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Roger Waters: Is this the life we really want?

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    #16
    ich hatte das Vergnügen anno 1981 the Wall in Dortmund live zu erleben und dieses Konzert war ein herausragendes Erlebnis in meinem Leben. Und offen gesagt steckt in diesem Album jede Menge gesellschaftskritischer Texte.
    Myro Xamboo, Sauermann Doppelmonos, Young DAC (modifiziert), Fidelizer 8,4, Jplay Classic, Foobar, Silberkabel aus eigener Herstellung, Schenker Dock 15 (modifiziert) Biophotone Tuning.

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      #17
      Originally posted by Franz View Post
      Inhaltlich gesehen, könnte man das Werk als Waters "Abrechnung" mit den Zuständen in der Welt bezeichnen. Es ist seine ganz persönliche Sicht, ja Wut auf die Dinge. Er thematisiert sie ja auch in seinen songs. Hier gehören Text und Musik unabdingbar zusammen. Er wollte bestimmt kein "schönes" Album machen, wo Harmonieakkorde sich die Hand geben, nein, er wollte was machen, was Wut, Zorn und Verzweiflung zum Ausdruck bringt. Ich denke, das ist ihm gelungen. Ich jedenfalls nehme ihm seine Pose ab. Ich fühle vieles wie er auch. Vielleicht mag ich deshalb auch seine Musik. In ihr suche ich erst gar nicht nach Audiophilität oder schönen Harmoniesongs. Ich mag seine direkte, offen, unverhüllte, aggresive Ansprache. Diese beschissene Welt, die wir so hinbekommen und zugerichtet haben - auch moralisch - hat es verdient, so dargestellt zu werden. Und das bringt er gut zum Ausdruck. Wir sind auch Teil des ganzen Drecks, der uns jeden Tag in`s Gesicht springt.
      Ja Franz, wenn man es so sieht, macht das Album tatsächlich Sinn.
      Habe es gestern gehört und muss gestehen, mir persönlich fehlen eben die Harmonieakorde und die Audiophilität der "Amused to death" sehr.
      Auch finde ich letztere Aufnahmetechnisch deutlich besser, obwohl 25 Jahre alt.
      So gesehen war ich schon etwas enttäuscht.
      Aber zum Einen ist es vielleicht seine letzte Platte und zum Anderen passt es als Gesamtwerk dann ja schon.
      Eventuell muss ich die Scheibe die nächsten Tage öfters hören, dann wird sie vielleicht eingänglicher.

      Schönen Gruß
      Carsten
      PS Audio P3, Ayon CD-10 II Signature , AudioValve Solaris, Abyss AB 1266 Phi TC mit JPS SuperConductor, Hifiman HE1000 V2 mit Cardas Clear und Lavricables Master Silver, PS Audio AC12, HMS Suprema Netz- und XLR-Kabel.

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        #18
        Originally posted by HearTheTruth View Post
        Sobald aus einer Undergroundband ein Geschäftsmodell wird, verliert es mein Interesse.
        Komischerweise hat es mich bei anderem
        Gruppen nicht so getroffen wie bei den
        Floyds. Altmeister Zappa z.B. war in seiner
        Hochzeit-Live in New York -für mich genauso glaubwürdig
        wie am Angang ( Wissels rippt my Flash). Auch John Martyn und die
        gesamte West-Coast Szene ist sich treu
        Geblieben. Am Ende gönne ich allen ihren
        Erfolg, wenn bei jenen nur das Herz an der rechten Stelle bleibt.
        Entschuldigt meine Abstreifungen aber Franz' Post
        hat meine Vergangenheit aufgewühlt.
        Musilalische Grüße vom Rollirost:
        Hallo Rolf,

        ich kann dich schon verstehen, nur eines möchte ich dabei zu bedenken geben: Wir sehen in manchen Gruppen das, was wir sehen möchten, ein Ideal, das sich so zu verhalten hat, wie wir es uns wünschen. Man nennt das auch "Projektion". Das ist menschlich, aber wird den Gruppen nicht gerecht. Denen geht es auch um wirtschaftlichen Erfolg, sie müssen davon leben. Musikalisch fand ich die Floyds auch in ihren früheren Alben spannender, weil sie experimenteller waren. Nach "Dark Side" wurden sie rockiger, dafür aber auch erfolgreicher. Der Höhepunkt war für mich immer noch "Wish You Were Here", ein Meisterwerk, geboren aus purer Verzweiflung und ein Abbild des Kommerzdrucks, aber auch Würdigung und Reminiszenz an Syd Barrett, der wie eine Sternschnuppe verglühte. Sie spürten damals schon, daß sie auf dem besten Wege waren, sich musikalisch zu verlieren. In rückblickenden Gesprächen über diese Zeit wird das ganz deutlich.

