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Vorstufe - klein, präzise, selbstgebaut...

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    Vorstufe - klein, präzise, selbstgebaut...

    Hallo,
    ich berichte Euch hier vom Bau eines kleinen Vorverstärkers.

    Das Gerät wird zur analogen Abnahme von einer PA, als eine Art "Kabeltreiber" benötigt.
    Das Problem liegt in der räumlichen Distance zwischen Bühne /DJ und dem Technikrack. Der Sekundärausgang des DJ Systems kann keine 15m Kabel treiben, ohne dass es zu hörbaren Klangveränderungen kommt. Das liegt auch in der - im Vergleich zum Mainausgang - "dünnen" Monitor Ausgangsstufe.
    So aufzunehmen macht wenig Sinn.
    Es soll also der Mainausgang als Quelle abgenommen werden.

    Dies führt konstruktiv sofort zu einer speziellen Anforderung an das Gerät bzw. der Vorgabe, dass der Treiber...also das Mainsignal - möglichst keine weitere Impedancebelastung erfahren soll.

    Es geht also darum, einen Vorverstärker mit verhältnismäßig hoher Eingangsimpedance zu bauen, der die Quelle nur minimal belastet und der das Signal am Ausgang mit ausreichend hoher Performance abbildet.
    Dabei soll das Gerät auch für längere Kabelwege geeignet sein.

    Prinzipell wäre das Ergebnis ein kleiner Kasten mit 4 Audioconnectoren und einem Poweranschluss....fertig.

    Poweranschluss klingt gut...aber was für Power? Netzspannung oder Kleinspannung?
    Was für ein Verstärker soll eigentlich in dem Kasten sein - und was für eine Stromversorgung würde man dafür benötigen?

    Wenn man das Ganze z.B. als Röhrenvorstufe haben möchte, wird die Powerfrage und deren Ausführung lebensgefährlich -
    Bei meinen geringen Röhrenerfahrungen keine gute Idee. :mussweg:

    Wenn man mit diskreter Transistortechnik arbeiten will, benötigt man eine symmetrische Betriebsspannung, oder man hat Koppelkondensatoren im Signalweg.
    Bei OPV Technik ist das im Prinzip gleich.

    Wenn man aber eine symmetrische Betriebsspannung benötigt, wird das mit einem Steckernetzteil nichts, weil es diese Steckernetzteile nicht mit solchen Ausgangsspannungen gibt, bzw. ich keine gefunden habe, die mir gefallen. st:

    Also müssen wir das Netzteil irgendwie auch selber bauen.
    Sinnvoll wäre es, das Netzteil in das Gehäuse, in dem sich der Verstärker befindet mit einzubauen.
    Wenn man es so macht, bräuchte man einen Schalter, mit dem man den Verstärker von der Front Ein / Ausschalten kann.
    Und natürlich gehört dazu eine Power LED.

    Als Gehäuse für den Vorverstärker soll ein altes 1HE 19" Leergehäuse aus Stahlblech mit Aluminiumfront dienen , was seit Jahren rumliegt und immer mit dem Gedanken...da kann man mal nen Vorverstärker oder sowas reinbauen....
    von einer Ecke in die andere geräumt wurde.

    OK, wenn man das Gehäuse betrachtet, ist da ne Menge Platz drin.
    Es ist 44cm breit und 25cm tief.
    Gäbe es da nicht die Möglichkeit, die Austattung und die Fähigkeiten des zu bauenden Verstärkers zu erweitern?

    Warum nicht einen schaltbaren Eingang bauen? Da könnte man mehrere Eingangskanäle und sogar mit unterschiedlichen Eingangsimpedancen machen...

    Und warum nicht einen zusätzlichen, in der Lautstärke regelbaren Verstärker /Ausgang einbauen ? - damit könnte man dann sogar eine Endstufe ansteuern.

    Final, möchte ich auch gern noch eine Kopfhörerbuchse in die Front.

    Alles in allem ist das jetzt aber mehr als nur 2 Verstärker für rechts und links.

