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Alt 27.08.2017, 17:24
never never ist offline
 
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Standard Bezahlung durch Spotify

Hallo zusammen,

zum Thema Bezahlung durch Spotify hier ein kleiner Auszug aus einem entsprechenden SPIEGEL-Artikel:


„Dass die Streaming-Dienste bei vielen Musikern in schlechtem Ansehen stehen, hat auch damit zu tun, dass die Vertragswerke zwischen Streaming-Dienst, Plattenfirma und Künstler größtenteils geheim oder völlig undurchsichtig sind.

Zufällig, oder vielleicht auch nicht, tauchte, als Spotify seine Neuerungen der Welt erklären wollte, für ein paar Stunden im Netz ein vertraulicher Vertrag zwischen Spotify und dem Labelgiganten Sony auf. Dem Vertrag, abgeschlossen im Jahr 2011, kurz bevor Spotify in den USA an den Markt ging, war zu entnehmen, dass der Streaming-Dienst möglicherweise nicht der Böse in diesem Spiel war: Für drei Jahre Zugriff auf den Sony-Bestand hat Spotify der Plattenfirma 42,5 Millionen Dollar allein an Vorschüssen gezahlt.

Was Sony mit diesem Geld gemacht hat, ob das Unternehmen es je an seine Musiker weitergegeben hat, ist unklar. Daniel Ek sagt, dass es um viel mehr gehe als um jene 42,5 Millionen. Spotify habe insgesamt schon drei Milliarden Dollar an Rechteinhaber gezahlt, allein in den ersten vier Monaten des Jahres 2015 seien es 300 Millionen gewesen.


Aber was genau zahlt Spotify tatsächlich? Die Einnahmen aus Abonnements und Werbung werden monatlich in Relation zu der Anzahl ihrer monatlichen Streams ausgezahlt, minus einer Servicegebühr von 30 Prozent.

Das Geld aber bekommen die Plattenfirmen. Wie viel sie davon an ihre Künstler weiterreichen, hängt ab von den jeweiligen Verträgen der Künstler. Wenn Geoff Barrow von Portishead sagt, dass 34 Millionen Streams ihm über alle Kanäle lediglich 1700 Pfund eingebracht haben, bedeutet das vor allem, dass er schlechte Verträge mit seiner Plattenfirma hat oder zumindest so alte, dass dort die Rechte für die digitale Vermarktung nicht berücksichtigt sind.

2013 hat Spotify einmal echte Zahlen, wenn auch anonymisiert, veröffentlicht. Für die Streams eines globalen Hitalbums, so von Lady Gaga oder Taylor Swift, wurden 425 000 Dollar im Monat an die Rechteinhaber gezahlt, für ein Top-Ten-Album immer noch 145 000 Dollar, für ein gehyptes Indie-Album 76 000 Dollar monatlich, für ein zeitloses Rockalbum 17 000 Dollar und für ein Indie-Nischenalbum immerhin noch 3300 Dollar. Das klingt ganz in Ordnung. Wo sonst verdient ein Indie-Nischenkünstler mehr als 3000 Dollar im Monat? Im untergegangenen Plattengeschäft des analogen Zeitalters sicher nicht.“
Quelle: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-140750288.html

Freundliche Grüße,
never (Udo)
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