        Was will ich damit sagen? Lassen wir sie Musik machen und versuchen wir unsere Wünsche und Sehnsüchte weniger da hineinzulegen. Sie hatten dabei bestimmt ganz eigene Vorstellungen und Absichten, als wir sie uns vorstellen.

        Kommerz ist leider die Salzsäure der Kreativität. Letztlich zerstört sie das Wesen der Musik, denn es ist dann zunehmend nicht mehr echt. Man gibt den Affen Zucker.
        Last edited by Franz; 08.06.2017, 09:45.

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          #19
          Hallo Franz, Danke für den Thread – ich hatte vor ein paar Monaten erfahren, dass ein neues Waters-Album erscheinen werde, habe es aber zwischenzeitlich wieder vergessen. Nach dem Sichten Deines Eingangsposts hab ich die CD gleich bestellt und erhalten, aber erst gestern endlich Zeit gefunden, hinein zu hören.

          Das Album ist ein echtes "Waters"-Album, wie ich es von ihm erwarte. Kritisch hinterfragend, politisch und die Konsequenzen aufzeigend. So war er schon bei den Floyd, das war schon Syd Barrett, und Waters hat vieles verwirklicht, was wohl im Sinne Barretts gewesen wäre. Der Vorwurf, den ich auch von meinem guten Freund immer wieder anhören muss, dass nämlich Herr Waters hängen geblieben sei an der Geschichte mit seinem im Krieg gefallenen Vater, mag ja stimmen, aber gerade ist der (digitale) Krieg deswegen zu verurteilen, weil er eben verwüstet und zerstört, und einmal mehr dies zu verurteilen kann nicht falsch sein! Und - die Marginalisierung zu akzeptieren ist, was Waters ebenfalls verurteilt.

          Musikalisch gesehen ist das neue Album nicht der Knaller, es ist Musik von Roger Waters, der schon schlechtere Alben gemacht hat. Und die paar Elemente, die nostalgischerweise an "Animals" oder "Wish You Were Here" erinnern lassen, beweisen, dass sich Waters über all die Jahrzehnte mit seiner progressiv-eleganten Ästhetik mehr oder weniger treu geblieben ist. Im Vergleich zu einem seiner Zeitgenossen, welcher zumindest bei seinem letzten Album ausser ein abgehobenes und ins esoterische abdriftende Effektgerät-Gedudel, das todlangweilig anzuhören ist (war) nicht mehr viel mehr zu bieten hat, glänzt Waters mit gehaltvollem Content. Seine Musik ist glaubwürdig und nachvollziehbar.

          Die Aufnahmen hat Roger Waters dem Mastering-Guru Bob Ludwig überlassen, der schon David Gilmours vielleicht schönstes Album "On A Island" feingeschliffen hat. So klingt es denn auch ähnlich dicht und warm, und ja, etwas komprimiert, wobei ich mir jetzt nicht sicher bin, ob dies zusätzliche Dynamikkompression oder Röhrenklirr ist, was für diesen Eindruck zuständig ist. Und man kann sich darüber streiten, ob sowas eher zu einem traurig-verträumten Gilmour-Album passt oder zu einem Protestler. Ich finds aber nicht tragisch, und gerade das Herz eines jeden Audiophilen lässt Waters höher schlagen, wenn er mit aufgeregter Hand das Album zärtlich in die Schublade des Players legt, bei Track 1 auf Play drückt, und entsetzt feststellen muss, dass die Anlage das Zeitliche gesegnet habe, weil der Anfang nämlich danach tönt.

          Als zusätzlichen Wink verpackt lässt sich der Kreis hierbei wieder schliessen: Hey Typ, so wird deine Anlage klingen, wenn Du weiterhin Unrecht, Ausbeutung und Zerstörung - begangen von ein paar wenigen Verrückten - zulässt!

          Gruss Urs
          Last edited by umher; 08.06.2017, 10:56.