    Jetzt gibt es Schalter und Potis auf der Front...es gibt Signalwege im Inneren, und 3 VV Ausgangspaare, die unabhängig voneinander spielen sollen.
    Fixed Out, Variable Out, Variable Out Headphone.
    Alle Ausgänge sollen jeweils ihren eigenen Verstärker haben

    Soweit erst einmal die Planung für das zu bauende Gerät
    Viele Grüße
    Frank
    Zuletzt geändert von ninioskl; 17.04.2018, 21:47.

    #2
    Grundüberlegungen, Konzept, Gehäuse, Netzteil

    Wir werden die einzelnen analogen Verstärker in OPV Technik ausführen.
    Wir versprechen uns davon verschiedene Vorteile.

    Einen möglichst kurzen Signalweg durch alle Verstärkerzüge - und natürlich definierte und konstante Ergebnisse, was die eigentliche Audioschaltung und deren Auslegung betrifft.

    Meint, die mit dem Operationsverstärker erreichbaren Werte, wie Power supply rejection oder THD+N wären mit diskreten Transistorschaltungen nicht bzw. nur sehr schwer realisierbar.

    Wir werden single OPVs in DIL8 Gehäuse verwenden. In jedem Chip befindet sich also nur ein Verstärker.
    Zum Betrieb benötigen wir +- 17V Gleichspannung an jedem der OPVs.

    Bevor man in das Gehäuse irgend etwas einbauen kann, muss die Rückwand des Stahlgehäuses verarztet werden.
    Da wo man die Audiobuchsen einbauen würde, befinden sich kleine Lüftungslöcher im Blech.

    Ich habe ein Aluminiumprofil als neue Rückwand bündig aufgesetzt und in Diese die Chinchbuchsen montiert.

    Außerdem habe ich einen Kaltgeräteeingang mit Filter in die Rückwand montiert.

    Viele Grüße Frank
    Angehängte Dateien
    Zuletzt geändert von ninioskl; 17.04.2018, 22:48.

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      #3
      Ein paar Gedanken:
      Ich würde die RCA-Buchsen nicht isoliert montieren, sondern direkt auf's Alu, und auf der Innenseite dicker Kupferfolie unter den Buchsenkragen. Das ist dann die solide Referenz-"Masse" und HF-fest bzgl der Kabelschirme (wenn der Rest des Gehäuses "zu" ist, diesbezgl.). Die Kupferfolie ginge über ein ganz kurzes schmales Stichsegement dann an eine Querseite des PCB, auf die Masse-Plane. Auch der (Klasse-II ?) Netz - oder Niedervolt-Eingang bezieht sich auf dort, also die I/O-Masse unter den Buchsen. Und auch ein etwaiger Send zu den Kopfhörerbuchsen. Die Masse auf der Platine möchte komplett frei sein von Querströmen aller Art, das ist einfach schon mal die halbe Miete. Und auf die Plane dann die lokale Versorgung und die Audioschaltung, nach Wahl. Aber alles gut für HF resistiv abgehangen. Ich erwähne das alles deshalb, weil meiner Erfahrung nach die beste Audio-Schaltung nichts bringt wenn die unmittelbare Systemumgebung, schon im/am Gerät, nicht möglichst defensiv ist bzw gemacht wird, vor allem wenn man wie du vorhat das Gerät unter uU relativ elektrisch rauhen Betriebsbedingen zu fahren.

      Und nun viel Erfolg mit dem Vorhaben!
      Zuletzt geändert von KSTR; 17.04.2018, 23:34.
      Lest mehr Henry W. Ott, Douglas C. Smith und Ralph Morrison!

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        #4
        Netzteil und Stromversorgung

        Hallo KSTR - vielen Dank - und ja! da hast Du total Recht. Deshalb sind die Buchsen auch nicht isoliert. Das sieht nur von außen so aus.
        Sie sind innen nicht nur zusätzlich alle massiv durchverbunden, sondern liegen auch bombenfest auf dem Gehäuse verschraubt.:zustimm:

        Wir möchten ja einen präzisen Vorverstärker bauen.
        Er soll möglichst unempfindlich gegen äußere Netzstörungen sein.
        Brummen geht garnicht.
        Und zusätzliche Masseprobleme wollen wir uns auch nicht einfangen.

        Wir werden später an unseren Ausgängen ja faktisch durch OPVs modulierten Netzstrom hören. Dieser 230V 50Hz Netzstrom soll auf Kleinspannung transformiert und natürlich gleichgerichtet werden.

