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Musiker, bitte helft: Dynaudio BM5 MKII

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    Musiker, bitte helft: Dynaudio BM5 MKII

    Bitte helft mir! Ist jetzt kein Witz, ich bin am Ende meiner Weisheit. Böse Zungen behaupten, das kann nicht viel sein.

    Situation: Mein Freund, Gitarrist wie ich, hat ein Tonstudio. Er spielt ausschliesslich Rammstein, das ist Metal auf ca. 5 dB Dynamik begrenzt, seine Gitarre hat aktive Pickups (EMG). Er hört sich das ausschliesslich auf Dynaudio BM5 MKII an, etwas Anderes hat er nicht im Studio. Den direkten Sound aus einem Amp hört er nie, es geht alles über sein Interface auf seine Dynaudio.


    Mein Problem: Ich werde krank davon. Egal, welcher phantastische Amp im Studio steht, er nimmt alles über Mikrophon ab, schlauft es über seine Elektronik und hört es im Raum über seine Dynaudio ab. Ich kriege Kopfschmerzen davon! Mir wird übel, und ich bin nach 10 Minuten frustriert, weil überhaupt nichts rüberkommt. Kein Druck, kein Klang, kein gar nichts es klingt alles nur dünn und langweilig.

    Er versteht nicht, wo mein Problem ist. Er findet seine Dynaudio "teures Studiomaterial" und ich finde es "den letzten Dreck, den ich je gehört habe". Er ist nicht mal bereit, sich mal grössere Genelec oder gar Geithain anzuhören, weil seine Dynaudio "passen zum Raum". Das tun sie natürlich nicht, er hört nur ihm Nahfeld dieses dünne geplärre.

    Heute habe ich bemerkt, dass es keine Rolle spielt, ob ich meine 5000-EUR Gibson oder eine 200-EUR ESP anschliesse, es klingt eh' alles nur völlig ausgesteuert und überdreht. Meine Gibson klingt wie der letzte Dreck


    Helft mir bitte, ich finde keinen Ansatz mehr, ihm mein Problem mit seinem Sound zu erklären. Unterdessen gefährdet das sogar unsere Freundschaft, ich kann mir diesen plärrigen Sound nicht mehr antun, ich werde krank davon.

    Soll ich ihm einfach mal gescheite LS hinstellen? Geithain 933? Oder was tu ich? Es geht um die Wiedergabe von Gitrarren, in realer Dynamik, in voller Klangfarbe mit allen Obertönen, mit dem ganzen Spektrum ohne irgendwelche Limiten.

    Gruss

    David
    Zuletzt geändert von Amerigo; 17.12.2016, 00:17.
    We are stuck with technology when what we really want is just stuff that works.

    #2
    Zitat von Amerigo Beitrag anzeigen
    Helft mir bitte, ich finde keinen Ansatz mehr, ihm mein Problem mit seinem Sound zu erklären. Gruss David
    Hallo David,

    in diesem einen Satz steckt das ganze Dilemma bereits drin. Wieso musst Du ihm DEIN Problem mit SEINEM Sound erklären...? Er hat doch keine Probleme, nur DU hast ein Problem. Und nun erwartest Du eine Art Patentrezept wie man IHN dazu bringen kann sich und seine Überzeugungen zu ändern...?

    Vergiss es...! Was Du da schilderst hat nach meiner Auffassung nichts mit Sounds, mit unterschiedlichen Lautsprechern usw. zu tun. Es ist aus meiner Sicht ein dummer Machtkampf, den jeder von euch gewinnen will. Freunde tun Dinge gemeinsam, und schon gar nicht kämpfen sie gegeneinander um "Sieg oder Niederlage" oder wollen den anderen dazu bewegen etwas zu tun was er nicht will oder zu unterlassen was ihm wichtig ist.

    So wie Du es schilderst, tragt ihr nach meiner Einschätzung eine Art "Krieg auf zwischenmenschlicher Ebene", auf der Beziehungsebene aus. Du willst einen Rat...? Sollst Du haben: Lass ihn hören womit immer er will, und wenn Dir davon schlecht wird geh nicht mehr hin. Eigentlich ganz einfach, findest Du nicht...?

    Viele Grüße: Janus...
    .
    ________________
    www.qas-audio.de

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      #3
      My 2ct.:
      Dynaudios waren noch nie als spritzig bekannt, und diese BM5-Böxchen erst recht nicht.

      Und mit nem typischen Metal-Amp (sagen wir, zB ein ENGL, oder hat es bloß für einen Bugera gereicht?) kommt schon mal eh keine Dynamik oder Transienten von vorneherein, und je nach Speaker und Mic wird dies auch nicht besser.

