            Hallo Air,

                            führt dieses "mehr an Leistung" unter raumakustisch gleichen Bedingungen denn nicht automatisch auch zu einer leichten Anhebung der Lautstärke / Wirkungsgrad ? Dachte ich zumindest immer. Umgekehrt ist es ja auch so, daß bei extrem hochohmigen Boxen wie den beispielhaft angeführten Rogers LS 3/5A auch megapotente Endstufen angeschlossen werden müssen, damit aus den Winzlingen überhaupt was raus kommt.....
                            Zuletzt geändert von keinkombigerät; 04.08.2018, 14:19.
                            Gruß

                            Patrik


                            Nicht selten beruht die Religion der Wissenschaft auf dem Ketzertum der Forschung

                            Kommentar


                              #15
                              Zitat von tmr Beitrag anzeigen
                              Die Formel für den Wirkungsgrad:



                              Re ist der Gleichstromwiderstand der Schwingspule.

                              Gruss

                              Thomas



                              Hallo Thomas,


                              ich gehe jetzt mal einfach davon aus, daß die Formel stimmt. Was für Mathematiklegasteniker wie meine Wenigkeit aber leider nicht viel daran ändert, daß sie auf mich wie die fachchinesische Berechnungsgrundlage eines neuartigen Ionenantriebs für Raumfähren wirkt. :lol:
                              Zuletzt geändert von keinkombigerät; 04.08.2018, 14:32.
                              Gruß

                              Patrik


                              Nicht selten beruht die Religion der Wissenschaft auf dem Ketzertum der Forschung

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