        In unserer Vorstufe übernimmt diesen Part ein Ringkerntransformator.
        Der Transformator hat 80W Leistung, was mehr als angemessen ist und er passt optimal in das 1HE Gehäuse.

        Der Schutzleiter ist vorschriftsmäßig solide am Gehäuse verschraubt :zustimm:
        Eine der Trafo Zuleitungen sowie einer der Eingangskontakte des Netzfilters wurden in einem zusätzlichem dicken Silikon Schutzschlauch an der Seitenwand entlang zur Front für den späteren Netzschalter geführt.

        Vor dem Trafo befindet sich die Platine die den Gleichrichter und den Primärfilter trägt.
        Beide Audiokanäle werden also aus einem Trafo sowie aus einem Primärfilter gemeinsam versorgt.
        Dieser Primärfilter ist in 3 Stufen ausgeführt.
        Unmittelbar am Gleichrichter sind 2 Silberglimmer für HF zuständig.
        Es gibt 2 Entladewiderstände die eine langsame Entleerung des Primärfilters bei Abschalten des Gerätes bewirken.
        Die Hauptkapazität liefern 12 Fischer&Tausche Elkos mit jeweils 10000µF
        Also 60000µF pro Seite der Betriebsspannung. :zustimm:
        Abgeschlossen wird dieser Teil des Netzteils von jeweils einem 6,8µF Wima Folienkondensator.

        Im Gehäuse wurde eine solide Kupfertrennwand neben dem Netzteil eingebaut und mit Boden und Rückwand thermo gekoppelt. An diesem Kupferprofil werden, an der demTrafo abgewandten Seite, die nachfolgenden Spannungsregler montiert.

        Die dicke Kupfertrennwand soll auch etwas Schutz für die möglichst weit vom Trafo entfernt positionierten Audioschaltungen bieten.

        An der Frontseite des Filters stehen +-24V und GND an den 3 dicken Leitungen zur Verfügung (Rot Blau Schwarz)
        Dies ist die primärseitige Versorgung der sich anschließenden Spannungsregler.

        Viele Grüße
        Frank
        Angehängte Dateien
        Zuletzt geändert von ninioskl; 18.04.2018, 00:08.

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          #5
          Hhm, is jetzt wohl zu spät, aber ich hätte das Netzteil bzw Gerät in Schutzklasse-II gemacht. Mit Schutzerde = Audiomasse und RCAs verlagerst du die Problematik in die angeschlossen Geräte. Hat eines davon auch PE = GND (oder mittelbar an PE über einen D//C//R-"Isolator") gibt das richtig heftige Ausgleichsströme auf den Schirmen --> brummt. Und bei langen Kabeln (DC-R des Schirm insgesamt hoch) brummt's auch sonst schon.
          Ist deine Audiomasse dagegen halbwegs potentialfrei (auch für HF und insbes. common-mode), trägt das Gerät zumindest selber keine Störungen bei. Dennoch können Ausgleichsströme von der Quelle zum Ziel immer noch zu Brummen/Britzeln führen.
          So richtig brummfrei geht das unsymmetrisch mE nur mit sekundärseitig "frei hängenden" Ausgangsübertragern mit fetter Ansteuerung, also quasi eine DI-Box. Am besten L/R in Monoblöcke getrennt, auch von der Versorgung her (bricht wieder eine Schleife auf).
          Oder hab ich dein Konzept bzw die Anwendung falsch verstanden?
          Lest mehr Henry W. Ott, Douglas C. Smith und Ralph Morrison!

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            #6
            Prinzipiell stimmt das - aber einige der potentiellen Gegengeräte bzw Geräte in der Gegenstelle trennen eh auch untereinander nicht. Deshalb legen wir kosequent alles auf einen Punkt.
            Ich habe mehrere Geräte, die in genau dieser Konfiguration mit explizit miteinander verbundenen AGnd und Schutzleiter laufen.
            Keine dieser Verbindungen hat je gebrummt.

            Ausgangsübertrager sind leider ausgeschlossen und ja bei 2 Monoblöcken mit äußerst ungünstigem Netzanschluss wäre Brumm einzufangen möglich.

            Aber...eine wirklich potentialfreie Audiomasse in komplexen PA -verstrippungen?
            Mit all den Geräten ist das in der Praxis oft nicht zu bewerkstelligen.
            und Groundlift bei Chinch is halt so ne Sache.