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            #20
            Hi Urs,

            danke für deine Eindrücke.

            wenn Du weiterhin Unrecht, Ausbeutung und Zerstörung - begangen von ein paar wenigen Verrückten - zulässt!
            Wir alle sind mit in der Verantwortung für das, was geschieht oder unterbleibt. Aus dieser Verantwortung können wir uns nicht stehlen. Ich denk da oft an den song von Georg Danzer, wo er die ganze Unzulänglichkeit, auch die eigene, beschreibt: https://genius.com/Georg-danzer-trau...er-wahr-lyrics

            Recht hat er. Man kann nur in kleinem Rahmen dafür sorgen, daß wir unsere Mitschuld etwas verringern und auch mal was Gutes tun. Abgerechnet wird später.....

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              #21
              Originally posted by Franz View Post

              Recht hat er. Man kann nur in kleinem Rahmen dafür sorgen, daß wir unsere Mitschuld etwas verringern und auch mal was Gutes tun. Abgerechnet wird später.....
              Dennoch: Die Protestanten damals in Davos vor dem Kongressgebäude des World Economic Forum haben ihre Forderungen zu Gehör bringen können und gehören mittlerweile zum anerkannten Standard. Stichwort Klimaschutzabkommen oder so ..

              Klar, jeder macht das ihm Mögliche - wenn er es macht, ist gut und wenn nicht, gibt es keinen Grund, ihm deswegen schräg zu kommen.
              Roger Waters will ja auch nur motivieren und animieren, wacher durch die Welt zu gehen und vielleicht das eine oder andere zu hinterfragen, als denn zu aktivem Protest aufrufen oder boykottieren oder was auch immer.

              Gruss Urs
              Last edited by umher; 08.06.2017, 11:48.

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                #22
                Das Album habe ich mir bei iTunes gekauft und auch die Hi-Res-Version bei Qobuz in 48 kHz / 24-Bit.

                Das Album bei iTunes trägt deren neues Zertifikat "Mastered for iTunes". Was sich dahinter verbirgt, sind im Prinzip strikte Vorgaben seitens Apple an die Ton-Studios, um letztendlich eine perfekt klingende AAC-Version mit 256 kbit/s erstellen zu können.

                Trotz das ich persönlich immer auf höchste Qualität Wert lege, gute Aufnahmen schätze und meine gesamte Sammlung in CD-Qualität und Studio-Qualität habe, habe ich das kleine Experiment aus Neugierde gewagt.

                Gestern Abend haben meine Freundin und ich dann einen Test gemacht.

                Die iTunes-Version und die Studio-Version wurden Titelnummer für Titelnummer nacheinander verglichen.
                Ich ging davon aus, dass ich die Unterschiede glasklar hören kann. Aber das Gegenteil war der Fall.
                Ich konnte ehrlich keinerlei Unterschiede hören. Es war ein einziges Ratespiel.

                Für mich persönlich schließe ich daraus, dass gute Klangqualität nichts mit dem Format zu tun hat. Ich gehe davon aus, dass Roger Waters und das Tonstudio penibelst darauf geachtet haben, dass der Sound perfekt ist.
                Was diese "Mastered for iTunes" Version klanglich liefert, ist wirklich super und beeindruckt mich. Die Dateigröße ist immerhin nur ein zehntel vom Studio-Format.

                Weiter habe ich für mich persönlich entschieden, dass ich umdenken muss.
                Eine iTunes-Version darf man nicht verteufeln. Und Vorurteile gegenüber modernen, komprimierten Dateiformaten wie AAC sollte man ablegen.

                Ich denke, da auch die Zukunft der Musik im Streaming-Abo liegt, wird da besonders großen Wert auf kleine Dateien mit höchster Klanggüte gelegt.

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                  #23
                  Ich habe mich schon vor langer Zeit dagegen entschieden. Ich habe zwar sehr gute "HiRes-Player", Anlage u.s.w, die alles abspielen können, bin aber ganz klar beim normalen "WAVE"-Format beim Player geblieben. jede CD wird als WAVE übertragen und dann einfach ins FLAC umgewandelt und zwar aus 2 Gründen:
                  1. Tag Editor.
                  2. Noch kleinere Dateien.

                  Ich habe oft versucht mit den Hochauflösenden Dateien und komme ganz klar zum Entschluss: Brauche ich nicht.
                  rost:
                  Focal CLEAR & Feliks Audio Elise.
                  Focal Electra BE / Naim Audio / Isotek .

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