      ME geht akzentuierter Metal-Sound zB so : Les Paul oder besser ne Power-Tele mit Steg-HB (zB ne G&L) im Falle von Drop-Tunings, etwas Boost+LowCut mit 'nem Tube-Screamer, als wichtigste Ingredienz dann ein 2203 oder 2204 auf 'Vollgas' (Master natürlich nicht), 4x12 mit guten Chassis (WGS) und OHNE Rückwand, ein richtig gutes Mic (Royer).
      Das Problem: da muss man halt auch richtig sauber spielen können, schludern und sich durchschummeln is nich.

      Und als Abhöre dann etwas was die Urgewalt von so einem Setup auch rüberbringen kann, was auf gute, PA-inspirierte LS hinausläuft, zB Strauss SE-MF-1 oder Meyer X-10, oder etwas größeres aus dem Bausatzprogramm von Achenbach, zB die Monitor 38, Duett 12 oder Duett 15, oder ein Dreiweger wie die Trinity 15, alle mit sehr gutem P/L-V.

      Elementare Raumakustik-Maßnahmen sind ebenfalls Pflicht, auch beim Nahfeldhören, was zB mit der Monitor 38 -- als Koax -- auch sehr gut geht und die ich deshalb empfehlen würde. Geht auch in kleinen Räumen wunderbar.
      Lest mehr Henry W. Ott, Douglas C. Smith und Ralph Morrison!

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        #4
        Hallo David,

        man kann erwachsene Menschen nicht erziehen, man kann ihnen lediglich etwas vorleben. Das kann dein Freund assimilieren ... oder auch micht.
        Vielleicht hat er auch einen Hörschaden und sein Geplärr klingt gut für ihn.

        Einem alten Freund von uns habe ich vor Jahren schon empfohlen, seinen Sound so einzustellen, wie es ihm gefällt. Er hat das dann so gemacht und es wurde schon etwas schwierig, wenn wir bei ihm hörten. Er hatte nämlich eine ausgeprägte 4kHz Senke in seinen Ohren.

        Jeder mag so hören, wie es ihm gefällt.

        Grüssle vom Charly
        Die Welt ändert sich durch deine Taten. Nicht durch deine Meinung
        Bin überzeugter Agnostiker
        Wohnort: Obertraubling bei Regensburg

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          #5
          Zitat von Janus525 Beitrag anzeigen
          Wieso musst Du ihm DEIN Problem mit SEINEM Sound erklären...? Er hat doch keine Probleme, nur DU hast ein Problem.
          .
          In der Konsequenz werde ich nicht mehr bei ihm hören können, ich kriege davon Kopfschmerzen und die Höhen sägen in meinen Ohren. Diese kleinen Dynaudios machen mich echt fertig. Das ist schade, denn eigentlich könnten wir Stunden mit Musizieren verbringen. Mir brummt aber danach stundenlang der Schädel und meine Ohren sind tagelang "zu".

          Zitat von KSTR Beitrag anzeigen
          My 2ct.:
          Und mit nem typischen Metal-Amp (sagen wir, zB ein ENGL, oder hat es bloß für einen Bugera gereicht?) kommt schon mal eh keine Dynamik oder Transienten von vorneherein, und je nach Speaker und Mic wird dies auch nicht besser.
          Eigentlich hört er nur "Guitar Rig 5". Aber jetzt war ausnahmsweise ein Randall Amp (RH150) dort, an einer 4x12 im akustisch isolierten und gedämmten Aufnahmeraum. Von dort geht es dann raus an die Abhöre, eben die vermaledeiten Dynaudio BM5.

          Sprich: ich hatte mich auf den Randall gefreut, aber eigentlich habe ich den gar nicht zu hören bekommen. Was ich gehört habe, war der mit Mikrofon abgenomme Sound, durch Guitar Rig gequetscht und mit den Dynaudios in den Raum geplärrt.

          Zitat von OpenEnd Beitrag anzeigen
          man kann erwachsene Menschen nicht erziehen, man kann ihnen lediglich etwas vorleben. Das kann dein Freund assimilieren ... oder auch micht.
          Vielleicht hat er auch einen Hörschaden und sein Geplärr klingt gut für ihn.
          Vielleicht hört er mal meine TMR. Obwohl, HiFi findet er unter seiner Würde. Ich werde ihm wohl grosse Genelec hinstellen, die bekomme ich von meinem Freund und Händler vermutlich ausgeliehen.

          Gruss

          David
          Zuletzt geändert von Amerigo; 17.12.2016, 18:39.
          We are stuck with technology when what we really want is just stuff that works.