            Man kann auch den Schutzleiter am Gehäuse weglassen. Muss dafür nur den Kaltgeräteeingang gegen einen isolierten tauschen und schon haben wir highfidele Schutzklasse 0 mit einem potentialfreiem Gehäuse, also einem potentialfreiem AGnd - das dafür nun als Antenne wirkt. feif:

            rost:

            Grüße Frank
            Zuletzt geändert von ninioskl; 18.04.2018, 01:39.

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              #7
              Hallo,
              Nachdem im Computer eine optisch gefällige Anordnung der Bedienelemente gefunden ist, werden in der Front alle Bohrungen angebracht.

              Dies sind Netzschalter, Kopfhörerbuchse, Eingangswahlschalter und Lautstärke
              dazu gekommen sind 4 LEDs zur Anzeige des gewählten Eingangskanals, die außerdem als Power LED dienen.

              Warum 4 Eingangskanäle?
              Die Antwort ist einfach...wir hatten diesen Alps Drehschalter da. :zwink:
              Der Eingangsdrehschalter besitzt 2 Kontaktplatten.
              Auf jeder dieser Platten befinden sich 2x4 Schließkontakte. mit eigenem Eingang/Ausgang als Gruppe
              Wir schließen beide Gruppen parallel, damit pro Kanal immer 2 Schaltkontakte gleichzeitig arbeiten.
              Die hintere Platte ist der rechte Kanal, die zur Gerätefront zeigende ist der linke Kanal.
              Desweiteren befinden sich an den Unterseiten der beiden Schaltplatten ein weiterer unabhängig mitlaufender 4 poliger Schalter.
              Über diesen lassen wir das GND für die 4 LEDs in der Front schalten.

              Die LEDs haben verschiedene Farben, die für die verschiedenen Eingangimpedancen stehen.

              Auf der eigentlichen Audioschaltung befindet sich später am Eingang ein Abschlusswiderstand von 150 Kohm. Dieser Widerstand "läuft" immer mit.
              Das ist der höchste Impedancewert, der auf Kanal 4 liegt.

              Bei Kanal 3,2,1 befinden sich direkt an den Chinchbuchsen jeweils ein weiterer Widerstand. Bei Kanal 3 beträgt er ebenfalls 150Kohm - Kanal 3 läuft also auf 75 Kohm Eingangsimpedance.
              Kanal 2 ist similar aufgebaut nur mit 42Kohm parallel - ergibt- 33 Kohm Eingangsimpedance.
              Kanal 1 ist mit 12Kohm auf 11Kohm Eingangsimpedance eingestellt.
              Die Farben für die Kanäle sind:
              1 - Rot
              2 - Orange
              3 - Hellgrün
              4 - Dunkelgrün

              Damit haben wir eine optische Kanalanzeige und die Power LED Funktion ist gleichzeitig auch gegeben.

              Da die Platine im Computer designed ist, können die Stehbolzen für das Hauptboard in den Boden des Gehäuses montiert werden.
              Zwischen Platine und Gehäuseboden ist 1cm Abstand.

              Unter der Platine wollen wir die Zuleitungen der Eingänge zum Eingangswahl Drehschalter verlegen.
              Für die Innenverkabelung benutzen wir an dieser Stelle ein Mikrofonkabel von Mogami, welches besonders niedrige Kapazität zum Schirm aufweist.
              Der Schirm der Kabel wird jeweils an das GND des Chinch angeschlossen, bleibt aber am anderen Ende offen.

              Wir möchten lediglich eine definierte Kapazität und Schirmung für alle Kanäle bis zum Drehschalter sicherstellen.

              Kopfhörerbuchse und Volume Poti werden montiert.
              Das Volume Poti ist ein 2 Ebenen 20Kohm log Drehschalter mit 24 Positionen, bei dem sich die Widerstände direkt auf den beiden Schaltplatinen befinden.
              Die eingesetzten Widerstände sind von Vishay.

              Unten sieht man die erfolgte Innenverkabelung der Eingänge sowie die zusätzlichen Eingangswiderstände für Kanal 1-3.
              Die Haltebolzen für die Platine sind im Boden montiert. An die bearbeitete Front, muss als nächstes die Platine für die 4 LEDs angebracht werden.

