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Alt 12.02.2018, 14:07
Dirac_28 Dirac_28 ist offline
 
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Sehe das wie Schärfer mit Senf.
Stereoaufnahmen sind für Lautsprecher gemacht und funktionieren damit auch besser. Die Kritik bez. Stereo im Realitätsanmutung-Thread halte ich für Kritik auf hohem Niveau. Bei einer guten Lautsprecheraufstellung, guter Sitzposition und brauchbarer Raumakustik funktioniert die Bühnenabbildung meiner Meinung nach sehr gut. Natürlich kann man keine 1:1 Reproduktion eines Orchesters erwarten, aber die Bühne kann trotzdem sehr beeindruckend sein. Und bei kleineren Jazz oder Rock Bands funktioniert es sogar sehr gut!

Binaurale Aufnahmen hören sich in der Theorie erst mal gut an, aber bei mir konnte sich auch da keine realistische Vor-Kopf Ortung einstellen.
Das liegt wahrscheinlich daran, dass der Kunstkopf, der für die Aufnahme genommen wurde, natürlich nicht genau der Anatomie des Musikhörers entspricht.
Noch entscheidender ist es aber wohl, dass sich bei Kopfbewegungen keine natürliche Frequenzgangänderung bzw. natürlicher Delay ergeben. Dies ist für das natürliche Hören essentiell und kann nicht mit aufgenommen werden.
Und da dies so essentiell ist, versuchen auch Geräte wie der Smyth Realiser dies zu simulieren.

Ich bin die letzten Jahre in beiden Welten unterwegs gewesen. Und so detailreich und präzise die Kopfhörerwiedergabe auch ist und ich auch immer noch gerne mit Kopfhörern höre; es hat mir immer etwas gefehlt. Neben der unnatürlicheren Bühnenwiedergabe ist es auch der fehlende Körperschall. Und hierbei spreche ich gar nicht unbedingt von hohen Lautstärken und extrem stark spürbarem Körperschall. Man merkt es auch schon bei leiseren Pegeln, dass einfach die Schallenergie fehlt, die beim natürlichen Hören den ganzen Körper erfasst.
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