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            #6
            Hallo David,

            Ich sehe bei deiner Beschreibung eigentlich auch nicht die BM5 als das eigentliche Problem. Eher welche Mikrofone wurden wie und in welchem Abstand zur Abnahme benutz, wie sind die Lautsprecher (Abhöre) im Raum aufgestellt und eingestellt (Eingemessen?), welche Kompression wurde wie eingestellt, wie ist das Material klanglich bearbeitet ... usw.

            Ich denke, das der Austausch von der Dynaudio auf einen ähnlich teuren Monitor absolut nichts bringt ...

            einen schönen vierten Advent
            Frank

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              #7
              Aufnahme - Abhöre

              .
              Aufnahme

              Wenn ein Mikrofon direkt vor einem Gitarren Lautsprecher den Sound aufnimmt, beinhaltet die Aufnahme einen deutlich anderen Sound als den, den der Lautsprecher in den Raum abstrahlt.

              Das Mikrofon erfasst die Schallwellen im Nahfeld, an einem ganz bestimmten Punkt (Abstrahlwinkel).

              Wie klingt es dort, an diesem Punkt?

              Würde man dort ein Ohr platzieren, käme man dem Sound auf die Spur.
              (Bitte nicht bei hohen Lautstärken tun!!!) :teach:


              Abhörlautsprecher

              Abhörlautsprecher sollten eigentlich die elektrischen Signale 1 : 1 wandeln und zu Gehör bringen.
              Das sie das i.d.R. nicht tun, dürfte mittlerweile bekannt sein.

              Unabhängig vom Eigenklang durch Fehler bei der Wandlung, können Abhörlautsprecher aber auch nur das wiedergeben, was aufgenommen wurde.

              Wenn es nun das hellere, dünnere Signal im Nahfeld eines Gitarrenlautsprechers ist, dann muss es auch entsprechend klingen . . . nämlich heller und dünner als der Gitarrenlautsprecher in mehreren Metern Entfernung!


              Fazit

              Die Erwartungshaltung, dass auf einer Aufnahme der Klang eines Instruments originalgetreu enthalten ist, wird selten erfüllt werden, zumal das oftmals gar nicht das Anliegen bei der Aufnahme, deren Zielsetzung ist.

              Folglich kann beim Abhören der Aufnahme der Sound zum Beispiel eines Gitarrenlautsprechers nicht gehört werden!

              Es ist etwas anderes, künstliches!


              Gruß
              AIR





              gewerblicher Teilnehmer
              www.weidlich-audio.de

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                #8
                Zitat von AIR Beitrag anzeigen
                .
                Wie klingt es dort, an diesem Punkt?

                Im schallisolierten Raum, direkt vor der 4x12 Box klingt es genau so, wie ein Randall zu klingen hat.

                Auf der Abhöre muss irgendeine Art von Klirr vorhanden sein. Irgendwas ist es, was in meinen Ohren schmerzt. Wir werden das austesten, habe gerade einen nächsten Termin mit meinem Freund abgemacht.

                An den LS liegt es wohl wirklich nicht. Vielleicht Clipping? Mikrofonklirr? Wie gehe ich am besten vor, um das zu finden?

                Zitat von das.ohr Beitrag anzeigen
                Ich denke, das der Austausch von der Dynaudio auf einen ähnlich teuren Monitor absolut nichts bringt ...
                Sehe ich jetzt auch so. Und ich verstehe nicht mal mehr den Nutzen eines "teureren" LS für die selbe Aufgabe, am selben Ort.

                Trotzdem hab ich ein Problem zu lösen :-)

                Gruss

                David
                Zuletzt geändert von Amerigo; 19.12.2016, 12:05.
                We are stuck with technology when what we really want is just stuff that works.

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                  #9
                  Hallo,
                  wie schon gesagt, ich würde am Mikrofon ansetzen.

                  Hersteller und Bauart wäre ja erst einmal egal, die billigste Kröte sollte es nicht sein. Nierencharakteristik, 10cm vor dem Amp mittig zum Lausprecher und dann 45° drehen, dass das Mikro auf die seitliche Membrane schielt. Klangregelung erst einmal komplett aus, Gain am Pult anpassen .... kann auch sein, dass der Eingang schon gezerrt hat?

                  Viel Glück
                  Frank

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                    #10
                    Peter Weihe im Interview. Sehr viele gute Informationen und dazu noch kurzweilig.

                    http://www.delamar.de/interview/pete...software-9509/

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                      #11
                      Danke! Am Samstag geht's weiter.
                      We are stuck with technology when what we really want is just stuff that works.

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