              Dafür werden die LEDs der vollständig bestückten Platine in die Bohrungen der Front eingefädelt und 2 bereits mit der Platine verschraubte und in der Höhe passende Stehbolzen, mit 2k Kleber an die Front geklebt.

              Viele Grüße
              Frank
              Angehängte Dateien
              Zuletzt geändert von ninioskl; 18.04.2018, 16:44.

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                #8
                Hallo Frank,
                Zitat von ninioskl Beitrag anzeigen
                Unter der Platine wollen wir die Zuleitungen der Eingänge zum Eingangswahl Drehschalter verlegen.
                ich hätte mir für Drehschalter und Potis entsprechende Achsverlängerungen gesucht - Strippen quer durchs Gerät - ich weiß nicht.



                Gruss

                Thomas

                P.S.
                Oder besser noch gleich für die Eingänge Reed-Relais benutzen, dann schaltest du mit deinem Schalter nur eine Gleichspannung und kein Signal.
                Zuletzt geändert von tmr; 18.04.2018, 17:07.
                http://www.highfidelity-aus.berlin/
                Gewerblicher Teilnehmer

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                  #9
                  Hallo Thomas,klar...Kann man alles machen - es gibt auch motorisch betriebene Drehschalter...schutzgasgefüllte Edelkontaktrelais...haben wir sogar massenhaft da....
                  Aber - der Alps Drehschalter war auch da - und....mal prinzipiell
                  Der Anspruch an das Gerät wird hier irgendwie überbewertet...!st:

                  Das Teil soll weder eine audiophile Referenz werden, noch irgendwelche Maßstäbe setzen.
                  Es soll vor allem möglichst wenig kosten. und klein sein.
                  Es muss schnell und unkompliziert zu realisieren sein.
                  Es sollen möglichst viele bereits vorhandene Bauteile verwendet werden..
                  Es soll simpel und ausfallsicher konstruiert sein.

                  Der doppelpolig also redundant laufende Drehschalter und die wenigen pF Schirmkapazität der Zuleitung sind sowohl technisch wie klanglich eine durchaus sehr gute - wenn auch keine optimale Lösung, die aber "kalkulierbar" ist - und die nach meiner Erfahrung sehr wenig Probleme macht und einfach nicht klingt..

                  Sie enthält keinerlei elektronische Steuerungen, und bietet 100% Kontaktsicherheit....und 100% Signalsymmetrie der Kanäle.
                  Ab dem Drehschalter haben wir eine optimale Signalführung durch die Audiostufen bis zum Ausgang.
                  -
                  Die Vorstufe kann als ein Experiment betrachtet werden, als eine Art Teileträger...als persönliche klangliche Verifikation eines alten Konzepts - zusammengesetzt aus dem, was halt grad da war und einigen wenigen zusätzlich gekauften Kleinteilen,
                  Wie Trafo, Elkos, Widerstände, Poti....

                  Der gesamte Vorverstärker kostet weniger als 150 Euro, wenn er fertig ist.
                  Wobei da die OPVs noch nicht mitgerechnet sind.
                  Naja das sehen wir später.
                  rost:
                  Viele Grüße Frank
                  Zuletzt geändert von ninioskl; 18.04.2018, 18:41.

                  Kommentar


                    #10
                    Das mit den Reedrelais verstehe ich irgendwie als eine Art provokativen Witz ? rost::dank:
                    Reedrelais - :schreck:gleich noch erweitert um Analogschalter ala ADGxxx und Tantalkondensatoren - sind allgemein gesagt, so ziemlich das Letzte, was ich unter klanglichen Aspekten in einem Vorverstärkerzweig einsetzen würde.

                    Das sind halt einige meiner persönlichen Prämissen..:eng:

                    Als nächstes werde ich weitere grundsätzliche Betrachtungen zum eigentlichen Schaltungsaufbau...der Topologie der Spannungsregelung und
                    der verwendeten Bauteile - anstellen, sowie Erläuterungen bzgl. des "Entwicklungsprozesses" - der konkreten Schaltungsauslegung und des Layouts der Platine machen...

                    Viele Grüße Frank
                    Zuletzt geändert von ninioskl; 18.04.2018, 19:39.

                    Kommentar


                      #11
                      Hallo Frank,
                      Zitat von ninioskl Beitrag anzeigen
                      Das mit den Reedrelais verstehe ich irgendwie als eine Art provokativen Witz ?
                      Nein, warum?
                      Elektromechanische Reedrelais mit Goldkontakten.
                      Was besseres und langlebigeres kenne ich nicht, um kleine Signale zu schalten.
                      Offene mechanische Schalter wären für mich das Letzte... :grinser:

                      Gruss

                      Thomas
                      http://www.highfidelity-aus.berlin/
                      Gewerblicher Teilnehmer

                      Kommentar


                        #12
                        Hallo Stachel, - das wirst Du bald erkennen - versprochen!

                        Thomas, ok nur in allen Relais sind auch noch Magnetfelder..verschiedene Materialübergänge...es verkompliziert insgesamt die Signalführung - und Diese Art von Drehschalter kann man notfalls saubermachen...

                        OK...lasst uns mal weiter produktiv werden.

                        Wir haben also jetzt ein Gehäuse mit 4 Chinch Eingangspaaren mit unterschiedlicher Eingangsimpedance, einen Eingangswahlschalter, ein 20K stereo Poti, 4 Ausgangschinchbuchsen, eine Kanal/Poweranzeige, und einen Kopfhörerausgang.
                        Wir haben ein äußerst stabiles Primärnetzteil.
                        Ab hier beginnt die eigentliche Vorstufenplatine...

                        Als Anmerkung vorab - eigentlich begann es bereits mit den Eingangswiderständen hinten an den Kanälen 1-3 nur ist das halt bisher keinem aufgefallen ...

                        Wir werden in der Audioschaltung Elkos mit 16V einsetzen.
                        Um innerhalb der Spezifikation zu bleiben, werden wir die einstellbaren Spannungsregler auf genau diese 16V - als Betriebsspannung der OPVs einstellen.

                        Die Audioschaltung wird in Doppel Mono ausgeführt.
                        Wir separieren die Spannungsversorgung, indem jeder Kanal seine eigenen 2 Regler und Sekundärfilter für +-16V bekommt.

                        Es gibt also insgesamt 4 Spannungsregler 2 positive und 2 negative.
                        Die Regler liefern jeweils 1,5A so stehen 24W Regelleistung pro Spannungszweig zur Verfügung.
                        Die Schaltung wurde mit der erweiterten Kompensationsschaltung ausgeführt, um den Rauschwert der Regler möglichst niedrig zu halten.
                        Dieser Typ Regler ist ganz ok, aber ist eine praktikable lowcost Variante.

                        In einem hi-end Gerät würden die Spannungen von anderen "Blöcken" "synthetisiert"-
                        Solch ein Regelblock besteht aus einem sehr guten OPV, der einen Mosfet ansteuert, wobei das Eingangs - Steuersignal des OPVs von einer äußerst rauschfreien globalen REF - als DC kommt.
                        Aber das gehört nicht in unsere Vorstufe hier...wollte es nur mal erwähnen

                        Zusätzlich gibt es noch einen 5V Regler, der ausschließlich zum Betrieb der LED benötigt wird.

                        Die Ausgänge der Audio Spannungsregler laufen nicht auf der Platine zu den einzelnen Bereichen, wo die Spannung benötigt wird, sondern werden unter der Platine - mit Kabeln hohem Querschnitts - nach rechts zentral in die jeweilige der 4 Filterschienen gebrückt.

                        Der Grund dafür ist 1. sehr geringer Innenwiderstand der Verbindung und 2.

                        Wir vermeiden damit die Kreuzung der eigentlichen Schaltung durch Spannungstragende Leiterbahnen.
                        Wir vermeiden außerdem häufige Durchkontaktierungen oder Brücken bei Spannungsversorgung und / oder des Signalführenden Bereichs innerhalb des gesamten Verstärkers.

                        Die Filterkapazität hinter den Reglern setzt sich wie folgt zusammen:
                        Unmittelbar an jedem Reglern befindet sich ein 2200µF Elko sowie ein 0,1µF Folienkondensator.
                        Auf der Rail befinden sich weiter 5 Elkos mit 2200µF, sowie ein 10000pF Öl/Silberglimmer.
                        Von dieser Rail geht die Versorgungsspannung über ein jeweils eigenes RC Glied in die einzelnen OPVs
                        Das RC Glied koppelt jeden einzelnen der OPVs an dieser Stelle noch etwas ab, vor allem untereinander.
                        Jedes RC Glied besteht aus 10 Ohm 2200 µF Elko, 1µF Wima, 470pF Silberglimmer.
                        Bei dem real benötigten OPV Strombedarf in der Schaltung wirken die 2200µF hinter den 10Ohm etwa wie 22000µF.

                        Der OPV, der den Kopfhörerausgang treibt, hat einen Draht statt des 10 Ohm Widerstands ...er läuft also komplett auf der Rail - und seine 1µF Folie + Glimmer liegen demzufolge ebenfalls auf der Rail.

                        Die nunmehr fertige Stromversorgung, stellt allen OPVs eine eigene - nochmals gefilterte Spannung zu Verfügung.

                        Die Stromversorgung ist für jeden der Verstärker unmittelbar.
                        Dies betrifft Stromstärke und Zeit / Ansprechverhalten
                        Der Abstand der Kapazitäten zum Verstärker, (chip) beträgt nur wenige Millimeter und ist bei allen OPVs - also bei allen 20 Spannungsversorgungen identisch!

                        In den Bildern erkennt man die fertig aufgebauten Spannungsregler.
                        Das zweite Bild zeigt einen ersten Eindruck, wie das wohl so um die Verstärkerschaltung herum ausschauen wird.

                        Das 3. Bild zeigt tiefe Einblicke in die Signalführung und unsere "Philosophie bzgl Flow..." ...man sieht den Doppel Mono Aufbau, das Layout der Masseführung und der Spannungsführenden Rails.
                        Die Schaltung ist HF optimiert.

                        Wie die Platine entsteht, zeige ich später noch genauer.

                        Viele Grüße Frank
                        Angehängte Dateien
                        Zuletzt geändert von ninioskl; 18.04.2018, 22:04.

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                          #13
                          Ahhh..., ich erkenne die eng tolerierten C´s (oben im Bild) wieder..., hab´ ich ja auch von Dir bekommen und in der Vantage n.c. verbaut. Echt geiles Zeug, das...rost:

                          Viel Erfolg und viel Spaß mit Deinem Projekt...:daumen:

                          LGaaS Wolfgang...


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                            #14
                            Hallo Wolfgang, vielen Dank... schön von Dir zu hören :dank:

                            na Schiefgehen kann bei dem Vorverstärker nix mehr.
                            Dieser Faden ist ein Baubericht - aber doch kein Live - Baubericht :zwink:

                            Deswegen sind Änderungsvorschläge anderer Forenmitglieder schwer umsetzbar - Fragen aber jederzeit willkommen

                            Der Vorteil, man bekommt schnell und konsistent was zu sehen und zu lesen, ohne dass sich das Thema Monate hinzieht.

                            Alles was man hier sieht und liest ist Realität.

                            Tja, und der Spaß mit dem Teil ist so groß, dass ich mich sogar durchgerungen habe, es hier zu dokumentieren.
                            Und das ist ein riesen Haufen Schreiberei - wem sag ich das...

                            Weisst Du was das Beste daran ist?

                            Du wirst das Gerät bald in echt in deinem Wohnzimmer vor Dir stehen haben.
                            Dann kannst Du es nach Herzenslust testen und hören...auch was den Kopfhörerausgang betrifft...
                            Bin gespannt, wie Du das Ergebnis bewerten bzw beschreiben wirst :zustimm:



                            VGavS Frank
                            Zuletzt geändert von ninioskl; 18.04.2018, 22:33.

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                              #15
                              Ja super, das würde mich freuen...:daumen: Den Vector will ich in den nächsten Wochen eh zum Update schicken, und hatte vor den überarbeiteten Densen solange hinzustellen. Aber in der Zeit kann ich natürlich auch Deinen..., wie heißt der eigentlich..., hinstellen um ihn zu testen. Wenn ich mir die Bilder so anschaue fällt mir irgendwie sofort der Name "Little rogue" ein..., frag mich nicht warum, kann ich nicht beantworten...

                              LG Wolfgang...:daumen:
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